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Autobahnbetreiber Autostrade könnte wegen Brückeneinsturz in Genua Konzession verlieren

Zehn Monate nach dem verheerenden Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua sieht die italienische Regierung nun offenbar Möglichkeiten, dem Autobahnbetreiber die Konzession zu entziehen.

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Im August 2018 stürzte die Autobahnbrücke in Genua ein. Quelle: dpa

Rom Der italienische Regierungspartei 5 Sterne sieht einem Insider Möglichkeiten, dem Autobahnbetreiber Autostrade in Folge des Brückenunglücks in Genua die Konzession zu entziehen. Eine mit der Sache vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag, ein noch unveröffentlichter Bericht des Verkehrsministeriums habe schwere Defizite bei der Wartung der Brücke durch Autostrade festgestellt. Reuters konnte einen Teil des Berichts einsehen, in dem es heißt, „es gibt Gründe für die Kündigung der Konzession wegen Pflichtverletzungen des Konzessions-Inhabers“.

Vor allem die populistische 5-Sterne-Bewegung, die gemeinsam mit der rechten Lega die Regierung führt, stellt sich gegen Autostrade. Sie macht deren Mutter Atlantia für den Einsturz der Autobahnbrücke im August 2018 mit 43 Toten verantwortlich. Deshalb will sie Atlantia die Erlaubnis für den landesweiten Betrieb von Autobahnen entziehen. Verkehrsminister Danilo Toninelli hatte jüngst erklärt, der Prozess werde vorangetrieben, sollten klare Mängel zum Vorschein kommen.

Der Abriss und der Wiederaufbau der Brücke, Entschädigungen an Familien der Opfer, Verletzte und andere Betroffene sowie Mautausfälle rund um den Unglücksort in der Hafenstadt haben das Ergebnis von Atlantia 2018 mit rund einer halben Milliarde Euro belastet. Die Holding, an der die Familie Benetton maßgeblich beteiligt ist, hält 88 Prozent der Anteile an Autostrade. Der Rest liegt bei Investoren wie dem Versicherer Allianz.,

Mehr: Der Einsturz der Morandi-Brücke ist tragisch aber auch ein Warnsignal. Angeblich müssen in Italien etwa 300 Brücken und Tunnel saniert werden.

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