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Bettina Röhl direkt

Was steckt hinter dem großen Springer-Funke-Deal?

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Verkauf mit Jobgarantie

17 Tipps für ein gelungenes Xing-Profil
1. Profil vollständig ausfüllenKlingt vermeintlich banal, wird aber oft vernachlässigt: Füllen Sie Ihr Profil so detailliert wie möglich aus – und aktualisieren Sie es regelmäßig, sobald sich an Ihrer Position oder Funktion etwas ändert. Quelle: Fotolia
2. Passendes Foto wählenSoll heißen: Keine unscharfe Aufnahme aus dem vergangenen Sommerurlaub, kein verschwommenes Bild vom letzten Thekenaufenthalt. Ob in Farbe oder Schwarzweiß, ist nicht entscheidend. Das Profilbild sollte vor allem seriös wirken und authentisch – und zu Ihrer Branche passen. Also: Banker und Unternehmensberater in Anzug und Krawatte, Grafiker und Designer gerne in legerer Kluft. Quelle: Fotolia
3. „Über mich“ beachtenAuch diese Funktion wird oft vernachlässigt. Xing bietet die Chance, das Profil persönlich und individuell zu gestalten. Also: Was genau macht Sie einzigartig? Hier können Sie die Essenz Ihrer Persönlichkeit in wenigen Sätzen schildern. Tipp: Schon mit rudimentären HTML-Kenntnissen können Sie dort Bilder, Grafiken oder Links einfügen. So können Sie sich von der Masse abheben – und zeigen gleichzeitig Kreativität und Individualität. Quelle: Fotolia
4. Dokumente hochladenSeit einigen Monaten können Mitglieder auf ihr Profil Referenzen und Auszeichnungen hochladen – also beispielsweise Arbeitsproben oder Zeugnisse. Quelle: Fotolia
5. Weitere Profile verlinkenSie sind bei Twitter? Oder bei Google Plus? Dann teilen Sie das Ihren Kontakten mit – indem Sie Ihre Profile bei Xing verknüpfen. Quelle: Fotolia
6. Premium-Account erwägenDie Grundfunktionen bei Xing sind kostenlos. Doch wer das Netzwerk zur ernsthaften Kontaktpflege oder Jobsuche nutzen will, kommt nicht um eine Premium-Mitgliedschaft umhin. Für 5,95 Euro monatlich bietet Xing erweiterte Funktionen: Dann kann man erstens sehen, wer das eigene Profil besucht hat, zweitens gezielt nach Kontakten suchen, drittens Nachrichten mit Anhängen bis 100 Megabyte verschicken. Für Jobsucher am wichtigsten ist der vierte Vorteil: Premium-Mitglieder können allen Mitgliedern direkte Nachrichten schreiben, nicht nur ihren direkten Kontakten. Quelle: Fotolia
7. Gruppen nutzen…Die Xing-Mitglieder tauschen sich nicht nur individuell aus, sondern auch in den etwa 50.000 Fachgruppen. Die Gruppe Bewerbung & Recruiting ist mit knapp 55.000 Mitgliedern eine der größten. Quelle: Fotolia

Die Funke-Mediengruppe veröffentlicht anders als Springer keine Zahlen. Ein echtes Privatunternehmen. Im Kaufvertrag soll sich Funke gegenüber Springer zu einer Job-Garantie verpflichtet haben, das heißt, dass sämtliche Mitarbeiter von kleinen Redakteur bis zum Chefredakteur bis hin zu den Geschäftsführern von allen übernommenen Titeln zu identischen Bedingungen wie bisher weiter beschäftigt werden. Das ist bedeutsam insofern, als die Funke-Gruppe dafür bekannt ist, etliche Redaktionen, die zu dem Essener Medienhaus gehören, erheblich ausgedünnt bis quasi abgeschafft zu haben, so dass die Funke-Medien im Prinzip keinerlei Rationalisierungsspielräume hat.

Aufgrund eines umfangreichen Revirements hatte die Funke-Tochter Petra Grotkamp Anfang 2012 die Mehrheit der Geschäftsanteile der von Jakob Funke und Erich Brost einst gegründeten WAZ-Gruppe übernommen und hält jetzt 66,6 Prozent. Ein Deal, der finanziell verkraftet sein will. Die WAZ-Gruppe firmiert seit Januar 2013 als Funke-Mediengruppe.

Die Plausibilität des großen Medienpaktes

Beide Unternehmen, Springer und die Funke-Mediengruppe, verkaufen den Deal in hübschen, aber wenig aussagekräftigen Pressemitteilungen als eine Art Marktbereinigung: zwei Unternehmen, eine Win-Win-Situation. Springer trennt sich von allem was nicht BILD-Zeitung oder WELT ist und konzentriert sich auf diese beiden überregionalen Linien, Welt, Welt am Sonntag, BILD (mit einverleibter BZ) BILD am Sonntag, und Computer-Auto und Sportbild. Die Funke-Gruppe dagegen expandiert in ihrem ohnehin schon bedeutenden Markt der Regionalzeitungen und der Zeitschriften.

Da die Funke-Gruppe den Status quo seiner Neuerwerbungen hegen und pflegen will, sind allerdings eigentlich keine Synergien erkennbar, wenn zu dem Konglomerat von zahlreichen Regionalisten der Funke-Gruppe andere aus noch nicht besetzten Regionen hinzukommen. Ähnliches gilt für die übernommenen Zeitschriften.

Springer umgekehrt wurde durch das "Hamburger Abendblatt" oder die "Berliner Morgenpost" oder durch die ebenfalls verkauften Zeitschriften in keiner Weise daran gehindert in WELT und BILD  journalistisch zu investieren. Und auch die Expansion im digitalen Markt schaffte Springer finanziell, wie Edda Fels betonte, durchaus aus eigener Kraft. Insofern fehlt die wirkliche Plausibilität des großen Medienpaktes.

Journalistenverband ist skeptisch

Springer sei immer wieder mit seiner Absicht seinerseits regionale Tageszeitungen zuzukaufen am Kartellamt gescheitert und gibt dies als Grund an, dass Springer die Regionalisten in seinem Bestand dann lieber ganz ausverkaufen will. Aber das ist eigentlich kein Argument.

Kein Wunder, dass die mehrheitlich grün-linke Medienwelt und der deutsche Journalistenverband die Ankündigung der Medienkonzerne skeptisch aufnahmen. Arbeitsplatzabbau, Rationalisierung und Stress für die Redakteure und die übrigen Mitarbeiter gelten als ausgemachte Sache, obwohl die Konzernankündigungen dafür keinen Anlass bieten, es sei denn man bezweifelt diese Ankündigungen.

Ein groteskes Phänomen hat sich in den Medien rasant verbreitet. Man kennt die Anti-Springer-Kampagnen der Medien seit 50 Jahren. Springer der Buhmann, Springer mit dem zweifelhaften Journalismus, Springer mit der arg konservativen Grundnote, Springer mit der Hetze gegen alles, was rot oder grün war. Springer war und ist fast jedem Nicht-Springer-Journalisten einen Generalverdacht wert und mindestens ein abfälliges Zucken mit dem Mundwinkel. Und jetzt dies. Alle wollen ihr "Hamburger Abendblatt", die "Berliner Morgenpost" oder ihre "Hörzu" mit ihren journalistischen Qualitätsinhalten, wie es jetzt plötzlich überall heißt, zurück.

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