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Berlin-Brandenburg Hauptstadtflughafen sollte 2012 als Baustelle in Betrieb gehen

Der neue Berliner Flughafen sollte ein Doppeldasein führen: Tagsüber Tor zur Welt für Tausende Passagiere, nachts Baustelle mit offenen Decken und Kabelrollen. Ein Provisorium ließen die Behörden aber nicht durchgehen.

Pannenflughafen BER soll erst 2018 öffnen
Seit 2006 wird der künftige Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ schon gebaut Quelle: dpa
09. März 2016Die für Ende 2017 geplante Eröffnung des  Hauptstadtflughafens BER ist nach Informationen des "Tagesspiegels" wegen neuer Probleme beim Brandschutz gefährdet. Das Bauordnungsamt habe für den Umbau der Brandschutzanlage weitere Nachweise sowie Nachbesserungen an den Unterlagen gefordert, hieß es. Das könnte auch zusätzliche Bauarbeiten im Terminal nach sich ziehen, wie aus einem internen Schreiben des Flughafen-Technikchefs Jörg Marks hervorgeht. "Wir müssen die Anforderungen des Bauordnungsamts einbeziehen und sehen, wie wir die Nachbesserungen umsetzen können", sagte Flughafensprecher Daniel Abbou der Nachrichtenagentur dpa. Quelle: dpa
4. November 2015Am neuen Hauptstadtflughafen haben Firmen in den vergangenen Jahren Mitarbeiter zu Unrecht als Brandschutz-Fachleute ausgegeben. Kontrollen der Flughafengesellschaft hätten ergeben, dass die notwendigen Nachweise für die Fachkunde fehlen, teilte der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenpartei sprach er von Einzelfällen im niedrigen einstelligen Bereich seit 2012. Müller ist Aufsichtsratschef der staatlichen Flughafengesellschaft. Er berief sich auf Angaben der Geschäftsführung um Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Demnach werden die Eignungsnachweise bei der Vergabe von Aufträgen überprüft, danach bei Personalwechseln und besonders seit August 2014 auch bei Audits. Probleme mit dem Brandschutz, etwa auch wegen überbelegter Kabeltrassen, hatten das Projekt weit zurückgeworfen. Quelle: dpa
Flughafen Berlin Brandenburg Quelle: dpa
21. August 2015Die Baufirma Imtech muss Insolvenz anmelden - und den Flughafen wirft das in seinem Zeitplan weiter zurück. Nach Einschätzung der verantwortlichen Taskforce ist es durch die Insolvenz der Gebäudetechnikfirma bisher zu einer Verzögerung der Eröffnung von zwei bis drei Wochen gekommen. Gleichwohl sieht die Flughafengesellschaft die Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 „zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Erkenntnisse“ nicht gefährdet. Bis Ende September solle die sogenannte Meilensteinplanung überarbeitet werden. Die Insolvenz habe zu einem „deutlichen Rückgang“ der Mitarbeiterzahlen geführt, so die Flughafengesellschaft. Imtech und eine mitbeteiligte Firma hätten jedoch zugesagt, die Mitarbeiterzahlen schnellstmöglich wieder hochzufahren, um die zeitlichen Auswirkungen „weitestgehend zu begrenzen“. Quelle: dpa
Hauptstadtflughafen Quelle: dpa
Karsten Mühlenfeld Quelle: dpa

Auf dem neuen Berliner Hauptstadtflughafen wären nach einer planmäßigen Eröffnung im Juni 2012 noch monatelang Bauarbeiter im Einsatz gewesen. „Es war klar, dass nach der Eröffnung in Nachtarbeit sechs Monate gearbeitet werden musste“, sagte der damalige Gesamtprojektleiter Joachim Korkhaus am Freitag im Berliner Abgeordnetenhaus. So

Zudem ist erneut eine Debatte über wachsende Kosten für den ins Stocken geratenen Flughafen-Bau entbrannt. Technikprobleme, Baumängel und Planungsfehler verhindern bis heute eine Inbetriebnahme. Flughafenchef Hartmut Mehdorn strebt einen Start 2015 an, nennt aber keinen konkreten Termin. Die ursprüngliche Inbetriebnahme des Flughafens am 3. Juni 2012 war mit einer Teilautomatik beim Brandschutz im Terminal geplant: Im Brandfall sollten Feuerwehrleute den Rauchabzug und die Sprinkler per Knopfdruck in Gang setzen, Türen sollten teils per Hand bedient werden - eine Idee der Architekten, nicht des Flughafens, wie Korkhaus betonte. Die Behörden akzeptierten diese Notlösung aber nicht, und der Flughafen sagte die Eröffnung kurzfristig ab.

Die größten Airport-Pannen
Berlin Quelle: dpa
Athen
Bangkok Quelle: dpa
Denver Quelle: AP
Hongkong Quelle: AP
Kuala Lumpur Quelle: REUTERS
Paris Quelle: AP


Das Planungschaos bei dem Projekt reicht nach Korkhaus' Ausführungen vor dem Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses mindestens bis ins Jahr 2009 zurück. Für die Entrauchungsanlagen hätten Ende 2009 rund 3000 Pläne vorliegen müssen, es gab aber nur 500, wie Korkhaus am Freitag im Ausschuss sagte. Viele Firmen hätten Kabel planlos verlegt, bis 2011 auf den Kabeltrassen kein Platz mehr gewesen sei.

„Dass es kritisch war, war uns bewusst“, sagte Korkhaus. Die Planer hätten aber nicht in allen Bereichen Platz für weitere Trassen gefunden. Das habe zur Absage der Eröffnung 2012 beigetragen. Ein erster Eröffnungstermin - im Oktober 2011 - war 2010 um sieben Monate verschoben worden. Damals schätzte der Projektsteuerer WSP den Projektverzug aber schon auf zwölf Monate, wie Korkhaus sagte.

Nach Informationen des RBB könnten sich die Baukosten für den neuen Hauptstadtflughafen auf mehr als 4,7 Milliarden Euro belaufen. Eine weitere Steigerung sei möglich, weil diese Summe nur 440 Millionen Euro für den Schallschutz enthalte, wie der RBB am Freitag unter Berufung auf einen Bericht an den Flughafen-Aufsichtsrat mitteilte. Die Schallschutz-Ausgaben könnten sich nach Schätzungen tatsächlich aber auf 600 bis 700 Millionen Euro belaufen.

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Flughafensprecher Ralf Kunkel wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Er kommentiere Interna nicht, sagte er. Über Baukosten in Höhe von 4,7 Milliarden Euro war im vergangenen Sommer schon einmal spekuliert worden. Der Piraten-Abgeordnete Martin Delius, Vorsitzender des Flughafen-Untersuchungsausschusses, sagte in der RBB-Abendschau: „4,7 Milliarden Euro sind nicht das Ende der Fahnenstange.“ Es seien mehr als fünf Milliarden Euro denkbar.

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