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Airbus Flugzeugbauer macht trotz A400M-Ärger Gewinn

Nach den Problemen mit dem Militärflugzeug A400M musste Flugzeugbauer Airbus einige Sonderbelastungen in die Bilanz schreiben. Trotzdem sehen die Zahlen gut aus - insbesondere Dank einiger Verkäufe.

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Der Airbus-Pannenflieger A400M bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Schönefeld. Quelle: dpa

Der Flugzeugbauer Airbus hat trotz milliardenschwerer Sonderlasten aus zwei Großfliegerserien im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn fast verdoppelt. Der Gewinnsprung stammt aus den Verkaufserlösen von Beteiligungen und hätte noch deutlich höher ausfallen können, wären nicht die Probleme mit dem Militärfrachter A400M und dem Langstreckenjet A350.

"Verluste bei diesen Programmen konnten zwar durch hohe Veräußerungsgewinne aus der Anpassung des Portfolios gemindert werden, dennoch sind sie schlicht nicht hinnehmbar", sagte Enders am Mittwoch. Beim A400M kämpft der Konzern mit Problemen an den Propellergetrieben, beim A350 mit Lieferschwierigkeiten der Kabine. Insgesamt muss Airbus dafür fast 1,4 Milliarden Euro zur Seite legen.

Der Gewinn des Konzerns verdoppelte sich im zweiten Quartal binnen Jahresfrist annähernd auf 1,36 Milliarden Euro. Gut zwei Milliarden erlöste Airbus aus der Trennung von den Anteilen am französischen Dassault-Konzern und der Gründung der Raketen-Gemeinschaftsfirma Airbus Safran Launchers.

Die Chronik des Airbus-Pannenfliegers A400M

Der Umsatz stagnierte in etwa bei 16,6 Milliarden Euro, obwohl die Zahl der ausgelieferten Flieger leicht auf 298 schrumpfte. An seiner Jahresprognose hielt Enders fest. Vor Sondereffekten würden die Ergebnisse seines Hauses auf Vorjahresniveau bleiben. "Trotz der anstehenden Herausforderungen werden wir weiterhin alles tun, um die Wachstumsgeschichte des Unternehmens mit Blick auf Gewinn und Liquidität fortzuschreiben", erklärte er.

Der Boeing-Rivale erwartet, dass er in der zweiten Jahreshälfte mehr Passagierflieger ausliefert als in der ersten. Im zweiten Quartal schrumpfte der Gewinn des Segments um ein Zehntel, während der Umsatz in etwa unverändert blieb. Enders erklärte die Entwicklung mit der Umstellung der Produktion der Mittelstreckenflieger A320 und A330 auf neuere Versionen. Das Hubschraubergeschäft hatte zuletzt mit Umsatzeinbußen zu kämpfen, konnte die Erträge aber stabil halten. Das Rüstungs- und Raumfahrtsegment verdiente trotz Enders' langfristiger Befürchtungen bei konstanten Einnahmen vor Sondereffekten deutlich mehr.

Wer den Flugzeug-Markt durchwirbelt
Japan: Mitsubishi Regional Jet Quelle: AP
Japan: Mitsubishi Regional Jet (MRJ)Der Großkonzern Mitsubishi Heavy Industry (MHI) will mit dem Jet zu einem vollwertigen Flugzeughersteller aufsteigen. Es sind Versionen mit 70 und 90 Sitzplätzen geplant, außerdem ist ein verlängertes Modell mit 100 Plätzen angedacht. Die Japaner werben damit, dass ihre Flugzeuge dank des Designs und vor allem eines neuen Triebwerks nicht nur weniger Sprit verbrauchen, sondern auch mehr Raum für Passagiere als die Rivalen bieten. Im zweiten Quartal 2017 soll das erste Flugzeug an die All Nippon Airways ausgeliefert werden. Quelle: AP
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China: C919 Quelle: dpa
China: C919 Quelle: dpa
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Russland: Superjet 100 Quelle: REUTERS
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