Air Berlin Codeshare-Verhandlungen drohen zu scheitern

Exklusiv

Am Sonntag startet der neue Winterflugplan. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft könnte einen Teil ihrer Gemeinschaftsflüge mit Etihad verlieren. Die Gespräche zwischen der Bundesregierung und den Emiraten stocken. Für Air Berlin wäre ein Scheitern existenzbedrohend.

Ein Großteil der Gemeinschaftsflüge von Etihad Airways und Air Berlin steht auf der Kippe. Quelle: dpa

Die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) über die Codeshare-Flüge von Air Berlin und Etihad drohen zu scheitern. Die Gespräche seien „bisher ohne Ergebnis verlaufen“, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums auf Anfrage der WirtschaftsWoche. „Den Anstrengungen der Bundesregierung, eine luftverkehrsrechtlich tragfähige Lösung zu finden, haben sich die VAE verweigert.“ Damit droht der angeschlagenen Air Berlin in den kommenden Monaten ein herber Umsatzverlust.

Aufstieg und Niedergang von Air Berlin
Kim Lundgren (l), Mitgründer und Präsident der 'Air Berlin Inc.' und Pilot, mit seinem Sohn Shane Lundgren, ebenfalls Pilot bei Air Berlin Inc. Quelle: airberlin
Joachim Hunold Quelle: airberlin
Einstieg ins Linienfluggeschäft Quelle: airberlin
Service an Bord von Air Berlin 2003 Quelle: airberlin
Niki Lauda (2009) Quelle: dpa
Airbus A 320 (2005) Quelle: airberlin
dba Air Berlin Quelle: AP

Am 25. Oktober beginnt der Winterflugplan. Die Fluggesellschaft erwirtschaftet bis zu 150 Millionen Euro pro Jahr, weil Großaktionär Etihad die Air-Berlin-Flüge von Abu Dhabi nach Berlin und Stuttgart sowie weitere Air-Berlin-Flüge vor allem ab Berlin und Düsseldorf im Fernen Osten wie Etihad-Flüge verkauft. Die VAE halten diese Flüge für rechtens.

Das Air-Berlin-Problem in Zahlen

Die Bundesregierung sieht das anders. „Der Vertrag über die Luftverkehrsbeziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den VAE erlaubt nicht alle beantragten Code-Share-Flüge“, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium. Die Rechtslage „ist und bleibt eindeutig“. Betriebsräte hatten sich vor wenigen Tagen in einem dramatischen Appell an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gewandt und darin gewarnt, dass der Wegfall der Einnahmen aus den Gemeinschaftsflügen für Air Berlin „existenzbedrohend“ sei. Noch gibt es Hoffnung: „Die Bundesregierung ist weiterhin offen für Gespräche mit den VAE“, so ein Sprecher.

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