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Air Berlin Die verborgenen Seiten des Etihad-Deals

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Eine der letzten Rettungsaktionen

Zum Zweiten ist die Niki-Übernahme Teil eines größeren Umbaus. Etihad wird den überteuert gekauften Anteil an Niki direkt in eine neue Ferien-Linie einbringen. In das Unternehmen mit dem Arbeitstitel Blue Sky bringt auch der Reisekonzern TUI seine 14 bislang an Air Berlin verleasten Maschinen ein und bekommt damit wie Etihad rund ein Viertel des neuen Unternehmens. Die Mehrheit hält die Niki Privatstiftung, die bisher formal auch die Mehrheit an Niki gehalten hat. Nur so kann die Linie als österreichische Linie gelten und ungehindert ins Ausland fliegen. Präsident der Stiftung ist derzeit noch Pichler, der den Posten nach mit Abschluss der Transaktion abgeben soll. Die neue Linie soll ab April 2017 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Ziele rund ums Mittelmeer und auf den kanarischen Inseln anfliegen. Dazu zählen auch die Flüge nach Mallorca, mit denen Air Berlin in den neunziger Jahren groß wurde.

Was Air Berlin in der Flotte hat
Air Berlin rühmt sich, ein der jüngsten Flotten Europas zu haben. Durch den regelmäßigen Austausch bleibe man technisch stets auf dem neuesten Stand und könne so gewährleisten, dass die Flotte sparsam, sicher und umweltschonend bleibe – heißt es zumindest auf der Air-Berlin-Homepage. Doch das ist nur die eine Seite: Die Flugzeuge können so häufig ausgetauscht werden, weil Air Berlin die Flugzeuge gar nicht mehr besitzt: Im Juli wurde bekannt, dass die Airline das letzte eigene Flugzeug verkauft hat und nur noch mit geleasten Flugzeugen unterwegs ist. Was alles in Air-Berlin-Lackierung durch die Lüfte fliegt. Quelle: PR
Airbus A319Anzahl: 11 Sitzplätze: 150 Reichweite: 5.560 Kilometer Der kleinste Airbus in der Air-Berlin-Flotte ist die A319. Stand Ende Juni sind elf Exemplare im Dienst. Quelle: PR
Airbus A320Anzahl: 60 Sitzplätze: 180 Reichweite: 5.500 Kilometer Das Rückgrat der Air-Berlin-Flotte bildet die A320. Insgesamt 60 Flugzeuge dieses Typs sind in Europa auf der Kurz- und Mittelstrecke unterwegs. Quelle: PR
Airbus A321Anzahl: 23 Sitzplätze: 210 Reichweite: 5.700 Kilometer Von der gestreckten Version der A320, der A321, hat Air Berlin 23 Exemplare im Dienst. Quelle: PR
Airbus A330Anzahl: 14 Sitzplätze: 290 Reichweite: 12.300 Kilometer Die A330 hat mit über 12.000 Kilometern die größte Reichweite in der Air-Berlin-Flotte. Folglich kommen die 14 Exemplare vor allem bei den Transatlantikflügen zum Einsatz. Quelle: PR
Bombardier Q400Anzahl: 17 Sitzplätze: 74/76 Reichweite: 2.522 Kilometer Die Turboprop-Maschinen aus dem Hause Bombardier decken die Kurzstrecken- und Regionalflüge ab. Die Propeller-Maschine ermöglicht es Air Berlin, Frequenzen auf einigen Strecken zu geringeren Kosten zu erhöhen – entweder zwischen kleineren Städten oder als Zubringer zu den Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf. Quelle: PR
Aussortiert: Boeing 737-700/-800Anzahl: 5/17 Sitzplätze: 144/186 Reichweite: 6.110/5.420 Kilometer Zu Hochzeiten hatte Air Berlin bis zu 45 Exemplare aus zwei Varianten der 737-Baureihe von Boeing in Betrieb. Um die Wartungs- und Ausbildungskosten zu senken, entschied die Airline allerdings 2014, die Boeing-Flieger zu verkaufen und künftig einheitlich auf Airbus zu setzen. Die Auslistung sollte Ende 2016 abgeschlossen sein. Quelle: PR

Ebenfalls im Frühjahr will Air Berlin dann 40 Maschinen an die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian vermieten. Das ist freilich noch nicht sicher. Die Verhandlungen sollten zwar in den kommenden zwei Wochen abgeschlossen werden. Doch zuletzt waren sich beide Lager noch nicht einig, vor allem wann wieviel Lufthansa für die Maschinen an Air Berlin zahlt.

Dritter und am schwersten auszumachender Teil des Deals ist eine Art Gesichtswahrung für Etihad-Chef James Hogan. Denn der Aufbau von Blue Sky vergrößert das Herrschaftsgebiet der arabischen Fluglinie erneut, erschließt der  Airline neue Kundschaft und lässt sich damit als eine Art Investition in die Zukunft rechtfertigen.

Das kann der Australier, der in der vorigen Woche seinen 60. Geburtstag feierte, gut brauchen. Denn er steht laut Insidern bei seinen Eigentümern in Abu Dhabis unter wachsendem Druck. Das unter der Marke Etihad Partners zusammengekaufte Reich aus Etihad und Minderheitsbeteiligungen an derzeit sechs Fluglinien schreibt wachsende Verluste. Zwar waren nicht alle Beteiligungen Verlustbringer. „Doch wenn eine Beteiligung Geld verdiente wie die irische Aer Lingus oder Virgin Australia, wurde Hogan sie wieder los“, so der Insider. 

Bislang rechtfertigte Hogan das damit, dass die Gruppe die Marke Etihad weltweit bekannt gemacht habe. „Die Ausgaben“ so Hogan zu den Milliardenzuschüsse in die Partnerlinien, „liegen unter dem was wir hätten ausgeben müssen, um Etihad mit Hilfe von Werbe- und Marketingkampagne so bekannt zu machen wie wir heute sind.“.

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Doch das zieht bei Hogans Gesellschaftern offenbar immer weniger. Denn auch wenn die lückenhaften Geschäftsberichte Profite anzeigen: auch nach gut zehn Jahren mit Hogan als Chef ist Etihad laut Insidern von einem echten Gewinn weiter entfernt denn je. „Da neigt sich auch die Gelassenheit der nicht für übertriebene Geduld bekannten Herrscher-Familie Abu Dhabis dem Ende zu“, so der Insider. „Und wenn Hogan fällt, schwindet auch die Hoffnung auf neues Geld für Air Berlin.

Somit könnte der aktuelle Umbau mit der Filetierung von Air Berlin auch eine der letzten Rettungsaktionen durch Etihad sein.

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