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ABB, Aston Martin und Zalando Die Quartalszahlen des Tages

ABB, Anheuser-Busch, Dürr, Zalando Quelle: REUTERS

Zalando erreicht durch das gute Weihnachtsgeschäft seine Ziele und Aston Martin rutscht wegen eines kostspieligen Börsengangs in die roten Zahlen. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

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In diesen Tagen veröffentlichen viele Unternehmen ihre Jahres- und Quartalsergebnisse. Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse am Donnerstag:

Zalando legt Schlussspurt hin und erwartet weiteres Wachstum

Europas größter Online-Modehändler Zalando will nach einem guten Weihnachtsgeschäft im laufenden Jahr wieder stärker wachsen. Es werde ein Umsatzplus am unteren Ende der Spanne von 20 bis 25 Prozent angepeilt, teilte das Berliner Unternehmen am Donnerstag mit. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um ein Fünftel auf 5,4 Milliarden Euro geklettert und damit weniger als in vorangegangenen Jahren. Zalando hatte vor allem der lange und heiße Sommer sowie der dadurch verspätete Start in die Herbst- und Wintersaison zu schaffen gemacht. „2018 hatte seine Herausforderungen, aber wir haben im vierten Quartal unsere Kräfte gebündelt und einen erfolgreichen Schlussspurt hingelegt“, sagte Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter. Bei Anlegern kam dies gut an. Vorbörslich stieg die Aktie mehr als drei Prozent.

Im vergangenen Jahr reichte es dank guter Geschäfte rund um Weihnachten und nach einem Verlust im dritten Quartal bereinigt zu einem Betriebsgewinn (Ebit) von rund 173 Millionen Euro. Nach Gewinnwarnungen im Sommer hatte das im MDax notierte Unternehmen ein Ergebnis von 150 bis 190 Millionen Euro prognostiziert. 2017 hatte es noch zu rund 215 Millionen Euro gereicht. Für das laufende Jahr setzt sich Zalando auch wieder höhere Ziele und will zwischen 175 und 225 Millionen Euro verdienen.

Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von knapp 5,4 Milliarden Euro und einem bereinigten Betriebsgewinn von 160 Millionen Euro gerechnet. Wegen der Fokussierung auf die Kosten reichte es von Oktober bis Dezember zu einem Betriebsgewinn von knapp 118 Millionen Euro. Auch das Umsatzwachstum fiel mit 24,6 Prozent so stark aus wie in den vorangegangenen drei Quartalen nicht. Die Zahl der Kunden stieg auf mehr als 26 Millionen. Inzwischen ist Zalando in 17 Ländern aktiv.

Ab April sollen zwei neue Mitglieder den bisher dreiköpfigen Vorstand stärken. Dann wird David Schröder die Finanzen verantworten und Jim Freeman wird Technologiechef. Ins Geschäft sollen erneut rund 300 Millionen Euro investiert werden - vor allem in den Ausbau der Logistik und Technologie.

Börsengang drückt Aston Martin in rote Zahlen

Der britische Luxussportwagenbauer Aston Martin ist im vergangenen Jahr wegen der hohen Kosten für den Börsengang tief in die roten Zahlen gerutscht. Trotz stark gestiegener Verkäufe und einem dementsprechend höheren Umsatz habe unter dem Strich ein Minus von 57 Millionen Pfund (67 Mio Euro) nach einem Gewinn von 77 Millionen Pfund im Vorjahr gestanden, wie der unter anderem mit Ferrari und der VW-Tochter Porsche konkurrierende Autohersteller am Donnerstag in London mitteilte.

Grund dafür waren die Kosten von 136 Millionen Pfund für den Börsengang im Oktober. Für die Anleger waren die Papiere des Autobauers, der unter anderem durch James-Bond-Filme bekannt ist, bisher eine pure Enttäuschung. Ausgehend von ihrem Ausgabepreis von 1900 Pence ging es steil nach unten, zwischenzeitlich bis auf 1108 Pence. Der deutsche Autobauer Daimler ist noch mit rund 4 Prozent an den Briten beteiligt.

Aston Martin steht in puncto Absatz und Marge weiter im Schatten des italienischen Herstellers Ferrari. Dies spiegelt sich auch in der Bewertung an der Börse wider. Während die Marktkapitalisierung der Briten seit dem Börsengang um 40 Prozent auf umgerechnet rund drei Milliarden Euro abstürzte, zog diejenige von Ferrari seit der Erstnotiz im Herbst 2015 um fast 150 Prozent auf 21 Milliarden Euro an.

