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Bilanz-Vorlage Lufthansa-Chef Spohr: Brauchen Staatshilfe bei längerer Corona-Krise

Einen Ausblick auf das Jahr 2020 wagt die von der Pandemie schwer getroffene Lufthansa nicht mehr. Im vergangenen Jahr schon sank der Gewinn das zweite Jahr in Folge. Quelle: AP

Zur Vorlage der Geschäftsbilanz 2019 hat die Lufthansa ihren Hilferuf an den Statt bekräftigt. Der Konzern sah sich aufgrund der Corona-Krise weiterhin nicht in der Lage, eine Prognose für das Jahr 2020 abzugeben.

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Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat in der Corona-Krise seinen Hilferuf an den Staat bekräftigt. „Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann“, erklärte er am Donnerstag zur Vorlage der Bilanz des vergangenen Jahres. Die Lufthansa ist wie alle anderen Airlines von der Pandemie massiv betroffen. Nur dank eines bis Mitte April laufenden Sonderflugplans für Heimkehrer werden demnächst überhaupt noch fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge stattfinden. Rund 700 der 763 Flugzeuge der Flotte stünden am Boden. „Dieser außergewöhnlichen Situation müssen wir mit drastischen und zum Teil schmerzhaften Maßnahmen begegnen“, sagte Spohr. Beschäftigte müssten in Kurzarbeit gehen, die Dividende falle aus, und der Vorstand verzichte auf 20 Prozent seiner Grundvergütung.

Spohr hatte bereits vergangene Woche in einer Videobotschaft an die Beschäftigten erklärt, staatliche Hilfe werde womöglich gebraucht. Die Lufthansa werde in allen Heimatmärkten mit den Regierungen darüber sprechen. Die belgische Tochter Brussels Airlines hat den Staat bereits um Finanzhilfe gebeten, laut Medienberichten um 200 Millionen Euro.

Einen Ausblick auf das Jahr 2020 wagt die von der Pandemie schwer getroffene Airline nicht mehr. Im vergangenen Jahr schon sank der Gewinn das zweite Jahr in Folge. Der Konzerngewinn halbierte sich fast auf 1,2 Milliarden Euro, während der Umsatz um 2,5 Prozent kletterte auf 36,4 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge sank auf 5,6 von acht Prozent. Als Gründe führte die Lufthansa höhere Treibstoffkosten, eine schwächere Nachfrage wegen des Konjunkturabschwungs und Preisdruck durch den scharfen Wettbewerb in Europa an. Darunter litt vor allem die Billigflugtochter Eurowings, die weiter Verlust schrieb, wenn auch deutlich weniger als im Vorjahr.

„Die Lufthansa Group ist finanziell gut gerüstet, um auch einer außergewöhnlichen Krisensituation wie der jetzigen zu begegnen“, erklärte der Dax-Konzern. Die Finanzverschuldung der Airline beläuft sich auf 4,3 Milliarden Euro. In gleicher Höhe verfügt die Lufthansa aktuell über liquide Mittel. Zusätzlich gebe es eine Kreditlinie über 800 Millionen Euro. „Weitere Mittelaufnahmen befinden sich aktuell in Umsetzung.“

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