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Air-Berlin-Tochter Was hinter dem Lauda-Deal bei Niki steckt

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Welche Folgen der Deal für Deutschland hat

Was steckt hinter der Laudamotion GmbH?

Laudamotion ist der dritte Anlauf von Niki Lauda im Fluggeschäft. 1979 hatte die Formel-1-Legende erstmals eine Fluggesellschaft mit dem Namen "Lauda Air" gegründet. Über die Jahre expandierte Lauda Air zu einer internationalen Fluggesellschaft. Nach und nach stiegen die Lufthansa und Austrian Airlines ein, bis 2001 ausstieg. Bereits 2003 gründete er Flyniki – im Rahmen der Insolvenz des deutschen Ferienfliegers Aero Lloyd übernahm er deren Österreich-Tochter. 2011 übernahm Air Berlin die zwischenzeitlich in Niki umbenannte Airline.

Die bisherige Laudamotion hingegen ist eine auf Charterflüge spezialisierte Airline. Das Unternehmen wurde 2004 als Amira Air gegründet, um Privatflüge im gehobenen Segment anzubieten – die Flotte umfasst mehrere Business-Jets mit weniger als 19 Sitzplätzen. 2016 übernahm Niki Lauda Amira Air und benannte sie in Laudamotion um.

Was bedeutet der neue Deal für die Lufthansa?

Für Lufthansa ist der Deal geringfügig besser als eine Übernahme von Niki durch den British-Airways-Konzern IAG gewesen wäre. Zwar muss Konzernchef Carsten Spohr nun etwas mehr Wettbewerb in Österreich fürchten als zuvor.

Denn Lauda will vor allem in Wien gegen die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) antreten. Aber dafür dürfte der Druck in Deutschland etwas geringer sein als bei IAG. Denn während die Briten vor allem die schwache Deutschland-Präsenz ihrer Billigtochter Vueling stärken wollten, möchte Lauda seinen Kauf vor allem in seiner Heimat Österreich einsetzt.

Doch auch dort dürfte der Druck begrenzt sein. Denn anders als IAG kann sich Laudamotion keine großen Preiskämpfe leisten und schon gar nicht eine Attacke, wie sie Lufthansa nach einer Übernahme der Niki-Reste durch Ryanair zu fürchten gehabt hätte. Dazu wird Laudamotion wohl eher Feriengebiete anfliegen statt größeren Städten. Das hätte AUA und das Österreich-Geschäft des LH-Billigablegers Eurowings deutlich mehr getroffen.

Was bedeutet der Deal für die deutschen Kunden?

Für Ferienmacher aus Österreich ist der Vertrag gut, denn er sorgt für mehr Angebot und niedrigere Preise auf den Routen vor allem ans Mittelmeer. Für deutsche Urlauber ändert sich wenig. Zwar bedeutet die innerösterreichische Lauda-Lösung hierzulande etwas weniger Wettbewerb als es bei einer Übernahme der Niki-Rest durch Vueling der Fall gewesen wäre. Doch das dürfte erstmal kaum ins Gewicht fallen, weil nach der Pleite von Air Berlin viele Ferienflieger wie die Berliner Germania die Lücken vor allem bei den Urlauberstrecken geschlossen haben.

Was sich nun im Winter und dem kommenden Jahr ändert, lässt sich erst sagen, wenn das neue Flugprogramm feststeht. Doch auch dann machen die von Lauda befehligten 15 Jets keinen großen Unterschied angesichts der fast 100 neuen Flugzeuge, die die Billigriesen Easyjet, Norwegian, Ryanair und Wizzair in den kommenden Monaten in Betrieb nehmen.

Mit Material von dpa

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