Industriekonzern ABB mit Umsatzplus und Auftragswachstum

Der vor einer Neuausrichtung stehende Schweizer Industriekonzern ABB hat im vierten Quartal 2018 Umsatz und Auftragseingang gesteigert, aber weniger Gewinn erzielt als ein Jahr zuvor. Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich der Auftragseingang gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorjahres um 7 Prozent auf 6,99 Milliarden US-Dollar, wie der Konzern am Donnerstag in Zürich mitteilte.

Der Umsatz sei im vierten Quartal auf vergleichbarer Basis um 5 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar gestiegen. Das Wachstumstempo aus dem dritten Quartal wurde damit knapp gehalten. Der Reingewinn ist den Angaben zufolge um 19 Prozent auf 317 Millionen Dollar gefallen. Hier schlugen diverse Sondereffekte durch. Die Dividende soll dennoch auf 0,80 von 0,78 Franken je Aktie erhöht werden.

ABB hatte den Verkauf seiner Stromnetzsparte an die japanische Hitachi im Dezember auf den Weg gebracht und will sich in der Folge neu aufstellen. Der Verkaufsprozess verlaufe nach Plan, hieß es nun. Eine neue Firmenstruktur mit vier Divisionen werde im April eingeführt. ABB führt die Stromnetzsparte nun unter der Rubrik „nicht mehr fortgeführte Geschäfte“ und hat sein Zahlenwerk zur Vergleichbarkeit entsprechend angepasst.

Dürr verspricht Besserung nach Gewinneinbruch

Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr hat der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr einen Anstieg des operativen Gewinns in Aussicht gestellt. Auch dank eines Zukaufs will der Spezialist für Autolackieranlagen und Holzverarbeitungsmaschinen 2019 beim Umsatz die Schwelle von vier Milliarden Euro schaffen. Die Ebit-Marge soll auf 6,5 bis 7,0 Prozent steigen nach einem Rückgang um fast zwei Prozentpunkte auf 6,0 Prozent 2018, kündigte Dürr am Donnerstag an. Der Konzern litt im vergangenen Jahr unter einer Flaute im Autozuliefergeschäft und dem Verkauf des defizitären Gasturbinengeschäfts.

An der Börse schoss die Dürr-Aktie zu Handelsbeginn um sechs Prozent in die Höhe und zählten damit zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex MDax.

Das operative Ergebnis (Ebit) sank 2018 um 18,6 Prozent auf 233,5 Millionen Euro trotz eines leichten Umsatzanstiegs auf 3,93 Milliarden Euro. Das Nachsteuerergebnis brach ebenso stark wie das Betriebsergebnis ein auf 163,5 Millionen Euro. Mittlerweile zog der Auftragseingang aus der Autoindustrie aber wieder an. „Wir profitieren von steigenden Investitionen in Produktionstechnik für Elektroautos“, erklärte Vorstandschef Ralf Dieter. Der Markteintritt neuer Elektroautohersteller verschaffe dem Unternehmen neue Kunden wie Sokon oder Future Mobility Corporation aus China.

Für das laufende Jahr erwartet Dieter ein konstantes Investitionsniveau in der Autoindustrie, allerdings nur, wenn sich die Konjunktur nicht stärker als erwartet abkühle. Beim Auftragseingang peilt Dürr eine Spanne von 3,8 bis 4,1 Milliarden Euro an. Im vergangenen Jahr stiegen Auftragseingang und Erlöse leicht auf jeweils rund 3,9 Milliarden Euro, wobei Währungseffekte das Wachstum bremsten.

Aumann, Kion und Anheuser-Busch

Aumann ist nach Rekordgewinn vorsichtig für 2019

Der Spezialmaschinenbauer meldet für das abgelaufene Jahr Rekorde bei Umsatz und Gewinn: Die Erlöse stiegen um 38 Prozent auf 290 Millionen Euro. Im Segment Elektromobilität, wo Aumann Autobauer mit Fertigungstechnik für Elektromotoren beliefert, war es sogar ein Zuwachs von 72 Prozent auf 105 Millionen Euro. Der bereinigte Ebit-Gewinn stieg um 39,5 Prozent auf 29,3 Millionen Euro. Für 2019 ist Aumann vorsichtiger: Umsatz und Gewinn sollen leicht steigen.

