Amazon Streik Verdi droht mit weiterem Arbeitskampf

Nach dem Streik ist vor dem Streik: Kaum ist der jüngste Ausstand in Logistikzentren des Versandhändlers Amazon beendet - da droht die Gewerkschaft Verdi schon mit einer Fortsetzung des Arbeitskampfes.

Die längsten Streiks Deutschlands
GDL gegen die Deutsche BahnSechs Tage streikten die Lokführer der Bahn, um ihre Forderungen durchzusetzen. Nur ein Drittel der Züge im Personenverkehr fuhr. Der Güterverkehr wurde noch einen Tag länger bestreikt. Es handelte sich um den längsten Streik in der Geschichte der Bahn - was aber bei einem ehemaligen Staatsbetrieb nicht weiter erstaunlich ist. In anderen Wirtschaftszweigen und Unternehmen haben Tarifkonflikte zu weit längeren Arbeitsniederlegungen geführt. Nachfolgend die zehn längsten Streiks in der Geschichte der Bundesrepublik. Quelle: dpa
Eine Anästhesistin überwacht während einer Operation den Patienten. Quelle: dpa
Einsatzkräfte der Polizei Quelle: dpa
An Naben für Windkraftanlagen arbeiten Monteure Quelle: dpa
In der Druckerei des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie kontrolliert ein Angestellter an einer Zwei-Farben-Bogen-Offsetdruckmaschine die gerade gedruckte Karte des Seehafens Rostock. Quelle: dpa
Mitarbeiter der Firma SH Natursteine GmbH befestigt ein Seil an einem Block Granitporphyr Quelle: ZB
Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe geht an mehreren Omnibussen entlang. Quelle: dpa

Nach dem knapp einwöchigen Dauerstreik bei Amazon in Deutschland hat die Gewerkschaft Verdi bereits den nächsten Ausstand angedroht. „Wir werden keine Ruhe geben. Der Arbeitskampf dauert länger“, sagte die hessische Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke am Sonntag am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld. Es gebe zwar noch keine konkreten zeitlichen Pläne zur Fortsetzung des Streiks, aber fest stehe: „Es wird weiter gehen.“ Es werde gemeinsam oder an einzelnen Standorten weitere Arbeitsniederlegungen geben, sagte sie.

Am Samstag hatte Verdi seine Streiks in Bad Hersfeld, Leipzig (Sachsen), Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) sowie in Graben (Bayern) für vorläufig beendet erklärt.

Mit den Arbeitskämpfen versucht Verdi seit dem Frühsommer 2013, für die mittlerweile rund 10.000 Mitarbeiter des US-Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Die Fronten in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Tarifstreit sind verhärtet.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Unstimmigkeit gab es auch über die Wirkung des jüngsten Streiks. „Es ist erhebliches Bestellvolumen in den Versandzentren liegengeblieben. Einige Kunden haben ihre Lieferungen verspätet erhalten, wie wir erfahren haben“, sagte Middeke.

Amazon teilte dagegen in München mit: „Die von der Gewerkschaft Verdi organisierten Arbeitsniederlegungen hatten keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens. Denn die überwältigende Mehrheit unserer mehr als 10.000 Mitarbeiter arbeitete regulär“, sagte Sprecher Stefan Rupp der Deutschen Presse-Agentur. Die Streikbeteiligung habe bei Einbindung von sechs Logistikzentren an den fünf Standorten „stets nur“ zwischen rund 1400 und 1600 Mitarbeiter gelegen. Die Streiks hatten am Montag begonnen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%