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Berühmte letzte Worte

Das Fernsehen muss sich endlich neu erfinden

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Unbegrenzte Möglichkeiten - theoretisch

Haben die Sender ebensowenig wie die Telekoms und Vodafones dieser Welt verstanden, wohin seit Galilei und Kopernikus die Reise geht? Haben sie nicht verstanden, wieviel unendlich reicher plötzlich unsere Möglichkeiten waren? Wieviel weiter unsere Horizonte, unser Universum, wieviel größer unsere Demut?

Sender und Telekommunikationskonzerne beharren jedoch bis heute auf ihrem obsoleten Weltbild. Machen es sich gemütlich in ihrem vergangenen Jahrtausend, verteufeln und verbrennen die Ketzer und erhöhen Ablass, Tarife und Gebühren. Wie lange noch wollen Sender und Marketer die Tatsache, dass die Jugend ihnen davonläuft, auf deren Pubertät schieben?

Sender sollten ihre Programme 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche per Livestream und auf individuellen Abruf anbieten. Unabhängig vom Gerät. Kostenlos. Ohne Sieben-Tage-Lösch-Damokles. Wir haben unseren Ablass entrichtet.

Fernsehgeräteproduzenten sollten uns Internet-fähige Computer mit geteilten Bildschirmen und Bluetooth-Tastatur an die Wand oder in die Hosentasche kreieren, statt irgendwelcher Smart-TV-Gimmicks, die nur das Unvermeidliche künstlich hinausschieben. Warum überhaupt sind Fernsehgeräte nicht längst Tablets? Oder Beamer?

Die wichtigsten Anbieter im Online-Fernsehen

Über Nacht hätten wir unendliche Möglichkeiten des Sozialen, der Programmqualität und Interaktion. Agile Agenturen und alerte Marketer würden morgen schon die neuen Horizonte und Welten ausloten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Die alten Sender könnten zu YouTubes, Vimeos, Snapchats werden. Rezipienten würden zu Produzenten, Produzenten zu Sendern, Marken zu Medien.

Markenverantwortliche könnten mit den neuen Rezipienten, Sendern und Produzenten co-kreieren oder gar verschmelzen. Insgesamt würden sich Relevanz und Engagement in ungeahnte Höhen bewegen. Denn aus dem passiven, anachronistischen Lean-Back-Medium könnte ein aktives, avantgardistisches Lean-Forward-Medium werden.

In Arbeit
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Hätte Deutschland es damals den Holländern gleichgetan, sprächen wir heute alle fließend Englisch. Wären die Dritten Programme ihrem Auftrag treu geblieben, müsste Facebook-Investor Peter Thiel sich nicht über unser 'Land der Ideen' lustig machen.

Im Netz wären dem neuen Fernsehen keinerlei Grenzen gesetzt. Es würde in ihm aufgehen, in es hineinwachsen und transzendieren. Vielleicht bräuchte es einen neuen Namen, ein neues Management, eine neue Berufung und Vision. Vielleicht müsste so manches aus dem Netz im besten Sinne assimiliert werden.

Das Fernsehen könnte in einem Big Bang von Innovationen endlich von der flachen Scheibe im Raum zur imposanten Kugel werden. Innerhalb des jüngeren Leitmediums Internet könnte mit ein wenig intellektueller Anstrengung auch das Fernsehen wieder bewährte Leitfunktionen übernehmen. Wir bräuchten sie dringend. Das Marketing sollte sich endlich ein Herz fassen und seine Milliarden in die Waagschale werfen.

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