Airport-Ranking Wo Deutschlands bester Flughafen steht

Exklusiv

Deutschlands Großflughäfen versprechen Reisenden eine eigene Erlebnis-Welt. Viele lösen das ein - nicht immer im positiven Sinne, wie eine Studie für WirtschaftsWoche Online zeigt. Auf welche Flughäfen die Deutschen abfliegen - und wo sie lieber nicht landen würden.

Der Frankfurter Flughafen aus der Vogelperspektive. Trotz langer Wege für die Passagiere ist Deutschlands größter Flughafen auch der beste. Quelle: Fraport AG

Shopping-Angebote, Restaurant-Meilen, Besucher-Terrassen und angrenzende Parks. Das Versprechen der großen Freiheit. Deutschlands Großflughäfen sind mehr als nur Landebahnen. Das zumindest wollen sie den Reisenden vermitteln.

"In ihrer Außendarstellung sind alle Flughäfen bemüht, sich als ganz eigene Erlebniswelt zu präsentieren“, sagt Miriam Ziesak vom Deutschen Kundeninstitut (DKI). Und das aus gutem Grund: Reisende geben an Flughäfen Millionen von Euro in den Restaurants und Geschäften aus.

Bester Flughafen Deutschlands

Um herauszufinden, wie die Airports dem Erlebnis-Versprechen gerecht werden, hat das Institut die zehn größten Flughäfen der Bundesrepublik für WirtschaftsWoche Online untersucht. Dafür werteten die Meinungsforscher rund 3000 Fragebögen von Reisenden aus, sprachen mit Flughafenbetreibern, analysierten das Flugangebot und die Anbindung an die Städte. Außerdem überprüften sie die Angebote und Services-Leistungen der Airports mit anonymen Testern.

Die gute Nachricht vorab: „Das Serviceangebot der großen deutschen Flughäfen ist vielfältig. Die meisten von ihnen schneiden in der Kundenbewertung gut ab“, erläutert Studien-Autorin Ziesak. Doch es gibt Ausreißer nach unten. Deutliche.

Drei “mangelhaft” für Tegel

Das Schlusslicht der DKI-Studie: Berlin-Tegel. Der Airport erreicht gerade einmal die Note "ausreichend".

Deutschlands versiffte Visitenkarte”, ätzte jüngst der Berliner WiWo-Kolumnist Marcus Werner über den Berliner Flughafen und wetterte gegen dreckige “Klos in Lagerhallen-Atmosphäre” und eine Abflughalle mit dem Charme einer Ikea-Warenausgabe. Mit seiner Meinung steht er nicht allein.


In den Kategorien Aufenthaltsqualität und Prozesse erhält Tegel in der DKI-Studie die Note “mangelhaft”. Das Angebot an Sitzmöglichkeiten, Waschräumen, Restaurants und Shops sei gemessen am hohen Besucheraufkommen gering, Unterhaltungs- und Officeangebote nur wenig vorhanden. Die geringe Anzahl an Check-­In-­Schaltern und Gepäckbändern sorgt für lange Warteschlangen.

Auch für das Flugangebot gibt es eine “5”. Minuspunkte brachte etwa ein vergleichsweise langes Nachtflugverbot von sieben Stunden. Auch ist die Zahl an Fluggesellschaften und internationalen Flügen kleiner als bei vielen anderen Großflughäfen.

Die Kernprobleme des Flughafens sind dennoch andere und für jeden Reisenden offensichtlich: Das Gebäude ist alt und zu klein. Trotzdem steigt die Zahl der Reisenden. 2010 registrierte Tegel rund 15,03 Millionen Passagiere. 2014 waren es knapp 20,7 Millionen Gäste.

Die größten Flughäfen der Welt
Suvarnabhumi International Airport Quelle: dpa
Incheon - Seoul Quelle: dpa
Denver Quelle: REUTERS
Singapur Quelle: dpa
JFK Airport in New York Quelle: REUTERS
südchinesische Airport Guangzhou Quelle: dpa
Istanbul Airport Quelle: REUTERS

„Tegel ist überlastet“, sagt Studien-Autorin Ziesak. „Weil der Flughafen derzeit deutlich mehr Passagiere abfertigen muss als ursprünglich geplant, ist es kein Wunder, wenn das Angebot an Toiletten, Restaurants und selbst Check-In-Schaltern vergleichsweise gering ist.“

Dass es Tegel so hart trifft, ist eigentlich ungerecht. Schließlich sollte es den Flughafen längst nicht mehr geben. Doch nach der verschobenen Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER wir der kleine Airport am Leben erhalten. Mit hohen Finanzspritzen - aber mehr schlecht als recht.

Nicht allein die Überlastung ist für das schlechte Abschneiden verantwortlich. „Auch das Service-Angebot von Tegel erfüllt die Erwartungen vieler Reisender nicht“, sagt Ziesak. „Im Vergleich zu anderen Großflughäfen fehlt es etwa an Ruheräumen, Raucherbereichen und Internet-Terminals.“

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