Beim Autobahnbau in Ungarn Schmiergeldverdacht gegen Bilfinger Berger

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger soll Schmiergelder in Millionenhöhe gezahlt haben.

Korruptionsvorwurf: Im Zentrum der Ermittlungen steht nach Medienberichten aus Österreich ein 495-Millionen-Euro-Bauprojekt in Ungarn. Quelle: dapd

Schwere Korruptionsvorwürfe gegen den Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger: Das MDAX-Unternehmen steht im Verdacht, Schmiergelder in Millionenhöhe gezahlt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat im Oktober mehrere Büros des Unternehmens durchsucht, wie Bilfinger am Montag bestätigte.

Die österreichische Tageszeitung "Die Presse" hatte am Samstag berichtet, im Zentrum der Ermittlungen stehe ein 495-Millionen-Euro-Bauprojekt in Ungarn. Dafür sei angeblich 2006 und 2007 Schmiergeld geflossen. Büros der österreichischen Konzerntochter in Wien, die Konzernzentrale in Mannheim sowie Filialen in Ungarn und der Slowakei seien Mitte Oktober durchsucht worden. "Bilfinger unterstützt die Ermittlungen und kooperiert uneingeschränkt mit der Staatsanwaltschaft", teilte ein Sprecher des Unternehmens mit." Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, bitten wir um Verständnis, dass wir zu dem Sachverhalt keine weiteren Angaben machen können." Die Staatsanwaltschaft war am Montag zunächst nicht zu erreichen.

Bilfinger Berger musste sich vor gut einem Jahr mit Korruption bei der nigerianischen 49-Prozent-Tochter Julius Berger auseinandersetzen. Beim Bau einer Pipeline für die Nigerian National Petroleum Corporation zusammen mit dem US-Ingenieur-Dienstleister Willbros floss demnach vor sieben Jahren eine knappe Million Dollar Schmiergeld, und nach "Spiegel"-Recherchen kam das Geld von einem Wiesbadener Bilfinger-Konto. In Wiesbaden sitzt eine rund 500 Mitarbeiter starke Nigeria-Niederlassung von Bilfinger, die für Julius Berger etwa so wichtig ist wie für den Körper das Hirn. Bilfinger- beziehungsweise Julius-Berger-Manager hatten sich selbst angezeigt.

Ermittlungen wegen Korruption und Geldwäsche gegen drei deutsche Berger-Manager endeten im Herbst 2010 mit einem Vergleich: Julius Berger zahlte 29,5 Millionen Dollar in Nigerias Staatskasse

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