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Airlines in Turbulenzen Jetzt trifft die Krise auch die Unbesiegbaren

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2. Der Wettbewerb frisst seine Kinder

Wenn Chefs von Fluglinien sagen, sie mögen den Wettbewerb, sitzen sie entweder auf einem Podium oder sie führen eine aggressive Wachstumslinie vom Typ Billigflieger.
Auch die Lenker von Stadtstaaten-Airline vom Typus Singapore Airlines bis Emirates ließen sich lange zu einem solchen Satz hinreißen. Schließlich hatten sie lange die Rückendeckung ihrer Regierungen, dank ihres Wachstums mehr jüngere und weniger gut bezahlte Mitarbeiter und ein besseres Image bei Kunden als die von betagter Technik und veralteten Abläufen geplagten Traditionslinien aus Europa und den USA.
Das System wurde von Singapore Airlines und Cathay Pacific erfunden. Emirates und Etihad haben es erst übernommen, dann verfeinert und damit schließlich zuerst Linien aus Europa und ihre Vorbilder aus Fernost unter Druck gesetzt. Die Golflinien übernahmen so schrittweise Routen von Europa ins südliche Asien oder nach Australien.

Nun schwindet der Vorteil. Zum einen haben sich Lufthansa & Co. nach dem Vorbild der Neulinge verschlankt. Viele der jungen Wilden sind hingegen über die Jahre so alt und groß geworden, dass die Trägheit eines Konzerns den Start-up-Geist zumindest in Teilen verdrängt.

Europas größte Fluglinien: Anzahl der beförderten Fluggäste 2016


Dazu wächst in Form der neuen Langstreckenbilligflieger eine neue Generation noch modernerer Airlines heran. Die Neuen schlagen Emirates und Etihad mit ihren eigenen Waffen. „Sie sind schlicht noch eine Spur effizienter, weil sie noch mehr auf dauerhafte Innovation setzen und sich weniger als Airlines oder Transportunternehmen, sondern als Markenartikler sehen“, sagt Thomas Jaeger, Chef des auf die Flugbranche spezialisierten Datendienstleisters Ch-Aviation.

Zwar sind die neuen Billigflieger wie Air AsiaX aus Malaysia nicht sonderlich profitabel. Doch auf ihre Kampfpreise müssen Emirates oder Cathay reagieren.

Der Druck der neuen Billigen trifft auch für die US-Linien. Die konnten lange gedeihen, weil sie dank der im unternehmensfreundlichen amerikanischen Konkursrecht gedrückten Kosten die Europäer unterbieten konnten. Doch nun haben nicht nur Lufthansa oder British Airways nachgezogen und ihren Mitarbeitern Konzessionen abgerungen. Flugdiscounter wie Norwegian oder Wow Air aus Island machen es ihnen zunehmend schwerer, hohe Preise zu verlangen.

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