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Bahn-Tarifverhandlungen GDL droht mit neuen Streiks

Exklusiv

Vor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen bei der Bahn am Montag hat GDL-Chef Claus Weselsky mit erneuten Streiks gedroht. Zugleich signalisierte er aber auch Kompromissbereitschaft.

Claus Weselsky Quelle: dpa

"Wenn die Bahn auf Zeit spielt, wofür es Hinweise gibt, werden wir darauf reagieren", kündigte der Chef der Lokführergewerkschaft im Interview mit der WirtschaftsWoche an. Er fügte hinzu: "Die Urabstimmung ist bekanntlich gelaufen, ein Arbeitskampf daher jederzeit möglich. Wir werden Ende Januar eine Bilanz ziehen und entscheiden, wie es weitergeht. Danach kann alles sehr schnell gehen. Dann sind wir quasi über Nacht wieder im Arbeitskampfmodus."

Derzeitiges Ziel der GDL sei es, bis März die Verhandlungen abzuschließen. Nach dem Zugeständnis der Bahn, mehrere Tarifverträge für einzelne Berufsgruppen zu akzeptieren, werde nun über Inhalte geredet, sagte Weselsky. "Zum Beispiel über die Frage, ob wir einen eigenen Tarifvertrag für Zugbegleiter brauchen oder ob sich diese in das existierende Tarifwerk für Lokführer integrieren lassen. Wir haben im Übrigen das Entgegenkommen der Bahn honoriert und fordern unter anderem statt einer Arbeitszeitverkürzung von zwei Stunden nur noch eine Stunde weniger."

Was die GDL erreichen will

Bei der Lohnforderung von fünf Prozent zeigt sich die GDL kompromissbereit. "Jeder weiß, dass sich eine Gewerkschaftsforderung in der Regel nicht eins zu eins im Tarifabschluss niederschlägt. Eine Stunde Arbeitszeitverkürzung entspricht einer Lohnerhöhung von 2,6 Prozent, das ist uns bewusst. Dass wir nicht nahe fünf Prozent abschließen, wenn es zu einer sinkenden Arbeitszeit kommt, ist logisch", betonte Weselsky.

Auf eine Verkürzung der Arbeitszeit wolle man hingegen nicht verzichten. So soll die Bahn zu mehr Neueinstellungen gezwungen werden. Nach Weselskys Angaben seien bereits drei Millionen Überstunden bei den Lokführern und eine Million bei den Zugbegleitern aufgelaufen.

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