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Billig-Flieger Easyjet will Inspekteure durch Drohnen ersetzen

Easyjet hat einen neuen Trick zum Sparen entdeckt: Bald sollen hier unbemannte Drohnen die Arbeit von Flugzeug-Inspekteuren erledigen. Und das nicht nur günstiger, sondern auch schneller.

Easyjet-CEO Carolyn McCall posiert neben einer Maschine der Fluggesellschaft. Sie will eine Reihe neuer Technologien einsetzen, um den Billigflieger noch effizienter zu machen. Quelle: REUTERS

Flugzeuge müssen regelmäßig von Inspekteuren geprüft werden - das ist teuer und aufwändig. Der Billig-Flieger Easyjet testet nun eine Alternative: kleine Drohnen von der Größe eines Fußballs sollen künftig bei der Sicherheitsinspektion helfen. Der Billigflieger stellte am Mittwoch am Firmensitz im britischen Luton das mit Kameras ausgerüstete und von sechs Rotoren angetriebene Fluggerät vor, das Flugzeuge etwa nach einem Blitzeinschlag auf Defekte hin absuchen soll. Die Bilder sollen dann in der Firmenzentrale ausgewertet werden. Dadurch kann nach Firmenangaben eine Inspektion binnen Stunden erfolgen, für die bislang ein Tag benötigt wurde. Das Flugzeug ist schneller wieder in die Luft, was wirtschaftlicher ist.

Laut einem Bericht des "Guardian" sollen die Drohnen auf die Airbus A319 und A320 der Flotte spezialisiert werden. Sie sollen alle Schäden am Flieger, die zu einer weiteren Inspektion oder Wartungsarbeiten führen könnten, unmittelbar an die Ingenieure weiterleiten. Bei dem Vorhaben arbeitet Easyjet mit den Unternehmen Coptercraft (ein Spezialist für Flugroboter), Measurement Solutions (Spezialist für 3D-Messungen) und dem Bristol Robotics Laboratory (dem größten akademischen Zentrum für interdisziplinäre Robotik in Großbritannien) zusammen.

Easyjet-Manager Ian Davies sagte, derzeit fielen etwa sieben von tausend Flügen bei der Fluggesellschaft aus technischen Gründen aus. Ziel sei, die Quote bis 2020 auf null zu drücken. Ein Problem, das zur Flug-Verschiebung auf den nächsten Tag und damit zu Kosten für die Hotelunterbringung von Passagieren führt, belaste das Unternehmen mit bis zu 25.000 Dollar. Dies komme bei Easyjet in etwa 100 Fällen pro Jahr vor. Könnte das Flugzeug schneller wieder starten, fielen diese Kosten weg.

Arthur Richards, Chef der Luft-Robotik am Bristol Robotics Laboratory, sagte dem "Guardian", Flugzeuginspektionen seien eine großartige Anwendungsmöglichkeit für Drohnen. Man freue sich auf die Zusammenarbeit mit Easyjet, um "sichere, effektive und effiziente Drohnensysteme für diese Herausforderung" zu entwickeln.

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Easyjet zufolge sind die Drohnen nur ein Baustein der Bemühungen, die Kosten ständig weiter zu senken. So soll allein der Austausch von Bordbüchern gegen Tablet-Computer durch die Gewichtsreduzierung dazu führen, dass die jährlichen Kerosinkosten um 500.000 Dollar zurückgehen. Ferner wird an der Entwicklung spezieller Brillen gearbeitet, die Inspekteure bei der Durchsicht der Flugzeuge tragen sollen. Die Brillen sollen Bilder an einen Spezialisten in der Zentrale übertragen, die dann genau das sehen, was der Brillenträger sieht. So will Easyjet mit weniger Personalkosten für dieselbe Sicherheit sorgen. Auch für den Einsatz an abgeschiedeneren Flughäfen ist die Brille gedacht.

Easyjet-Chefin Carolyn McCall sagte, das Unternehmen habe Vorreiter-Technologien aus vielen verschiedenen Bereichen unter die Lupe genommen und wolle nun eine ganze Reihe neuer Technologien auf die Fluglinie anwenden, um sie effizienter und sicherer zu machen.

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