Abtasten in Apple-Optik Flughafen Köln/Bonn testet neue Sicherheitschecks

Wer dringend seinen Flug erwischen muss, fürchtet sie: lange Schlangen an der Sicherheitskontrolle. Der Flughafen Köln/Bonn testet nun ein neues Kontrollsystem. Das Ziel: mehr Effizienz. Schöner aussehen soll es auch.

Was als Erstes auffällt im Terminal 1 des Flughafens Köln/Bonn ist die neue Farbe. Dieses Weiß, das die neue Personen- und Handgepäckskontrolle ziert, es kommt irgendwie bekannt vor. Günter Krings ist das auch aufgefallen. „Ich habe schon gefragt, ob man für die Farbe Lizenzgebühr an ein Unternehmen im Westen von Amerika zahlen muss“, sagt der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Dort sitzt Apple, der Konzern, der die berühmten weißen iPhones anbietet.

Die Farbe ist allerdings nur einer von vielen Punkten, der die neue Anlage offensichtlich von anderen Modellen unterscheidet. Mitte November wurde sie enthüllt, wenig später geht sie am Flughafen Köln/Bonn in den Testbetrieb - und soll nichts weniger als eine kleine Revolution sein. Angeschoben wurde sie vom Bundesinnenministerium und vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Das Ziel: die Sicherheitschecks am Flughafen „einfacher, effizienter und zugleich angenehmer“ zu machen. Man könnte auch sagen: weniger nervenzehrend. Dafür wurde nicht nur die Technik überarbeitet, sondern auch die Abläufe.

Konkret bedeutet das etwa, dass erfahrene Vielflieger mit reichlich Kontroll-Erfahrung flugs Passagiere überholen können, die etwas länger brauchen, weil sie zum Beispiel erst mal alle Münzen aus den Hosentaschen nesteln müssen. Am Anfang des Bandes, auf den man das Handgepäck legen muss, gibt es dafür fünf nebeneinander angeordnete Stationen. Dort werden automatisch Wannen bereitgestellt. Wer keine Hilfe braucht, nicht mehr herumkramen muss und schnell weiter will, kann seine Tasche einfach in eine der Wannen legen und weiter zum Körperscanner gehen.

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Flughafen Berlin‐Tegel Quelle: Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
Köln Bonn Airport Quelle: Köln-Bonn GmbH
Düsseldorf Airport Quelle: dpa
Hamburg Airport Quelle: Michael Penner
Flughafen Stuttgart Quelle: Presse
Airport Nürnberg Quelle: Presse
Bremen Airport Quelle: Flughafen Bremen

Auch dort geht es nun etwas flotter zu. Der Scanner braucht weniger als eine Sekunde, die Arme müssen nicht mehr über den Kopf gehalten werden. Wer die Schuhe ausziehen muss, findet dafür eine „eigene Sitzinsel“, wie ein Werbefilm für das Konzept verspricht. So hält der Passagier nicht andere Reisende auf. Das gesamte Areal ist zudem luftiger gestaltet, als die manchmal arg engen herkömmlichen Kontrollbereiche.

Die Sicherheitskontrollen seien in der Regel der Ort, an dem an einem Flughafen der meiste Stress entstehe, berichtet Flughafenchef Michael Garvens. Er spricht daher von einem „Quantensprung“. Ähnlich euphorisch äußert sich Karsten Benz, Leiter der Konzernsicherheit bei der Lufthansa: „Wir haben den Kontrollprozess komplett neu definiert.“

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Lufthansa Quelle: dpa
Platz 11 - All Nippon Airways (Japan)All Nippon Airways ist die größte Fluggesellschaft Japans und Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance. Die Flottenstärke beträgt aktuell 213 Flugzeuge. Quelle: dpa
Japan Airlines (JAL) Quelle: REUTERS
Platz 9 - Qantas Airways (Australien)Qantas Airways ist die nationale Fluggesellschaft Australiens und Mitglied der Luftfahrtallianz oneworld. Die Fluggesellschaft wurde 1920 gegründet und verfügt über 118 Flugzeuge. Quelle: REUTERS
Etihad Airways Quelle: AP
Emirates Quelle: REUTERS
Eva Air Quelle: REUTERS

Ein Argument, etwas zu verändern: Es gibt mehr Passagiere. In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg die Zahl der Reisenden an Airports bundesweit um 2,9 Prozent auf 103,3 Millionen. Da die Flughäfen aber nicht gleichzeitig mehr Fläche zur Verfügung haben, ist eine flotte und effiziente Kontrolle wichtig. Mal abgesehen davon, dass der Vorgang bislang nicht im Verdacht stand, von Passagieren als besonders entspannend empfunden zu werden. Die Frage ist nun, ob sich daran mit dem als „smart“ gepriesenen neuen Modell etwas verändern lässt.

Wie viel effizienter das neue System wirklich arbeitet, soll ein halbes Jahr lang erprobt werden. Parallel fertigt der Flughafen Köln/Bonn Passagiere aber auch noch auf die bekannte Methode ab. Die Zahl der Mitarbeiter soll an der neuen Station unverändert bleiben. Läuft der Test gut, rechnen die Verantwortlichen mit dem Einsatz auf weiteren Flughäfen.

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