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Bahn-Vorstand Konzernchef Grube will den Umbau

Bahnchef Grube steckt in der Klemme. Der Staatskonzern kommt mit seinen Geschäften nicht voran. Deshalb will Grube ihn umbauen. Im Aufsichtsrat muss er erklären, was dadurch wie besser werden soll.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, will im Vorstand des Staatskonzerns umbauen. Quelle: dpa

Rüdiger Grube wird am Montag eine Menge Überzeugungsarbeit leisten müssen. Der Bahnchef will in seinem Konzern einiges umstoßen, und dazu braucht er die Unterstützung des Aufsichtsrats. Deshalb hat er das Kontrollgremium der bundeseigenen Deutschen Bahn AG zu einer Sondersitzung zusammenrufen lassen. So viel ist durchgesickert: Grube will einige seiner Vorstandskollegen loswerden und durch andere ersetzen. Noch nicht sehr scharf zu erkennen ist, was das für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Kunden bedeutet.

Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats ist zu erfahren, dass dort am Montag die neue Besetzung des Vorstands beschlossen werden soll, aber noch keine Änderung der Konzernstruktur. Diese sei erst für Dezember geplant. In der Zwischenzeit soll der Umbau vorbereitet und ein detailliertes Konzept erarbeitet werden. Grube stehe erheblich unter Druck, sagt ein Aufsichtsratsmitglied vor der Sitzung: „Es wird enger für ihn.“ Er müsse die schwachen Erträge wieder steigern.

Die wohl eher dürftige Geschäftsbilanz des ersten Halbjahres wird der Bahnchef am Tag nach der Aufsichtsratssitzung in Berlin vorstellen. Von Januar bis Ende Mai lag das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei 626 Millionen Euro, das sind 239 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2014 waren es 1,8 Milliarden Euro, weit entfernt vom Spitzenwert 2,9 Milliarden (2007) und selbst von Grubes Bestmarke 2,5 Milliarden Euro von 2012.

Auch beim Umsatz (2014: 39,7 Milliarden Euro) macht die Bahn seit 2012 keine großen Sprünge mehr. Ehrgeizig hatte Grube damals angekündigt, die Erlöse bis 2020 auf 70 Milliarden Euro verdoppeln zu wollen. 56 Milliarden davon sollten aus eigener Kraft erreicht werden, der Rest über Zukäufe. Nun werden nur noch 50 Milliarden Euro angepeilt.

Für große Akquisitionen fehlt derzeit die Finanzkraft, zumal die Bahn über eine Dividendenzahlung von mindestens 700 Millionen Euro jährlich einen Teil der Bundesmittel für Reparatur und Pflege des Schienennetzes selbst aufbringen soll. Fraglich wäre auch, ob der Eigentümer Bund eine starke Expansion des Konzerns mittrüge. Schließlich hat Grube selbst versichert, sich vor allem um das „Brot-und-Butter-Geschäft“ zu kümmern: den Schienenverkehr im Inland.

Unangenehme Fragen für Grube

Ein neues Vorstandsmitglied spielt dabei die entscheidende Rolle: Berthold Huber, Chef der Sparte Fernverkehr, werde im August nicht nur die Verantwortung für den gesamten Personenverkehr übernehmen, sondern auf für die Güterzüge, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Die Güterbahn DB Schenker Rail ist schon seit längerem ein Sorgenkind und rutschte zuletzt wieder in die Verlustzone. Im Regionalverkehr wird von Huber erwartet, möglichst viele der nächsten Ausschreibungen zu gewinnen.

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Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer soll nach unbestätigten Berichten künftig zusätzlich als Stellvertreter Grubes fungieren. Auch Finanzvorstand Richard Lutz wird noch größeres Gewicht als bisher erhalten: Er soll sich um die europaweit aktive Bustochter Arriva und Schenker Logistics kümmern, also das Frachtgeschäft auf der Straße, zur See und in der Luft. Beide Bereiche steuern große Beiträge zum Gewinn bei. Sie sollen rechtlich so organisiert werden, dass ein Verkauf notfalls möglich wäre, hieß es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats.

Der Teilkonzern DB Mobility Logistics soll wohl im Dezember aufgelöst werden. Das Relikt, das für den 2008 gescheiterten Börsengang gegründet wurde, wird nicht mehr gebraucht und kostet viel Geld für die Verwaltung. Bislang ist darin alles untergebracht mit Ausnahme der Infrastruktur (Fahrwege, Bahnhöfe, Energie).

In Arbeit
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Unangenehme Fragen im Aufsichtsrat dürften auf Grube wegen Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla warten. Pofalla soll im Konzern aufsteigen und Gerd Becht vorzeitig auf dem Vorstandsposten für Datenschutz, Regeltreue und Konzernsicherheit ersetzen, obwohl dessen Vertrag noch bis Februar 2017 läuft. Becht habe in Kartellprozessen viele Millionen Euro für die Bahn herausgeholt und den internen Datenschutz weit vorangebracht, berichtet ein Insider.

Grube wird schließlich zu begründen haben, warum er sich nach nur 20 Monaten schon wieder von der Hoffnungsträgerin Heike Hanagarth verabschiedet. Die Technikchefin ist bislang die einzige Frau im Bahn-Vorstand und geht Ende des Monats.

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