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Bettina Röhl direkt

Was steckt hinter dem großen Springer-Funke-Deal?

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Funke glaubt an das Medienpaket

Zehn Tipps zum Umgang mit Karriereportalen
Mann betrachtet Lebenslauf Quelle: gms
Mann denkt nach Quelle: Fotolia
Frau schaut in die Ferne Quelle: Fotolia
Viele Menschen im Kreis Quelle: Fotolia
Was sind meine kurzfristigen Ziele?Welche Ziele wollen Sie innerhalb der nächsten Monate erreichen? Hauptsache erst einmal nur Geld verdienen? Steht vielleicht ein Umzug an? Quelle: dpa/dpaweb
Und wie sieht meine langfristige Zukunft aus?Fragen Sie sich, was Sie wirklich im Leben erreichen wollen. Welchen Stellenwert darf Ihr Job in Ihrem Leben einnehmen? Wie sieht es zum Beispiel mit der Familienplanung aus? Quelle: dpa
Ziellinie Quelle: Fotolia

Gerade hat Springer seine Anteile an französischen Regionalzeitungen abgestoßen und nur wenige Tage zuvor bekannt gegeben in Deutschland die Tageszeitungen "Hamburger Abendblatt" und die "Berliner Morgenpost"(die beide in den letzten Jahren in die WELT-Gruppe implementiert wurden), sowie die Hörzu und eine Reihe weiterer Programm-und Frauenzeitschriften an die Funke-Mediengruppe verkauft zu haben, immerhin ca. ein Fünftel des innerdeutschen Jahresumsatzes von Axel Springer.

Der Kaufpreis beträgt 920 Millionen Euro. Für 660 Millionen Euro hat Funke eine Darlehenszusage  der Unicredit. Die restlichen 260 Millionen Euro stundet Springer der Funke-Gruppe mit einem für Springer attraktiven Zinssatz, wie Springer-Kommunikationschefin Edda Fels betont. Ein teilfinanzierter Abzahlungskauf. Allerdings: Hohe Zinsen sprechen nicht für eine besondere Bonität der Funke-Gruppe.

"Content-Liefer-Beziehung"

Nein, Springer verbürgt sich für den Bankkredit der Funke-Gruppe nicht und leistet diesbezüglich auch sonst der finanziell nicht so glänzend wie Springer dastehenden Funke-Gruppe keine Schützenhilfe. Das heißt, die Funke-Gruppe und ihre Bank glauben an die Ertragskraft und an die Zukunft der erworbenen Medientitel, die Springer selber für die Zukunft allerdings gefährdet sieht und deswegen erklärtermaßen aus einer Position der Stärke heraus verkauft.

Gleichzeitig wollen Springer und Funke zwei neue Gemeinschaftsunternehmen gründen, die sich um den Vertrieb und die Werbung der Presseerzeugnisse beider Unternehmen kümmern sollen. Springer soll an diesen Unternehmen Mehrheitsgesellschafter mit einem 70 Prozent Anteil sein und folgerichtig die Geschäftsführung inne haben. Im Wesentlichen in Bezug auf diesen selbstständigen Vertragsbestandteil des großen Gesamtpakets könnte eine Entscheidung der Kartellbehörden, die auch dem Verkauf insgesamt noch zustimmen müssen, noch problematisch werden, da ein solches Joint Venture den Wettbewerb der beiden Mediengiganten erheblich einschränkt.

Wegbrechen aus dem Welt-Content

Da Springer mit dem Wegbrechen der Berliner Morgenpost und des Hamburger Abendblattes aus dem Welt-Konglomerat Content, wie es heutzutage so schön heißt, verliert, also der WELT journalistische Kapazitäten abhanden kommen, denken beide Medienkonzerne, so eine Auskunft der Springer-Sprecherin Edda Fels gegenüber der Autorin, darüber nach außerdem eine "Content-Liefer-Beziehung" einzugehen. Es soll also journalistische Leistung, sprich die "Hamburg-Kompetenz" und die "Berlin-Kompetenz", so Edda Fels, der Neu-Funke-Medien "Hamburger Abendblatt" und "Berliner Morgenpost" der WELT ( weiterhin) zur Verfügung gestellt werden. Diese in Planung befindliche "Content-Liefer-Beziehung" bestätigt auch der Sprecher der Funke-Gruppe Tobias Korenke gegenüber der Autorin, allerdings stünden die Einzelheiten noch nicht fest. Ob der Content-Verkauf bei der wirtschaftlichen Bewertung des Geschäftes durch die finanzierende Bank eine Rolle spielt, ist hier nicht bekannt.

Jetzt ist bekannt geworden, dass umgekehrt auch die WELT journalistische Inhalte an das "Hamburger Abendblatt" und die "Berliner Morgenpost" liefern soll und es wird offenbar darüber nachgedacht, ob die WELT zum Inhaltslieferanten auch für andere Funke-Medien, beispielsweise der WAZ, der Thüringer Zeitungen, usw. zu machen.

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