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Airlines Unerwartete Belastung aus Down Under

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Preiskampf wird angeheizt

Air Berlin Quelle: dpa

Wenn die Informationen aus der Qantas-Zentrale aus Sydney stimmen, fährt Qantas den profitablen Europaverkehr mit Ausnahme von London nach und nach auf null. Dafür beginnen Qantas-Flüge gen Osten künftig in Dubai und vor dort aus dann in Richtung Australien.  Für die Anbindung an Europa sorgt dann Emirates.

Das könnte die Landschaft grundlegend verändern. Zum einen ist es eine Schwächung wenn nicht gar ein Sargnagel für die Oneworld-Allianz, der seit Anfang des Jahres auch Air Berlin angehört. Schließlich ist Qantas nach BA praktisch der größte Anbieter des Clubs im Asienverkehr, besonders in den südlichen Regionen. Das dürfte auch Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn zucken lassen. Denn mit Qantas geht ein Kandidat, der  das Geschäft von Air Berlin am neuen Berliner Flughafen zu einem Drehkreuz aufzustocken könnte. Damit schwinden auch die Aussichten, die Abhängigkeit von Etihad zu mindern.

Schleichender Prozess

Dazu könnte die Vereinigung zu einem weiteren Mühlstein für die Lufthansa werden. Die leidet ohnehin schon darunter, dass Emirates ihr an allen größeren Flughäfen abseits ihrer Drehkreuze sowie zunehmend auch in Frankfurt und München  in großem Stil mit Kampfpreisen und besserem Service Passagiere abjagt. Wenn nun noch Qantas seine Kunden auf die Emirates-Flieger in Richtung Dubai lotst, wird das noch zunehmen.

Zum einen kann Emirates mit der Qantas-Klientel größere Flugzeuge einsetzen. Weil die pro Passagier im Schnitt günstiger fliegen, wird das den Preiskampf weiter anheizen.

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Auch beim Service für die bislang wichtigste Lufthansa-Klientel Geschäftsreisende steigt dann der Druck. Denn die zusätzlichen Passagiere erlauben Emirates neben größeren Fliegern auch mehr Flüge. Und je öfter Emirates zwischen einer Stadt in Europa und Dubai fliegt, um so genauer kann die Linie die Zubringer in ihr Netz gen Asien einpassen. Dadurch sinken die Wartezeiten der Passagiere bis zum nächsten Anschlussflug. Weil Umsteigen am Golf im Vergleich zum Flugzeugwechsel in Frankfurt die Reisezeit bisher oft um mehrere Stunden verlängerte, haben  eilige Geschäftsleute - wenn auch zähneknirschend - die höheren Lufthansa-Preise gezahlt. Doch mit jeder Stunde  weniger Zwangsaufenthalt am Golf werden mehr gut zahlende Manager Emirates buchen.

Der Prozess wird zwar nur schleichend gehen. Doch wenn die Lufthansa nicht bald eine Antwort in Form niedrigerer Preise und Kosten sowie besserem Service findet. Droht sie das zu zerreiben. Eine Aussicht, die viele Mitarbeiter noch nicht wahrhaben wollen. Doch in der neuen Welt der Luftfahrt bestimmen een die Golf-Airlines den Takt. Und da gilt eben: nichts ist unmöglich.

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