Air Berlin Was sich für die Kunden ändert

Die Fluggesellschaft Air Berlin tritt am Dienstag der internationalen Flugallianz Oneworld bei – und steigt damit in den Kreis von American Airlines, British Airways und Cathay Pacific auf. Was sich für den Air-Berlin-Kunden ändert.

Quelle: dpa

Mit dem Beitritt zu Oneworld erweitert sich das Streckennetz der Fluglinie Air Berlin schlagartig auf 800 Ziele. Nun können Kunden 150 Länder anfliegen werden, mit einer Flotte von 2500 Maschinen und 9000 täglichen Abflügen. Mit diesem Aufgebot kann die Allianz nach eigenen Angaben bis zu eine Millionen Passagiere pro Tag befördern.

Ab Dienstag können die Air Berlin Kunden nun im gesamten Streckennetz der oneworld Partner mit dem Vielfliegerprogramm topbonus Prämien- und Statusmeilen sammeln. Sie genießen dabei auch alle oneworld Vorteile bei allen Mitglieder, sowie angeschlossenen Fluggesellschaften. So stehen nun den Vielfliegern mit mehr als 100.000 Meilen sämtliche Airport-Lounges der Partner offen.

Wer mit wem gemeinsam fliegt
Künftig gehört auch Air Berlin zur Allianz Oneworld. Der ehemalige Chef Joachim Hunold (Bildmitte) fädelte den Beitritt ein. Mit zwölf Mitgliedern, 2280 Flugzeugen und 330.000 Passagieren ist Oneworld die drittgrößte Allianz der Welt. Hier fliegen zum Beispiel American Airlines, Japan Airlines (JAL), British Airways, Cathay Pacific aus Hongkong oder die australische Qantas Airways im Verbund. Sie kooperieren, indem sie sich etwa Sitzkontingente leihen (Code-Sharing), Bonusprogramme teilen oder die Abflüge koordinieren. Der größte Vorteil aber ist, dass auf diese Weise auch Strecken angeboten werden können, die die Airlines selbst nicht fliegen dürfen. Quelle: dpa/dpaweb
Sky TeamDie zweitgrößte Allianz der Welt wurde im Jahr 2000 gegründet und umfasst ca. 14 Mitglieder. Zu den größten Airlines des Bündnisses gehören Air France/KLM, Delta Airlines, China Southern, Korean Air und Aeroflot.
Star AllianceDie größte Luftfahrtallianz der Welt ist die Star Alliance. Neben der Lufthansa fliegen unter ihrem Banner auch All Nippon Airways, Air China und United Airlines. Zum Verbund gehören insgesamt 26 Airlines mit knapp 4000 Flugzeugen und 604 Millionen Passagieren im Jahr. Zuletzt musste die Spanair wegen ihrer Insolvenz das Bündnis verlassen, die Aufnahme der Air India wurde wegen Finanzproblemen ausgesetzt. Quelle: dpa
EuropaNeben den großen Allianzen gibt es viele weitere Kooperationen und Übernahmen, die den Markt für Fluggesellschaften verändern. Insbesondere in Europa ist der Preisdruck auf die Airlines zuletzt immens gewachsen, während die Kerosinpreis steigen. Zudem könnte die geplante Luftverkehrsabgabe der EU das internationale Geschäft der nächsten Jahre verhageln. Die Airlines reagieren mit strikten Sparprogrammen und müssen dafür künftig enger zusammenarbeiten. Quelle: ap
Air Berlin und EtihadMit der Übernahme von der DBA im Jahr 2006 und der LTU im Jahr 2007 haben die Berliner in den vergangenen Jahren massiv expandiert um zu einem ernsthaften Konkurrent der Lufthansa aufzusteigen. Mittlerweile steckt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft deswegen aber in massiven Finanzproblemen. Zuletzt gelang dem ehemaligen Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn ein großer Coup. Die Berliner kooperieren mit der aufstrebenden arabischen Airline Etihad. Die Fluggesellschaften teilen sich fast 100 gemeinsame Routen, das brachte allein im vergangenen Jahr einen zusätzlichen Umsatz von 100 Millionen Euro ein. Quelle: dpa
Lufthansa Für die Lufthansa könnte die Kooperation des deutschen Konkurrenten zum ernsthaften Problem werden. Die größte deutsche Airline fürchtet die neue arabische Konkurrenz. Christoph Franz, der Vorstandsvorsitzende von Lufthansa, hatte zuletzt deutlichere Schranken gegen die starke Expansion staatlicher Fluggesellschaften vom Persischen Golf gefordert. Im Gegensatz zur Konkurrenz verweigert die Airline bisher eine engere Zusammenarbeit mit den Arabern. Möglich wäre aber eine engere Zusammenarbeit mit Turkish Airlines. Quelle: Reuters
Lufthansa und Swiss AirHoffnungsschimmer im Lufthansa-Konzern ist die Schweizer Airline Swiss Air. 2005 bereits hatte die Lufthansa die damals angeschlagene Swiss zu 100 Prozent übernommen - und dann erfolgreich saniert. Mittlerweile wächst das Passagieraufkommen der Schweizer. Als eine der wenigen Konzerntöchter können die Schweizer auch im operativen Geschäft einen Gewinn ausweisen. Quelle: Reuters

Um den Beitritt zu feiern, schenkte Airberlin seinen topbonus-Teilnehmern bis zum 15. Mai die doppelten Prämienmeilen auf allen Flugstrecken mit oneworld Airlinepartner. Dazu müssen sie sich vorher bei airberlin.com/meilen registrieren.

Gleiches gilt auch für die 120 Millionen Teilnehmer der Vielfliegerprogramme der Partner-Fluglinien. Sie bekommen auch bis zum 15. Mai die doppelte Anzahl von Prämienmeilen gutgeschrieben. Die Prämienmeilen können weltweit für  Prämienflüge eingelöst werden.

Der neue airberlin Platinum Status wird dem oneworld Status Emerald entsprechen. Topbonus Goldkunden genießen im oneworld Streckennetz alle Vorzüge für Sapphire-Statuskunden. Der topbonus Silver Status entspricht dem oneworld Status Ruby.

Einige Vorteile haben die Kunden bereits vor dem 20. April nutzen können. So hatte Air Berlin sein  Vielfliegerprogramm mit von einigen oneworld Partner verknüpft, wie zum Beispiel

American Airlines, British Airways, Finnair oder Iberia. Mit diesen Fluglinien und Japan Airlines, Royal Jordanian sowie S7 Airlines hatten die Berliner seit Juli 2010 Codeshare-Vereinbarungen getroffen.

In Arbeit
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Die endgültigen Regelungen und Tarifbestimmungen werden ab dem 01. April in Kraft treten. „Die technische Umsetzung haben uns unsere Partner für diesen Termin garantiert“, so eine Sprecherin des Berliner Flugunternehmens. Große Preisunterschiede zwischen den Tarifen der oneworld-Partner sind ab dann nicht mehr zu erwarten: Die Air Berlin-Preise werden sich im Buchungssystem nicht groß von den Preisen der Partner unterscheiden.

Das Fliegen wird mit Air Berlin zudem nicht billiger. Der Chef der Fluglinie Hartmut Mehdorn hatte bereits zu Endes des vorigen Jahres eine Preissteigerung für alle Strecken bis zum Sommer 2012 angekündigt.

(maz)

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