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Bahn-Streiks im Personenverkehr Zwei Städte werden Streik-Hotspots: Hier streikt die GDL

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat zum Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Quelle: imago images/photothek

Die Deutsche Bahn hat bereits angekündigt: Nur jeder vierte ICE soll fahren. Wie es sonst im Nahverkehr aussieht, zeigt ein Blick auf die Streikaufrufe der GDL an ihre Mitglieder.

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Claus Weselsky macht seine Drohung ernst – und ist mit den Streiks schneller als erwartet. Nur einen Tag nach der Auswertung der internen Urabstimmung starteten die Lokführer am Dienstagabend ab 19 Uhr damit den Güterverkehr lahmzulegen. Ab 2 Uhr in der Nacht begannen auch Streikmaßnahmen im Personenverkehr der Deutschen Bahn.

Wo genau verraten Aushänge der GDL an die eigenen Mitarbeiter – datiert auf den Mittwoch, den 11. August. „Die GDL ruft hiermit alle Arbeitnehmer (...) zu einem Streik auf“, heißt es darin. Einbezogen werden Mitarbeiter etwa der DB Regio AG, die bundesweit Nahverkehrszüge betreibt.

Interessant ist aber vor allem, dass die GDL zwei Metropolen in die engere Auswahl ihrer Streikmaßnahmen nimmt und dort offenbar Hotspots der Arbeitsniederlegungen plant: die S-Bahn Hamburg und die S-Bahn Berlin. 

An dem zweitägigen Streik sollen sich gleich gleich mehrere Berufsgruppen beteiligen, an vorderster Front natürlich die Lokomotivführer und Lokrangierführer, die Hauptklientel der GDL. Aber auch Zugbegleiter, Ausbilder, Teamleiter, Disponenten, Wagenmeister, Instandhalter und Mitarbeiter in der direkten Verwaltung werden in dem Streikaufruf explizit angesprochen und zum Streik aufgefordert.  

Neu ist, dass die GDL explizit auch Mitarbeiter von DB Station&Service anspricht. Es dürfte interessant zu beobachten sein, wie viele Kollegen bei der Deutschen Bahn dem Aufruf folgen. Bislang hatte die GDL keine oder kaum Mitglieder in den Infrastrukturbetrieben der Deutschen Bahn vertreten. Seit einigen Monaten versucht die GDL nun, ihren Einflussbereich zu erweitern. Beim Bahnhofspersonal sollen daher auch Mitarbeiter am „ServicePoint“, „Kundenservicemanager“, „Zugansager“ und „Reisendensicherer“ ihre Arbeit niederlegen.

In dem offiziellen Streikaufruf fasst die GDL außerdem noch einmal zusammen, worum es ihr beim Streik geht. Sie fordert konkret 1,4 Prozent mehr Lohn für 2021 und 1,8 Prozent mehr für 2021. Außerdem fordert sie Wege- und Wohnkostenzuschüsse sowie bessere Arbeitsbedingungen, beispielsweise „frei am Wochenende vor dem Haupturlaub“. 



Interessant ist eine neue Forderung, die an sich keine gezielten Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Einzelfall beinhaltet. Die GDL fordert den „Abschluss von Tarifverträgen für Arbeitnehmer unter anderem in den Werkstätten und bei DB Netz“. Damit könnte sich die GDL juristisch angreifbar machen, da sie sich mit ihrer Forderung gegen das Tarifeinheitsgesetz wendet – und der Streik auch eine politische Komponente bekommt. 

Mehr zum Thema: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft zum Streik auf. Zugreisenden droht eine der größten Arbeitsniederlegungen überhaupt. Aber wie lange kann die GDL durchhalten? Es gibt Zweifel an der finanziellen Stärke der GDL.

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