Air Berlin und Etihad Bund genehmigt Codeshare-Flüge bis Januar

Neuer Aufschub für die Fluggesellschaften: Noch bis Mitte Januar dürfen Air Berlin und Etihad ihre 31 umstrittenen Strecken gemeinsam fliegen. Das hat die Bundesregierung am Freitag genehmigt.

Verlängerung für die Gemeinschaftsflüge: Air Berlin und Etihad sollen nun Zeit für eine organisatorische Lösung finden. Quelle: dpa

Die arabische Fluglinie Etihad darf nach einer Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums die umstrittenen Gemeinschaftsflüge mit Air Berlin bis Anfang 2016 fortsetzen. Etihad dürfe im beginnenden Winterflugplan die Codeshare-Verbindungen befristet bis zum 15. Januar im Flugprogramm behalten, teilte das Ministerium am Freitagabend mit. Bis dahin sollten die Fluglinien andere Arten der Zusammenarbeit finden. Die Genehmigung sei "letztmalig" verlängert worden.

Zuvor errang Etihad vor Gericht einen Etappensieg, mit dem Flüge für die nächsten zwei Wochen rechtlich abgesichert gewesen wären. Ohne die Einstweilige Verfügung wären die Routen ab diesem Sonntag illegal gewesen. Bei Codeshare-Flügen erhalten Air-Berlin-Verbindungen eine Flugnummer von Etihad. Air Berlin erhöht damit die Auslastung der Flugzeuge, während Etihad mehr Ziele weltweit anbieten kann.

Darum geht es beim Code-Share-Streit

Gelöst ist der politische Streit um die Rechtmäßigkeit der engen Partnerschaft zwischen Air Berlin und dem Geldgeber aus dem Öl-Emirat Abu Dhabi damit nicht, sondern nur aufgeschoben. Etihad-Chef James Hogan, dessen Airline seit vier Jahren größter Aktionär und Geldgeber der schwerangeschlagenen Air Berlin ist, äußerte sich in deutlich Worten: Die Codeshare-Flüge seien einer der entscheidenden Faktoren für die Investitionen bei Air Berlin gewesen. Das Versäumnis der deutschen Regierung, die Codeshare-Flüge nicht rechtzeitig zu genehmigen, werde Air Berlin schwerwiegend und wahrscheinlich sogar nachhaltig schädigen, sagte Hogan.

Die zweitgrößte deutsche Fluglinie nach der Lufthansa steckt seit längerem in der Krise - auch mehrere Sanierungsrunden und Chefwechsel brachten keine Wende zum Besseren. Voriges Jahr flogen die Berliner mehr als eine Million Euro Verlust ein - pro Tag.

Der aktuelle Streit um die Codehshare-Routen entbrannte vor einem Jahr zwischen dem Bundesverkehrsministerium und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach Ansicht der deutschen Seite erlaubt ein Vertrag zwischen den Ländern nur etwa die Hälfte der 65 von Etihad für den Winter beantragten Codeshare-Flüge. Die Verhandlungen zogen sich ohne Lösung hin, obwohl der Winterflugplan bereits am Sonntag beginnt. Erst eine Klage von Etihad in Deutschland brachte wieder Bewegung in die Sache.

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