BerlinLinienBus Bahn stellt Fernbus-Geschäft weitgehend ein

Die Deutsche Bahn wird sich laut Konzernkreisen weitgehend aus dem Fernbusgeschäft zurückziehen. Die Konzerntochter BerlinLinienBus soll eingestellt werden.

Die Deutsche Bahn stellt ihre Marke BerlinLinienBus ein. Quelle: dpa

Die Deutsche Bahn zieht sich Konzernkreisen zufolge weitgehend aus dem Busgeschäft zurück. Die Marke BerlinLinienBus (BLB) werde eingestellt, sagte ein Mitarbeiter der Bahn am Donnerstagabend. Einige Strecken sollten von IC Bus übernommen werden, der bislang hauptsächlich ins Ausland unterwegs war. Damit würde der einzige größere Konkurrent von Marktführer Flixbus ausscheiden. Eine Bahnsprecherin sagte: „Die DB äußert sich nicht zu den Medienberichten und verweist auf eine offizielle Verlautbarung am Freitagmorgen.“

Die Bahn hatte ihren Marktanteil auf dem Fernbusmarkt seit Anfang des Jahres von 9 auf 14 Prozent gesteigert, wie das Marktforschungsinstitut Iges erst kürzlich errechnet hatte. Für das Wachstum hatte fast ausschließlich BLB gesorgt. Der konzerneigene IC Bus liegt bei 1 Prozent.

Bereits Anfang August hatte die WirtschaftsWoche berichtet, dass die Bahn ihr Fernbusgeschäft infrage stellt. Das Unternehmen nehme „die derzeitige Marktkonsolidierung im deutschen Fernbusgeschäft zum Anlass, ihre Geschäftsaktivitäten auf den Prüfstand zu stellen“, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion.

Nach der Freigabe des Fernbusmarktes war in der Branche ein harter Konkurrenz- und Preiskampf ausgebrochen. Beherrscht wird der Busmarkt von Flixbus, der erst im August den Branchen-Zweiten Postbus übernahm und nun knapp 80 Prozent der Fahrplan-Kilometer anbietet.

Bahnchef Rüdiger Grube hatte zuvor gesagt, er werde den "Blödsinn" auf dem Busmarkt nicht mehr mitmachen und dieses Jahr noch Entscheidungen fällen. Niemand verdiene derzeit mit Fernbussen Geld.

Nach einem starken Anstieg in den vergangenen Jahren und einem Höchststand 2015 pendelt sich das deutsche Fernbus-Netz bei etwa 300 Linien ein. Im dritten Vierteljahr waren es laut Iges 293 Linien. Die Zahl der wöchentlichen Hin- und Rückfahrten nahm um 24 auf 4258 zu.

Höhere Preise können die Anbieter in dem hart umkämpften Markt kaum noch durchsetzen. Mit 9,2 Cent je Fahrgast und Kilometer liegen die Normalpreise heute um 0,2 Cent höher als vor einem Jahr, die Angebotspreise liegen 0,2 Cent niedriger bei 3,6 Cent.

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