Axel Springer Digitalangebote retten den Gewinn

Axel Springer kann mit seinen rasant wachsenden Internet-Portalen die schwächelnden Auflagen gedruckter Zeitungen mehr als ausgleichen. Der Medienkonzern erwirtschaftet drei Viertel der Gewinne mit Digitalangeboten.

Online-Anzeigen bewahren den Medienkonzern Axel Springer vor Gewinnrückgang. Quelle: REUTERS

Axel Springer hat dank starken Wachstums seiner Online-Anzeigenportale den Gewinn im zweiten Quartal überraschend stabil gehalten. Das Betriebsergebnis (Ebitda) des Konzerns verharrte bei 147 Millionen Euro, wie das Medienunternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Branchenexperten hatten mit einem Rückgang auf 133 Millionen Euro gerechnet. Axel Springer bekräftigte das Ziel, das Ebitda im Gesamtjahr um einen hohen einstelligen Prozentsatz zu steigern. Vorbörslich stieg die Aktie bei Lang & um 1,1 Prozent an die MDax -Spitze.

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich insgesamt um 7 Prozent auf knapp 797 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Die Rubriken-Angebote - also das Geschäft mit Kleinanzeigen im Netz - trug mit plus 55 Prozent am stärksten zu den höheren Erlösen bei.

Stütze des Konzerns war im abgelaufenen Vierteljahr erneut das Geschäft mit Rubrikenanzeigen im Internet, darunter die Jobbörse Stepstone und die jüngst unter gemeinsamer Leitung zusammengefassten Portale Immowelt und Immonet. Der Betriebsgewinn dieser Sparte schoss um 45 Prozent auf 77 Millionen Euro in die Höhe.

Belastet wurde das Ergebnis dagegen vom Geschäft mit den Flaggschiffen "Bild" und "Welt" und anderen journalistischen Angeboten. Aufgrund schrumpfender Werbeerlöse, rückläufiger Vertriebseinnahmen infolge sinkender Auflagen und hoher Ausgaben für den Ausbau der journalistischer Digitalangebote sackte der Gewinn dieser Sparte um ein Drittel auf 51 Millionen Euro ab.

Investitionen in das Preisvergleichsportal Idealo und andere Teile der Sparte für Vermarktungsangebote im Internet drückten den Gewinn dieses Segments um neun Prozent auf 26 Millionen Euro. Insgesamt trieb das wachsende Digitalgeschäft den Konzernumsatz in die Höhe: Axel Springer erwirtschaftet mittlerweile fast zwei Drittel der Erlöse und drei Viertel der Gewinne mit Digitalangeboten.

Im Vergleich zum Jahresbeginn wuchs Springer weniger kräftig. Im zweiten Quartal 2014 hatten allerdings Werbeeinnahmen im Fahrwasser der Fußball-WM viel Geld in die Kasse gespült, die Vorgaben aus dem Vorjahr waren entsprechend hoch. Vor allem Bezahlangebote - unter anderem mit den Zeitungen „Bild“ und „Welt“ - zogen den um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen insgesamt leicht um 0,6 Prozent auf 147 Millionen Euro nach unten. Unterm Strich fiel der Überschuss von knapp 682 Millionen Euro auf 48,8 Millionen Euro. 2014 hatte der Verkauf zahlreicher Print-Titel an die Funke-Gruppe den Wert kräftig nach oben getrieben.

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