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Balkonien statt Spanien Deutsche bleiben wegen Hitze zu Hause – Reiseveranstalter leiden

Balkonien statt Spanien: Immer mehr Deutsche bleiben wegen der Hitze zu Hause Quelle: dpa

Offenbar lockt manch einen bei der Hitze der Balkon oder die Nordsee mehr als das Mittelmeer: Reiseveranstalter verspüren einen Rückgang bei Last-Minute-Buchungen.

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Urlaub auf Balkonien oder an der Ostsee statt in Spanien: Der Supersommer in Deutschland hinterlässt derzeit Spuren im Last-Minute-Geschäft von Reiseveranstaltern. Nicht nur Thomas Cook berichtete von Belastungen. „Es gibt eine leichte Delle bei Last-Minute-Buchungen“, sagte eine Alltours-Sprecherin auf Anfrage. Zugleich verschöben sich die Reiseziele, etwa Nordsee statt Mallorca.

Der in mehreren Ländern operierende Reisekonzern Thomas Cook hatte jüngst erklärt, viele Kunden entschieden sich, die aktuellen Rekordtemperaturen zu Hause zu genießen. Deshalb ist der TUI-Konkurrent für das Gesamtjahr pessimistischer als zuletzt. Der Gewinn werde am unteren Ende der Markterwartungen liegen, warnte der Konzern. Noch im Mai sah sich Thomas Cook auf gutem Weg, den von Analysten prognostizierten Anstieg des Betriebsgewinns um sieben Prozent auf 352 Millionen Pfund zu erreichen. "Wegen des heißen Wetters im Juni und Juli halten sich Kunden mit Buchungen zurück", hieß es nun. Daher sei es schwieriger, mit dem späten Geschäft Gewinn zu machen.

Thomas Cook verdient sein Geld hauptsächlich in den Sommermonaten, wenn Urlauber aus üblicherweise kälteren Ländern wie Großbritannien, Deutschland und Skandinavien in die Sonne von Spanien, Griechenland oder Türkei wollen. Im dritten Quartal des im September endenden Geschäftsjahres schafften es die Fluggesellschaften des Konzerns, darunter die deutsche Condor, die Effekte der Hitzeperiode auszugleichen. Bei einem Umsatzplus von zehn Prozent auf 2,5 Milliarden Pfund (2,8 Milliarden Euro) legte der bereinigte operative Gewinn (Ebit) um acht Prozent auf 14 Millionen Pfund zu.

Auch der Veranstalter FTI geht von Auswirkungen des Wetters auf das Buchungsverhalten aus. Diese ließen sich allerdings nicht ohne weiteres beziffern. „Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft stieg die Buchungsnachfrage wieder unmittelbar an und hat uns einen Rekord-Juli im Last-Minute-Bereich beschert.“ FTI berichtete von einer aktuell sehr starken Nachfrage nach Reisen im Inland und nach Zielen, bei denen Urlauber die Anreise selbst organisieren, zum Beispiel Norditalien.

Kurzentschlossene neigen nach Erkenntnissen der GfK-Konsumforscher in heißen Sommern eher zu Ferien im eigenen Land. „Unser regelmäßiges Konsumenten-Panel zeigt, dass in Jahren mit besonders schönem Sommerwetter in Deutschland der Trend etwas nach oben zeigt, Urlaub im eigenen Land zu machen“, sagte GfK-Tourismusexperte Roland Gaßner. „Es ist vorstellbar, dass dieser Sommer für das Last-Minute-Geschäft in Richtung Mittelmeer nicht so erfolgreich wird“.

Insgesamt rechnet Gaßner aber damit, dass 2018 eines der Topjahre für die Tourismusbranche sowohl im Inland als auch im klassischen Veranstaltergeschäft wird. Nach GfK-Daten stieg der Buchungsumsatz bei klassischen Reisebüros, Onlineportalen der Veranstalter und bestimmten Internet-Portalen für das wichtige Sommergeschäft bis Ende Juni um insgesamt 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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