BGH-Urteil Ryanair scheitert mit Klage gegen Reiseportal

Wer in den Urlaub fliegen will, vergleicht im Internet die Preise. Weil Ryanair sich benachteiligt fühlt, hat die irische Fluggesellschaft geklagt - und in fast allen Punkten verloren.

Die berühmten Sprüche des Ryanair-Chefs
"Jeder Idiot, der irgendwo rausgeschmissen wird, taucht wieder als Berater auf. Ich habe bislang noch jeden erschossen, der in mein Büro gekommen ist." Quelle: REUTERS
"Das Problem mit den Fluglinien-Managern ist doch, dass sie kein Rückgrat haben und sich an ihre Erzfeinde in der Umweltbewegung ranwanzen, statt sie Lügner zu nennen, wie sie es verdienen." Quelle: REUTERS
"Unsere Umsatzrendite von 25 Prozent ist nicht gut, sondern obszön in dieser Branche. Verglichen mit dem Rest sind wir keine Fluglinie, sondern Drogenhändler." Quelle: REUTERS
„Wenn ich abtrete wird sicher unser Marketing-Etat wachsen, weil wir ohne meine Sprüche weniger Aufmerksamkeit bekommen - aber das sparen wir dann an Gerichtskosten, weil uns dann weniger Leute wegen meiner Sprüche verklagen.“ Quelle: REUTERS
„Heute müssen Unternehmen-Chefs sagen, Unsere Beschäftigten sind unser wichtigstes Asset. Was ein Schwachsinn. Die Beschäftigten sind unser größter Kostenblock und viele sind so faul, dass wir sie ständig in den Hintern treten müssen. Das denkt eigentlich jeder Chef, aber keiner will es zugeben.“ Quelle: dpa
„40 Euro wenn wie eine Bordkarte neu ausdrucken, weil jemand sein vergessen oder verloren hat sind nicht zu viel. Eigentlich müssten wir für so viel Blödheit mindestens 60 Euro verlangen.“ Quelle: dpa
"Umweltschützer ärgern wir wo immer wir können. Eigentlich müsste man die erschießen, denn sie wollen fliegen so teuer machen, dass es wieder ein Privileg für die Reichen wird." Quelle: dpa

Internet-Reiseportale dürfen Flüge des Billigfliegers Ryanair vermitteln und damit Geld verdienen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch entschieden. Das Gericht wies damit eine Klage der irischen Fluggesellschaft gegen ein Internet-Reiseportal in zentralen Fragen ab. Zugleich stärkten die Richter die Rechte der Verbraucher. Das Gericht gab im konkreten Fall dem Interesse der Kunden am Preisvergleich Vorrang vor den Geschäftsinteressen der Fluglinie.

Das Geschäftsmodell des beklagten Internet-Portals fördere Preistransparenz auf dem Markt der Flugreisen, hieß es. Kunden könnten so leichter die günstigsten Flugverbindungen finden. Durch das Vorgehen der Plattform werde Ryanair nicht wettbewerbswidrig behindert.

Die irische Fluggesellschaft hatte den niederländischen Reiseanbieter Beins Travel Group verklagt. Dieser betreibt in Deutschland etwa die Webseite CheapTickets.de. Dort können Kunden Flüge von Ryanair buchen, ohne das Web-Angebot des Unternehmens selbst zu nutzen. Der Kunde zahlt den Flugpreis plus eine Vermittlungsgebühr an das Portal. Dieses leitet den Flugpreis an Ryanair weiter. Bei anderen Vergleichsportalen werden interessierte Kunden zum Teil auf die Seite des jeweiligen Unternehmens weitergeleitet.

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Das irische Unternehmen möchte, dass die Kunden zum Buchen auf seine Seite zugreifen. Das Interesse des Unternehmens wiege jedoch gegenüber den Verbraucherinteressen nicht so schwer, erklärte das Gericht.

Der BGH wies den Fall allerdings an das Oberlandesgericht Hamburg zurück. Dieses müsse unter anderem klären, ob der Fluglinie Ansprüche wegen Irreführung zustünden, hieß es.

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