Gabelstaplerhersteller Kion überrascht positiv mit Ergebnis und Dividende

Der Gabelstaplerhersteller Kion hat mit einem starken Schlussquartal die eigenen Konzernprognosen erfüllt und hebt die Dividende überraschend kräftig an. Der Umsatz stieg um 5,2 Prozent auf fast 8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Ohne Wechselkurseffekte hätte der Erlös um 7,5 Prozent zugelegt. Unter dem Strich stand mit 401,6 Millionen Euro zwar weniger Gewinn als vor einem Jahr mit 422,5 Millionen Euro - damals schlug aber auch die US-Steuerreform mit einem Sonderertrag von 92 Millionen Euro zu Buche. Die Dividende will Kion unerwartet deutlich von 99 Cent auf 1,20 Euro je Aktie anheben.

„Wir haben 2018 wiederum ein starkes Wachstum gezeigt“, zog Finanzchefin Anke Groth Bilanz. Das starke Auftragsbuch sei ein hervorragendes Fundament für 2019. Die weltweiten Investitionen in Lagerkapazitäten dürften auf einem hohen Niveau bleiben, hieß es.

Anheuser-Busch optimistisch für 2019

Der weltgrößte Bierhersteller mit Marken wie Budweiser, Corona oder Stella Artois zeigte sich nach einem Ergebnisanstieg im vierten Quartal auch für 2019 optimistisch. Der Umsatz pro Hektoliter solle aufgrund einer größeren Nachfrage der Verbraucher nach Premium-Bieren sowie höheren Preisen stärker steigen als die Inflation, teilte Anheuser-Busch mit. Die Kosten würden dagegen langsamer zulegen. Der operative Gewinn (EBITDA) erhöhte sich im vierten Quartal um zehn Prozent auf 6,17 Milliarden Dollar.

IAG verdient trotz hoher Kerosinkosten deutlich mehr

Die British-Airways-Mutter IAG hat 2018 dank einer hohen Nachfrage und trotz höherer Kerosinkosten deutlich mehr verdient. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 2,9 Milliarden Euro und damit 44 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte.

Der Umsatz zog um sieben Prozent auf 24,4 Milliarden Euro an. Im laufenden Jahr rechnet IAG mit weiteren Zuwächsen beim Passagieraufkommen. Zudem sollen die Kosten weiter sinken - zumindest, wenn man mögliche Steigerungen beim Kerosin ausklammert.

Zu IAG gehören neben British Airways auch die spanischen Fluggesellschaften Iberia und Vueling sowie die irische Aer Lingus. Das Unternehmen hatte am Donnerstag zudem bekanntgegeben, dass es einen Teil der Flotte durch neue Boeing-Flugzeuge ersetzt - Airbus hatte dabei das Nachsehen.

Logistikkonzern Panalpina verdient mehr - Dividende stabil

Der Schweizer Logistikkonzern hat im Jahr 2018 trotz des Handelsstreits zwischen den USA und China mehr verdient. Der Gewinn stieg um 32 Prozent auf 75,7 Millionen Franken. Trotzdem will das mit einem Übernahmeangebot vom dänischen Konkurrenten DV konfrontierte Unternehmen die Dividende stabil halten und wie im Vorjahr 3,75 Franken je Aktie ausschütten. Panalpina setze auf „beschleunigtes, substanzielles organisches und externes Wachstum“. Zum Stand des Übernahmeangebots äußerte sich das Unternehmen nicht.

Carrefour will Umbau beschleunigen - wieder hoher Verlust

Bei Europas größtem Handelskonzern Carrefour hinterlässt der Konzernumbau weiter tiefrote Zahlen. So fiel im vergangenen Jahr ein Verlust von 561 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Donnerstag in Boulogne-Billancourt nahe Paris mitteilte. Das Minus war damit noch einmal 30 Millionen Euro höher als im vergangenen Jahr. Den Sparplan bis 2022 will der Konzern schneller vorantreiben.

Die Trennung von 273 ehemaligen Dia-Supermärkten wurde 2018 abgeschlossen. Mit der Umstrukturierung will Carrefour auch Personal einsparen. Im vergangenen Jahr schloss der Konzern daher freiwillige Auflösungsverträge mit 2400 Mitarbeitern am französischen Hauptsitz sowie jeweils 1000 Mitarbeitern in Argentinien und Belgien ab.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf 3,47 Milliarden Euro. Der Nettoumsatz sank um knapp vier auf 76 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Seinen strategischen Umbau will Konzernchef Alexandre Bompard weiter vorantreiben. Dabei sollen die Kosten um 2,8 Milliarden Euro statt der zuvor angekündigten 2 Milliarden Euro jährlich reduziert werden. Bis 2022 will Carrefour zudem jeweils 5 Milliarden Euro Umsatz im Internethandel und mit Bio-Produkten erzielen.

