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Air-France-KLM-Chef De Juniac "Wir waren viel zu vornehm"

Der Konzernchef von Air-France-KLM sieht Europas zweitgrößte Fluglinie bei der Sanierung im Plan, hält seinen Billigableger HOP! für einen Erfolg und will die enge Zusammenarbeit mit der lange als Erzrivale angesehenen Etihad aus Abu Dhabi ausbauen.

Der neue Air France-Chef, Alexandre De Juniac, im Interview mit WirtschaftsWoche. Quelle: REUTERS

WirtschaftsWoche: Herr De Juniac, die aktuelle Krise der europäischen Wirtschaft hat Air France-KLM stärker erwischt als die meisten Ihrer Rivalen, auch weil Ihr Unternehmen die Sanierung später begonnen haben. Wie ist die Lage?

De Juniac: Zu den genauen Zahlen kann ich natürlich erst auf unserer Pressekonferenz etwas sagen. Aber wir sind bei unserem Umbau genau im Zeitplan und werden die für 2014 geplanten Sanierungsziele erreichen.

Trotz der schwächeren Konjunktur?

Ja. Die hat natürlich einen Einfluss. Aber die aktuelle wirtschaftliche Lage Sache kommt ja nicht ganz überraschend. Wir haben deshalb bereits im Juni den Gewerkschaften die Lage geschildert und gemeinsam geprüft, welche zusätzlichen Sparmaßnahmen wir noch brauchen. Nun werden wir die Dinge ab September weiter verhandeln und sehen, was sind die Szenarien und was müssen wir tun. Das betrifft besonders die ohnehin schon angespannten Bereichen Frachtverkehr und den Kurzstreckenverbindungen im Passagierbereich.

Die weltbesten Fluglinien
Die First Class in einem A340 von Emirates Quelle: AP
Ein Flugzeug der Turkisch Airlines Quelle: REUTERS
Eine Frau beim Check in bei Qantas Quelle: Presse
Zwei Flugzeuge der Air New Zealand Quelle: AP
Ein Flugzeug von Etihad Airways Quelle: AP
Flugzeuge von Thai Airways Quelle: REUTERS
Ein Paar in der First Class der Cathay Pacific Airways Quelle: Presse

Kern ihres Umbaus ist es, einen Teil ihres Kurzstreckenverkehrs in eine neue Gesellschaft namens HOP zu packen...

(unterbricht)...Was halten sie von dem Namen? Toll, oder?

HOP!?, etwas überraschend...

Richtig. Und unsere Kunden sagen: er ist trendy und leicht zu merken.

Passt der Name zu einer Traditionslinie wie Air France?

Ja. Der Vorschlag kam ja von einem internen Team und ich war auch erst skeptisch. Aber HOP! signalisiert,  dass wir etwas neues anderes und modernes machen. Bei den Kunden kommt es gut an. Die Buchungen sind deutlich höher als im Vorjahr und über unseren Erwartungen. Und wir konnten dazu den durchschnittlichen Ticketpreis steigern. Ein voller Erfolg.

Lufthansa hat Teile ihres Europaverkehrs an ihre Billigtochter Germanwings übertragen und sich viel Ärger mit ihrer Stammkundschaft den Geschäftsreisenden eingehandelt. Wie läuft es bei Ihnen?

Die Probleme hatten wir nicht. Aber wir haben HOP! ja auch neu geschaffen und nicht etwa unsere Tochter Transavia genutzt, die die vorher im Urlaubsverkehr stark war.

Geschäftszahlen Air France-KLM

Dazu haben Sie einer Werbekampagne gestartet, der in Frankreich keiner entkommen konnte.

Das war auch nötig. Gerade bei Air France als Marke waren wir früher viel zu vornehm und zu zurückhaltend. Das mussten wir ändern. Eine Fluglinie ist heute wie ein Markenartikel und muss mehr in die Marke mehr investieren als früher. Denn der Wert der Marke kann sich schnell ändern. Wie schnell, dass sehen Sie bei  Nokia im Negativen oder Samsung mit den Seitenhieben auf Apple im positiven Sinn.

Sind die Ihr Vorbild?

Solche Riesen-Kampagnen können wir uns natürlich angesichts unserer angespannten Finanzen nicht leisten. Aber wir müssen mit Easyjet und besonders Emirates mit ihrem fast schon Flächenbombardement mithalten. Gerade bei den Golflinien ist das Image positiv und das auch bei denen, die nie mit ihnen geflogen sind. Wenn wir da mithalten wollen, müssen wir aktiver werden.

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