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Accor-Hotelgruppe "Marken sind das neue Kapital"

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Hotel mit Hamburger-Strategie

Accor-Chef Denis Hennequin Quelle: dapd

Geben Sie es doch zu: Sie haben sich noch nicht ganz von Ihrer fast 30-jährigen McDonald’s- Karriere gelöst. Glauben Sie wirklich, Sie könnten der Hotellerie mit alten Marketingparolen aus der Fast-Food-Branche zu neuem Schwung verhelfen?

Warum nicht? Einiges von der Strategie einer Weltmarke wie Mc-Donald’s lässt sich auf die Hotellerie übertragen. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass die Marke wichtiger ist als Immobilienbesitz. Nur mit einer starken internationalen Marke kann man weltweit erfolgreich sein. Früher bestand das Kapital aus Fabriken und Maschinen, heute sind Marken das neue Kapital. McDonald’s hat außerdem gezeigt, wie man sein Angebot den
Bedürfnissen unterschiedlicher Nationalitäten und Kundensegmente anpassen kann. Accor ist eine starke Marke, aber wir müssen sie mit neuem Leben erfüllen. Wir müssen unser Angebot internationalisieren, wo nötig, aber auch den jeweiligen Märkten anpassen.

Der erste Baustein Ihrer neuen Strategie ist die Neuordnung des Angebots in der Economy-Hotellerie. In diesem Segment treten Sie bisher mit sechs unterschiedlichen Marken an, die zum Teil nur regional bekannt sind. Was haben Sie vor?

Das Economy-Segment ist zwar unser Kerngeschäft und bringt rund die Hälfte aller Umsätze, aber wir haben zu viele Marken, und nicht alle erreichen die kritische Masse, um sich durchsetzen zu können. Darum werden wir die Marken All Seasons, Etap und Formule 1 restrukturieren, gleichzeitig stärken wir die Hauptmarke ibis und machen sie zur tragenden Säule unserer Economy-Sparte. Die bisher gut 900 ibis-Hotels weltweit behalten ihren Namen. Die Hotels der drei anderen Budgetmarken werden umbenannt: All Seasons wird zu ibis styles, Etap und Formule 1 zu ibis budget. Wenn das Rebranding abgeschlossen ist, gibt es weltweit rund 1600 ibis-, ibis-styles- und ibis-budget-Hotels.

Was wird der Gast vorfinden, wenn er künftig ein ibis-Hotel bucht?

Kommt ganz drauf an. Die standardisierten Konzepte von ibis und ibis budget werden modernisiert – sowohl im Zimmer als auch in den öffentlichen Bereichen. Bei ibis styles haben unsere Franchisenehmer auch weiterhin mehr Freiheiten in der Gestaltung. Für alle gemeinsam gibt es neue, bequemere Betten. Allein in Deutschland wechseln wir bis Ende des Jahres fast 5000 Betten. Deshalb haben wir auch für alle Marken der ibis-Familie das Kopfkissen als Logo gewählt.
Die beiden anderen Billigmarken Hotel F1 und Motel 6 wollen Sie dagegen weiterführen. Ist das nicht irgendwie inkonsequent?

Nein. Das Hotel-F1-Konzept als Einstiegsangebot mit Gemeinschaftsbädern für jeweils vier Zimmer funktioniert nur in Frankreich, und dort werden wir es auch ausbauen. Und Motel-6-Hotels wird es nur auf dem nordamerikanischen Markt geben.

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