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Berliner Flughafen Mehdorns angekündigter Rücktritt

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Fehlerhafte Baupläne

Zwar hat sich Mehdorn in seiner Amtszeit mit vielen Top-Leuten aus dem BER-Umfeld überworfen. Doch am Ende hat Mehdorn auch Ruhe in Deutschlands größte Baustelle gebracht. Dazu muss man wissen, dass ihm seine Vorgänger ein Trümmerfeld überlassen hatten:

- Die IT-Netze waren für einen deutlich kleineren Flughafen ausgelegt. Nun muss die IT für 350 Einzelsysteme von Lichtersteuerung über Flugsicherung bis Bodendienste und Feuerwehr erweitert werden. So eine Aufgabe erledigt man nicht über Nacht.

- Die Baupläne waren völlig fehlerhaft. Auf dem Papier stimmten nicht einmal die Raumnummern mit den tatsächlichen Bezeichnungen im Gebäude überein. Wie soll man aber vernünftig bauen, wenn jeder Subunternehmer nach eigenen und fehlerhaften Bauzeichnungen arbeitet. Mehdorn ließ die Pläne in Sisyphusarbeit auf den aktuellen Stand bringen.

- Die Brandschutzanlage war so ausgelegt, dass der Rauch im Brandfall gegen die physikalischen Gesetze nach unten abgesaugt werden sollte – eine technisch äußerst komplexe Aufgabe. Die Anlage war zudem überdimensioniert und in der Ansaugstärke nicht regulierbar. Intern bezeichneten die Mitarbeiter das System als Monster, weil es schwer zu bändigen sei. Die Anlage wird nun in drei Einzelteile zerlegt. Das wiederum erfordert bauliche Veränderungen wie dickere Wände und getrennte Räume – ein Prozess, der viele Monate in Anspruch nehmen wird.

- Schließlich ist der BER bereits vor der Eröffnung zu klein. Die Kapazität ist auf 27 Millionen Passagiere ausgelegt. Bereits in diesem Jahr werden von Tegel und Schönefeld mehr Fluggäste abfliegen und landen. Mehdorn präsentierte dafür eine Erweiterung des BER um einen Terminalanbau am Pier Nord. Das Terminal erfordert erneut Investitionen im dreistelligen Millionenbereich. Mehdorn galt erneut als Buhmann, obwohl die Planungsfehler in der Vergangenheit gemacht wurden.

Vorteil für Mehdorn

Den endgültigen Zorn Mehdorns zog der Aufsichtsrat auf sich, als durchgesickert war, dass die Kontrolleure von Bund und Ländern bereits nach einem Nachfolger von Mehdorn suchten. So waren bereits erste Gespräche mit dem Kölner Airport-Chef Michael Garvens angesetzt.

Das Vorgehen des Aufsichtsrates muss kritisch hinterfragt werden. Die Buhmannrolle allein Mehdorn zuzuschieben, ist zu billig und einfach. Nun wird Mehdorn das Kapitel als Flughafenchef bald selbst schließen. Einen Vorteil hat der Schritt für ihn. Sein Vertrag läuft offiziell bis 2016. Vergangenes Jahr ist er mit dem Ziel angetreten, den Flughafen bis dahin – zumindest in Teilen - zu eröffnen. An dieser Aufgabe hätte er sich unnötig verkämpft. Denn als offizielles Eröffnungsdatum gilt inzwischen das zweite Halbjahr 2017.

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