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Autobahnbetreiber Hochtief rechnet nach Abertis-Übernahme mit Milliardenaufträgen

Die Abertis-Übernahme durch Hochtief ist geglückt. Laut Konzernmutter ACS winken in den kommenden vier Jahren dreistellige Milliardenaufträge.

Hochtief, die spanische Konzernmutter ACS und das italienische Dienstleistungsunternehmen Atlantia haben gemeinsam Abertis übernommen. Quelle: dpa

MadridNach der Übernahme des spanischen Autobahnbetreibers Abertis unter anderem durch den Essener Baukonzern Hochtief rechnet die neue Dachgesellschaft mit milliardenschweren Aufträgen. Das Unternehmen erwarte in den kommenden vier Jahren Order im Wert von rund 200 Milliarden Euro weltweit, sagte Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes am Donnerstag in Madrid. „Es handelt sich nicht um Projekte, die erst erwogen werden. Sie befinden sich alle bereits in der Phase der Ausschreibung.“

Hochtief, die spanische Konzernmutter ACS und das italienische Dienstleistungsunternehmen Atlantia hatten am Mittwoch die gemeinsame Übernahme von Abertis für mehr als 18 Milliarden Euro besiegelt. Sie wollen dafür eine Dachgesellschaft gründen.

Diese werde weltweit zum „Führer im Bereich der Infrastrukturen“ avancieren, erklärte ACS-Präsident Florentino Pérez. Er bestätigte, dass die zur italienischen Modedynastie Benetton gehörende Atlantia 50 Prozent und eine Aktie an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen halten werde. Atlantia war zuvor als Konkurrent im Bieterrennen um Abertis aufgetreten, aber unterlegen.

Der restliche Anteil werde an ACS mit 30 Prozent und Hochtief mit 20 Prozent minus einer Aktie gehen. Das neue Unternehmen werde aber „spanisch sein“. Zum Hauptsitz und weiteren offenen Fragen könne man jedoch noch nichts sagen, betonte Pérez.

Abertis betreibt in 14 Ländern Mautstraßen mit einer Länge von 8400 Kilometern und gilt als hochprofitabel. Für die Übernahme wird Hochtief das Kapital um 6,43 Millionen Aktien erhöhen.

Die neu ausgegebenen Papiere sollen einzig an die spanische Mutter gehen. ACS soll Hochtief-Aktien an Atlantia im Wert von bis zu 2,5 Milliarden Euro verkaufen. So wird der ACS-Anteil an Hochtief von derzeit gut 71 Prozent auf rund 50 Prozent sinken. Atlantia soll indes mit einem Anteil von 24 Prozent neuer Großaktionär bei Hochtief werden.

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