Außerdem sollen bis dahin nicht strategisch wichtige Immobilien in Höhe von 500 Millionen Euro verkauft werden. Geplant ist auch, die Verkaufsfläche weltweit um rund 400 000 Quadratmeter zu verkleinern.

Mit dem Umbau reagiert Carrefour auf die veränderten Einkaufsgewohnheiten vieler Kunden. Konkurrenz durch Online-Anbieter und spezialisierte Händler machen dem Konzern das Leben schwer, ebenso wie ein Preiskrieg mit den anderen französischen Supermarkt-Rivalen.

Freenet erwartet 2019 bestenfalls stabilen Gewinn

Dank eines Verkaufserlöses hat der Telekommunikationskonzern Freenet im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Betriebsgewinn gesteigert. Der Ebitda-Gewinn ohne die Schweizer Beteiligung Sunrise wuchs um 8,1 Prozent auf 441,3 Millionen Euro - darin enthalten sind knapp 40 Millionen Sonderertrag aus dem Verkauf von Aktivitäten der Tochter Media Broadcast. Der Umsatz wuchs um 152 Millionen Euro auf 3,659 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Für 2019 strebt Freenet stabile Umsätze und mit 420 bis 440 Millionen Euro einen bestenfalls unveränderten Ebitda-Gewinn an.

An der Börse verloren Freenet-Aktien nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen 3,5 Prozent. Die Analysten des Bankhauses Jefferies schrieben, Freenet habe ein kompliziertes Quartal hinter sich. Der Ausblick für 2019 liege im Rahmen des Erwarteten. Freenet werde möglicherweise zusätzliche Liquidität für die milliardenschwere Kapitalerhöhung der Schweizer Mobilfunk-Beteiligung Sunrise aufbringen müssen, mit der diese den Kauf des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz für 6,3 Milliarden Franken refinanzieren wolle.

Erste Group, Pfandbriefbank und LBBW

Wirtschaftsboom in Osteuropa stimmt Erste Group zuversichtlich

Das Wiener Geldhaus Erste Group blickt nach einem Rekordgewinn samt höherer Dividende optimistisch auf seine Geschäfte in den Kernmärkten Osteuropas. Unterstützt von der brummenden Konjunktur und einem erwarteten Kreditwachstum im mittleren einstelligen Bereich sollen die Erträge 2019 stärker wachsen als die Kosten, kündigte Österreichs größte Bank an. Für den Betriebsgewinn erwartet sie einen weiteren Anstieg.

Die Erste Group betreibt mit rund 48.000 Mitarbeitern über 2600 Filialen in sieben Ländern. Sie zählt mit gut 16 Millionen Kunden zu den größten Kreditgebern in Osteuropa. Im laufenden Jahr erwarten die Österreicher weitere Zuwächse im Kerngeschäft. Der Zinsüberschuss soll steigen und auch für die zweite wichtige Einnahmequelle, das Provisionsergebnis, werde ein leichtes Plus erwartet. Die Risikokosten sollen auf einem historisch niedrigen Niveau bleiben, gegenüber dem Vorjahr aber leicht steigen. Bei der Eigenkapitalrendite (ROTE) bleibt die Bank vage und spricht von über elf Prozent. 2018 waren es 15,2 Prozent gewesen, Marktteilnehmer hatten mit mehr gerechnet.

Für 2018 meldete die Bank einen Zuwachs beim Zinsüberschuss von 5,3 Prozent, der Provisionsüberschuss legte um 3,1 Prozent zu. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um knapp neun Prozent auf 2,73 Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg der Gewinn um mehr als ein Drittel auf 1,8 Milliarden Euro. Profitiert habe das Institut von der Auflösung von Risikovorsorgen und niedrigen Steuern. Der Anteil der faulen Kredite schrumpfte auf 3,2 Prozent nach zuvor 4,0 Prozent. Aktionäre sollen eine Dividende von 1,40 (Vorjahr: 1,20) Euro je Aktie erhalten.

