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Amazonchef auf Shoppingtour Bezos als neuer Mäzen der Washington Post

Jeff Bezos finanziert gern utopische Abenteuer. Raumschiffe etwa – oder nun die Wiedergeburt der Washington Post. US-Investorenlegende und Zeitungs-Liebhaber Warren Buffett hat er damit schon mal reicher gemacht.

Der Amazon-Chef Jeff Bezos kauft die Washington Post. Quelle: AP

Dass Amazon.com-Gründer Jeff Bezos für 250 Millionen Dollar die US-Tageszeitung The Washington Post kauft, schlug am Montagnachmittag in den USA wie eine Bombe ein. Einer der bekanntesten Internet-Unternehmer kauft eine für ihre Behäbigkeit und traditionellen Werte bekannte Medienmarke aus der Tote-Holz-Fraktion? Den Watergate-Enthüller? OMG! Hätte eine Superjacht oder ein privates Raumschiff wie es Bezos' Startup Blue Origin konstruiert, nicht gereicht?


Dabei hat es Tradition, dass Medienunternehmen von reichen Familien besessen werden. In Deutschland sind es die Springers, Burdas und Holtzbrincks. In den USA die Sulzbergers bei der New York Times. Oder einst die Bancrofts beim Wall Street Journal und die Grahams bei der Washington Post. Nun lenkt Murdoch-Familienpatriarch Rupert die Geschicke beim Wall Street Journal. Bezos speist die Washington Post aus seinem auf 25 bis 28 Milliarden Dollar geschätzten Vermögen. Der Boston-Red-Sox und FC-Liverpool-Eigentümer John Henry hat gerade für 70 Millionen Dollar den „Boston Globe“ erworben.

Die besten Zitate von Amazon-Gründer Jeff Bezos


Vielleicht gehört die New York Times bald den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin oder aber Laurene Powell. In das Medien-Startup Ozy Media hat die Witwe von Apple-Gründer Steve Jobs bereits investiert.
Besser jedenfalls als der mexikanische Telekom-Mogul Carlos Slim, der der New York Times schon mal eine dringend benötigte Kreditlinie zur Verfügung stellte.
Während Springer in Deutschland den umgekehrten Weg geht und um sein Print-Imperium ein digitales Vertriebs-und Vermarktungsnetz herumbaut, ergänzt Bezos sein vorhandenes Distributionsnetz durch eine altehrwürdige Zeitungsmarke. Zwar betont Bezos, dass der Kauf reine Privatsache sei und nichts mit seinem Online-Händler Amazon.com zu tun habe. Doch der Amazon.com-Chef hat schon angekündigt, dass er die Digitalisierung bei der Washington Post vorantreiben werde.

Dabei geht es nicht nur um verlegerischen Einfluss. Investoren-Legende Warren Buffet hat schon lange erkannt, dass sich eingeführte Zeitungsverlage als Geldanlage durchaus lohnen können. Zumindest kann man im Zeitalter der Geldschwemme flüssige Mittel dort sicherer parken.

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