Airline-Abkommen EU nimmt Verhandlungen mit Golfstaaten auf

Die europäischen Fluglinien haben mit dem Druck arabischer Konkurrenten zu kämpfen. Die EU-Kommission will mit mehreren Abkommen jetzt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Branche stärken.

Die Lufthansa wirft arabischen Fluggesellschaften vor, sich unfaire Wettbewerbsvorteile mit Staatsbeihilfen zu verschaffen. Quelle: dpa

Die EU-Staaten haben den Startschuss für Verhandlungen mit den Golf-Emiraten und anderen Regionen über einen gerechteren Wettbewerb im Flugverkehr gegeben. Die Verkehrsminister der Mitgliedsstaaten erteilten der EU-Kommission am Dienstag das Mandat, Gespräche mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, der Türkei sowie den Ländern Südostasiens über Luftverkehrsabkommen aufzunehmen.

Wenn nach einer bestimmten Zeit keine Einigung erreicht ist, müssten die EU-Staaten wieder selbst mit den Ländern über den Zugang von Airlines zu den jeweiligen Märkten reden. Demnach soll das Mandat für die Türkei und die Staaten Südostasiens vier Jahre gelten und für die Golfstaaten drei. Deutschland hatte sich für eine Frist von zwei Jahren stark gemacht, um dann selbst wieder das Heft in die Hand nehmen zu können. Während der Verhandlungsphase können die ausländischen Airlines ihre Flugrechte nach Europa nicht ausbauen.

Die EU will mit den Abkommen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Luftfahrtindustrie stärken, der vor allem das Wachstum arabischer Konkurrenten wie Emirates und Etihad zusetzt. Die deutsche Airline Lufthansa forderte wiederholt, in den Abkommen das Thema Staatsbeihilfen zu integrieren. Die Fluglinien Emirates und der Air-Berlin -Anteilseigner Etihad hatten indes den Vorwurf zurückgewiesen, sich unfair Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

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Die europäische Luftfahrtindustrie trägt rund 110 Milliarden Euro zur EU-Wirtschaftsleistung bei. Nach Schätzungen der EU-Kommission könnten durch die Luftverkehrsabkommen milliardenschwere Investitionen freigesetzt werden und Tausende neuer Arbeitsplätze in der EU entstehen.

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