Dämpfend auf die Geschäfte wird sich der Bank zufolge die neue Bankensteuer in Rumänien auswirken. Noch sei aber nicht klar, in welchem Ausmaß. Derzeit führe man Verhandlungen und es sei sehr wahrscheinlich, dass sich die Situation kläre, sagte Bankchef Andreas Treichl in einer Telefonkonferenz. Die Regierung will die Vermögenswerte der Banken in Abhängigkeit der Höhe des rumänischen Interbanken-Zinssatzes Robor besteuern. Aktuell könnte sich die Abgabe auf bis zu 1,2 Prozent der Bilanzsumme belaufen. Der Erste Group gehört in Rumänien mit der BCR die zweitgrößte Bank mit einer Bilanzsumme von rund elf Milliarden Euro. Treichl sagte kürzlich, dass die Steuer „keine Kastrophe“ sei. Man werde weiterhin in dem Land etwas verdienen, sagte der Manager, der mit 20 Jahren Amtszeit der dienstälteste Chef einer Großbank in Europa ist.

Pfandbriefbank verdient mehr als erwartet

Die Deutsche Pfandbriefbank (PBB) hat 2018 dank niedriger Refinanzierungskosten, wenig Kreditausfällen und einem strikten Sparkurs überraschend etwas mehr verdient. Der Gewinn vor Steuern sei im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 215 Millionen Euro gestiegen, teilte die im MDax notierte Bank mit. Experten hatten mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Wegen des nach wie vor sehr schwierigen Umfelds mit einem hohen Wettbewerbsdruck bleibt Bankchef Andreas Arndt mit Blick auf das laufende Jahr gewohnt vorsichtig. Er rechnet damit, dass der Vorsteuergewinn auf 170 bis 190 Millionen Euro zurückgehen wird. Der Ausblick liegt damit im Rahmen der Analystenerwartungen, die im Schnitt bisher mit 180 Millionen Euro rechnen.

Besser als erwartet fällt die Dividende für das vergangene Jahr aus. Die Ausschüttung soll zwar von 1,07 Euro für 2017 auf einen Euro sinken. Experten hatten aber mit einer stärkeren Absenkung gerechnet.

Gewinn der LBBW steigt auf mehr als 550 Millionen Euro

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat im vergangenen Jahr dank einer stärkeren Kreditvergabe und weniger Verwaltungskosten ihren Gewinn abermals gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern kletterte 2018 um 8,4 Prozent auf 558 Millionen Euro. Nach Steuern blieben davon 420 (Vorjahr: 419) Millionen Euro übrig, wie das Institut am Montag mitteilte. 250 Millionen Euro will die größte deutsche Landesbank an ihre Träger ausschütten - die Sparkassen im Südwesten Deutschlands. Wichtigste Gewinntreiber waren das Geschäft mit Unternehmen und der Immobilienbereich.

Während das Kapitalmarktgeschäft unter den Schwankungen an den Börsen litt und einen deutlichen Gewinnrückgang verkraften musste, kehrte das Privatkundengeschäft in die schwarzen Zahlen zurück. Für das laufende Jahr rechnet LBBW-Chef Rainer Neske abermals mit einem Vorsteuergewinn „in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags.“

Lkw-Zulieferer Jost profitiert von gutem US-Geschäft

Der Lkw-Zulieferer hat dank hoher Nachfrage und neuer Kunden in den USA 2018 Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis erreicht. Das bereinigte Ebit stieg um 6,3 Prozent auf 81,3 Millionen Euro bei einem Umsatz von 755 Millionen Euro (währungsbereinigt plus zehn Prozent). Steigende Kosten für Stahl und Logistik seien weitgehend ausgeglichen worden. Jost erzielte einen Nettogewinn von 53,5 Millionen Euro nach einem Verlust von fast 63 Millionen Euro im Vorjahr.

Alstria, Steinhoff und BAT

Gewinn von Büroimmobilien-Vermieter Alstria stagniert

Die Bereinigung des Immobilienbestands hat den Gewinn des Büro-Vermieters Alstria Office im vergangenen Jahr erneut stagnieren lassen. Auch 2019 erwartet das Hamburger Unternehmen keine großen Sprünge, wie der Konzern am Mittwochabend mitteilte. 2018 verbesserte sich das operative Ergebnis (FFO) leicht auf 114,7 (Vorjahr: 113,8) Millionen Euro, der Umsatz sank auf 193,2 (193,7) Millionen Euro.

