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Air-Berlin-Tochter Was hinter dem Lauda-Deal bei Niki steckt

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"Dürfte nicht die Zukunft sein, die Lauda sich vorstellt"

Wann fliegt die neue Laudamotion?

Nach dem Zuschlag durch den österreichischen Gläubigerausschuss kündigte Lauda am Dienstag an, dass die sanierte Gesellschaft Ende März mit zunächst 15 Maschinen an den Start gehen werde. Sie soll den neuen Namen Laudamotion tragen. "Wir wollen das Lufthansa-Monopol in Wien beenden", lautet eine seiner Ankündigungen. Darum soll die neue Airline vor allem von österreichischen Städten aus abheben.

Thomas Cook kündigte zum Neustart an, bei der neuen Gesellschaft größere Sitzkontingente zu buchen, wie man es zuvor auch bei Air Berlin oder Niki getan habe. Zugleich gebe es eine Anfrage der Laudamotion, sie beim Flugbetrieb mit verschiedenen operativen Dienstleistungen zu unterstützen, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Frankfurt. Die Airline-Tochter Condor könnte möglicherweise Crew-Planung, Wartung und die Überwachung des Flugbetriebs übernehmen. Aus Sicht der Analysten von Bernstein ist Niki 2.0 in jedem Fall vollkommen abhängig von dem Reiseriesen. "Da gibt es wenig zu managen", sagt Bernstein-Experte Daniel Roeska. Dazu ist die Linie auch zu klein, um selbst auf dem überschaubaren Österreich neben der mit 83 Jets deutlich größeren Austrian eine marktbestimmende Kraft zu werden. "Es dürfte nicht die Zukunft sein, die Niki Lauda vorgestellt hat", so Roeska. "Wir haben den Eindruck, dass die Lösung vor allem für den Gläubigerausschuss die beste ist, aber nicht für das Unternehmen."

Sind alle Arbeitsplätze gerettet?

Das ist unklar: Mit den angeblich zugesicherten 15 Flugzeugen wäre die Flotte der neuen Laudamotion nur rund halb so groß wie vor der Insolvenz. Zudem könnten einige Mitarbeiter freiwillig gehen – und so den für März geplanten Neustart gefährden. Betriebsratschef Stefan Tankovits war im Vorfeld des Gläubigerausschusses davon ausgegangen, dass alle 220 Piloten im Fall eines Zuschlags für Lauda kündigen würden. Lauda genießt laut Tankovits nicht den besten Ruf als Arbeitgeber. Als er Chef der Airline war, seien die Piloten bei einer Personalleasing-Firma angestellt gewesen.

Allerdings gebe es auch positive Aspekte im nun nachgebesserten Angebot des Airline-Gründers, meinte der Betriebsratschef. Lauda habe sich zum Standort bekannt, Gesprächsbereitschaft über einen Kollektivvertrag signalisiert sowie erklärt, dass alle rund 1000 Beschäftigten ein Angebot erhalten werden, sagte Tankovits im „Ö1-Morgenjournal“.

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Misstrauen gegen den neuen, alten Besitzer äußerte die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. „Lauda war in der Vergangenheit alles andere als ein Traumarbeitgeber“, sagte ein Sprecher. Bei einer Übernahme aus einer Insolvenz sei zu befürchten, dass die ohnehin schon bescheidenen Tarifbedingungen für das fliegende Personal der Niki noch weiter verschlechtert würden.

Welche Hürden muss der Deal noch nehmen?

Die insolvenzrechtlichen Genehmigungen in Österreich und Deutschland stehen noch aus. Hier wird aber eine schnelle Entscheidung erwartet. Offen ist noch, wie IAG sich in der neuen Situation verhält. Die Airline-Gruppe hatte einen Kaufvertrag abgeschlossen und bereits mehrere Millionen Euro in Niki gesteckt. Ob IAG nun Klage gegen den Verkauf an Lauda einreicht, ist noch unklar. Zumindest teilte IAG am Dienstag mit: "Wir sind enttäuscht, dass wir Niki nicht als Teil unserer Gruppe wieder stärken dürfen."

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