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Billig-Airlines Der Preiskampf über Deutschland

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Für Kunden zunächst erfreulich

Auch der niedrige Ölpreis spielt den etablierten Großlinien in die Hände. Easyjet, Norwegian, Ryanair, Vueling und Wizz Air haben insgesamt fast 900 neue Flugzeuge bestellt, um ihre Flugkosten zu senken. Die modernen Airbus- und Boeing-Maschinen sind teurer in der Finanzierung, fliegen aber, weil sie weniger verbrauchen, deutlich billiger als die meist betagten Flotten der etablierten Linien.

Nun aber hat der drastische Verfall des Ölpreises dafür gesorgt, dass die neuen Jets unterm Strich oft teurer fliegen als die alten, bereits abgeschriebenen Flotten von Lufthansa und Co. Darum müssen die Billigflieger künftig mehr nicht rentable Strecken fliegen, um zumindest einen Teil der Finanzierungskosten ihrer Jets zu decken. Und sie können weniger stark expandieren als geplant.

Für die Kunden ist das Drama am Himmel zunächst erfreulich. Der Preiskampf und niedrige Spritpreise bescheren ihnen billigere Tickets. Selbst wenn, wie zu erwarten ist, einige Fluglinien pleitegehen, wird das Angebot zunächst kaum kleiner. „Als Malev in Ungarn verschwand, war nach einer Woche auf fast jeder ihrer Strecken eine andere Airline unterwegs“, sagt Thomas Jaeger, Chef des Schweizer Marktforschers CH-Aviation. Doch irgendwann, wenn es noch mehr Pleiten gegeben hat, endet die Freude.

Die wichtigsten Billigflieger in Deutschland

Bestes Beispiel sind die USA. Dort sind nach gut zehn Jahren Konsolidierung von einst gut 30 Linien nur American, Delta, United und Billigflieger Southwest übrig geblieben, plus einige wenige kleine Airlines. Fliegen ist spürbar teurer geworden, besonders da, wo nur ein oder zwei Linien unterwegs sind.

Das kann auch in Europa passieren. Preisbrecher Ryanair verlangt zwar im Schnitt weniger als 50 Euro pro Ticket. „Doch wenn es die Nachfrage zulässt“, sagt Jaeger, „werden es auch mal 240 Euro und mehr.“

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