Wie zahlreiche Konkurrenten profitierte auch Alstria Office vom boomenden deutschen Immobilienmarkt, der Wert des Portfolios stieg um 18 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Die positiven Bewertungseffekte trieben den Nettogewinn um 77,6 Prozent auf 527,4 Millionen Euro in die Höhe. Die Dividende will Alstria Office mit 0,52 Euro je Aktie stabil halten.

Für 2019 erwartet Alstria Office trotz steigender Mieten einen leichten Rückgang des FFO auf 112 Millionen Euro. Der Umsatz werde voraussichtlich auf 190 Millionen Euro sinken.

Bericht über Bilanzskandal bei Steinhoff soll bald fertig sein

Spätestens Mitte April soll Licht ins Dunkel des milliardenschweren Bilanzskandals beim südafrikanisch-deutschen Möbelkonzern Steinhoff kommen. Die Wirtschaftsprüfer von PwC seien mit ihrer Untersuchung so gut wie fertig, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Stellenbosch bei Kapstadt mit. Mitte März sollen die Ergebnisse dem Aufsichtsrat vorliegen, einen Monat später sollen sie auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Unternehmen mit Wurzeln in Westerstede bei Bremen hat umgerechnet 10,5 Milliarden Euro auf seine Beteiligungen abgeschrieben, weil diese sich als überbewertet entpuppten. Das brachte den Konzern in Schieflage.

Von den Möbelhaus-Ketten Poco in Deutschland und Kika/Leiner in Österreich hat sich Steinhoff im Zuge der Sanierung schon getrennt. Das verbliebene Geschäft leide unter der Existenz-Krise. „Die Liquiditätsengpässe und der Vertrauensverlust wirken sich immer noch auf das Geschäft aus“, räumte Vorstandschef Louis du Preez ein. Zuwächse in der afrikanischen Einzelhandels-Sparte Pepkor hätten die Einbußen beim Möbelhändler Conforama in Frankreich, beim Matratzenhändler Mattress Firm in den USA und in Asien wettgemacht. In den drei Monaten von Oktober bis Dezember sei der Umsatz um drei Prozent auf 4,7 Milliarden Euro gestiegen.

An der Börse ist Steinhoff noch knapp 600 Millionen Euro wert. In Frankfurt gab die Aktie um 3,8 Prozent nach und war noch 13 Cent wert. Vor 15 Monaten waren es noch 20-mal so viel gewesen.

Tabakhersteller BAT mit Umsatz- und Gewinnsprung dank Übernahme

Der britische Tabakkonzern BAT hat dank der Übernahme des Camel-Herstellers Reynolds im Jahr 2018 deutlich zugelegt. Die Erlöse stiegen um gut 25 Prozent auf 24,5 Milliarden Pfund (28,6 Mrd Euro), wie BAT am Donnerstag in London mitteilte. Die Briten hatten 2017 den US-Rivalen Reynolds übernommen und waren so zur Nummer eins der Branche aufgestiegen.

Der operative Gewinn stieg im abgelaufenen Jahr um gut 45 Prozent auf 9,3 Milliarden Pfund, wie der Hersteller von Pall-Mall- und Lucky-Strike-Zigaretten weiter mitteilte. Druck von der Währungsseite schmälerte dennoch die Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn. BAT gab auch einen Wechsel im Vorstand bekannt: Neuer Finanzdirektor soll Tadeu Marroco werden, wenn der jetzige Amtsinhaber Ben Stevens im August zurücktritt.

Da der weltweite Zigarettenabsatz sinkt, setzt der Konzern wie die Konkurrenz auch auf neue Produkte jenseits des Tabaks, wie die elektronische Zigarette. Hier gibt es für die Hersteller Gegenwind durch die US-Regierung.

Die US-Regierung will den Verkauf bestimmter E-Zigaretten nach einer dramatischen Zunahme des Konsums unter Jugendlichen stärker regulieren. Nach Plänen der Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA sollen einige aromatisierte E-Zigaretten nur noch in Läden verkauft werden, in die Jugendliche unter 18 Jahren entweder gar keinen Zutritt haben oder in denen es Bereiche gibt, wo sie sich nicht aufhalten dürfen. Menthol- und Mintgeschmacksrichtungen sollen von den Einschränkungen ausgenommen werden. BAT ist nach eigenen Angaben bei diesem Thema zuversichtlich, mit den Vorschlägen der FDA umzugehen.

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