Billigflieger Easyjet mit kräftigem Gewinnzuwachs

Der Billigflieger Easyjet hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Gewinn erwirtschaftet und will seine Aktionäre mit einer Sonderdividende belohnen.

Die Abzock-Tricks der Airlines
Gepäck für Kleinkinder: Kleinkinder unter zwei Jahren benötigen kein eigenes Ticket, da sie auf dem Schoß der Eltern mitfliegen. Bei einigen Fluggesellschaften haben Kleinkinder dennoch ein Freigepäck von zehn Kilogramm. Bei anderen Airlines müssen die Eltern ein zweites Gepäckstück aufgeben - z. B. für 70 Euro pro Strecke bei Air France. Quelle: dpa
Gepäckaufgabe am Flughafen: Während ein im Voraus gebuchtes Gepäckstück in der Regel zwischen sechs und 35 Euro kostet, schlagen die Airlines bei erst am Flughafen eingechecktem Gepäck richtig zu. Das erste Gepäckstück am Flughafen kostet z. B. bei Air Berlin im Billigtarif "JustFly" 70 Euro pro Strecke und damit fast das Fünffache mehr als bei Onlinebuchung (15 Euro pro Strecke). Quelle: obs
Handgepäckmaße: Im Zuge der Gepäckgebühren haben einige Fluggesellschaften wie z. B. KLM oder Air France ihre zulässigen Handgepäcksgrößen verkleinert. Kunden, die sich nicht vorher informieren, zahlen im schlechtesten Fall 60 Euro nach und müssen das Handgepäck aufgeben. Auch Air Berlin hat die Handgepäckregeln verschärft: Jedes Handgepäckstück muss beim Check-in-Schalter gewogen und mit einem JustFly-Handgepäcklabel versehen werden. Wer es vergisst, riskiert, nicht mitgenommen zu werden. Quelle: dpa
Extragebühren bei Umsteigeverbindungen: Die Billigairline Vueling verlangt von ihren Kunden nicht nur pro Strecke Gepäckgebühren, sondern sogar pro Teilstrecke bei Umsteigeverbindungen. Für die Hin- und Rückflug Berlin-Barcelona zahlt ein Kunde 26 Euro (13 Euro pro Flug) für sein Gepäck. Bei gleicher Strecke mit Umstieg in Madrid zahlt er 56 Euro (14 Euro pro Teilstrecke). Quelle: dapd
Wie Flugtickets teurer werdenNot macht erfinderisch. Das beweisen insbesondere die Fluglinien. Hohe Treibstoffkosten, der harte Konkurrenzkampf sowie immer weiter steigende Gebühren für Flughäfen und Flugsicherheit schmälern das Geschäft. Um den Profit zu steigern, langen viele Fluglinien versteckt hin. Sie erheben Zusatzgebühren oder bieten bisherige Gratis-Leistungen gegen Bares an. Im vergangenen Jahr nahmen allein die US-Fluggesellschaften dank Zusatzgebühren rund 2,4 Milliarden Euro ein. Das sind 26 Prozent mehr als noch 2009. Mit diesen Tricks zocken Airlines in Deutschland ihre Passagiere ab. Quelle: dpa/dpaweb
SitzplatzreservierungLufthansa-Passagiere mit einem Billigticket für die Economy-Class können sich künftig gegen Bezahlung einen Sitzplatz im Voraus sichern. „Wir führen eine Sitzplatzreservierung gegen Entgelt für die Economy-Tarife ein, die heute nicht dazu berechtigt sind“, sagte der Vertriebsvorstand der Lufthansa Passage, Jens Bischof. Wie tief Kunden der niedrigsten Tarifgruppen, die sich vor der offiziellen Check-in-Zeit einen bestimmten Sitzplatz sichern wollen, dafür in die Tasche greifen müssen, steht noch nicht fest. Bischof kündigte Preise „im Marktumfeld“ an. Die bewegen sich dem Magazin zufolge auf Europa-Strecken um die zehn Euro, für Langstreckenflüge könnten es auch schon mal 40 Euro sein. Das Angebot soll noch in diesem Jahr eingeführt werden. Die Sitzplatzreservierung soll zunächst nur via Reisebüro und im zweiten Schritt auch online buchbar werden. Quelle: dpa
Gebühren für Gepäckstücke Quelle: REUTERS
Aber nicht nur Billigflieger lassen sich die Gepäckmitnahme gut entlohnen, auch die Lufthansa hat ihre Tarife zum 1. Juni 2011 überarbeitet. Der erste Koffer bis 23 Kilogramm ist frei, ein zusätzliches Gepäckstück kostet nun 50 Euro. Condor verlangt 40 Euro für das zweite Gepäckstück, Die Begründung der Airlines: Reisende, die keinen oder nur einen Koffer aufgeben, sollen entlastet werden. Wie viele Passagiere auf Wechselwäsche auf Dienstreise oder im Urlaub verzichten wollen, verraten die Unternehmen aber nicht. Quelle: dpa
Richtig teuer wird es für Passagiere, die die Gewichtsgrenze ihres Gepäcks nicht einhalten. Bei Air Berlin dürfen 20 Kilogramm pro Passagier aufgegeben werden. Für jedes Kilo mehr zahlt der Kunde zehn Euro auf Kurz- und Mittelstrecken und 20 Euro je Kilo auf Langstreckenflüge. Ryanair verlangt ebenfalls 20 Euro je 1000 Gramm Übergewicht, Easyjet 12 Euro/ Kilogramm, Condor zehn Euro pro Kilogramm und die Lufthansa ab fünf Euro pro Kilogramm. Quelle: AP
Hart trifft es bei Ryanair auch Gäste, die ihr Online-Ticket vergessen. Denn: Wer im Internet bucht, muss sein Ticket ausdrucken und mitbringen. So weit, so gut. Kunden aber, die ihre Bordkarte vergessen haben, müssen ordentlich drauf zahlen – aber 15. Dezember sogar richtig ordentlich. Für einen neuen Ausdruck der Boardkarte verlangt Ryanair in Zukunft eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 60 Euro. Bisher waren es 40 Euro. Quelle: AP
Oftmals teurer als ein neues Flugticket ist es, den Namen auf der Bordkarte ändern zu lassen. Fliegt jemand anderes mit als ursprünglich vorgesehen, verlangt Germanwings 35 Euro Bearbeitungsgebühr, easyjet fordert 42 Euro ein und Air Berlin zwischen 30 und 50 Euro. Eine Ausnahmestellung nimmt Ryanair ein, im negativen Sinne. Die Iren fordern 150 Euro für eine Namensänderung. Quelle: REUTERS
Fluggesellschaften müssen Entschädigungen zahlen, wenn ihre Flieger zu spät sind. So verlangt es die EU. 2010 mussten rund 2,4 Millionen Passagiere entschädigt werden. Die Kosten für die Fluggesellschaften: über 100 Millionen Euro. Ryanair legt diese Kosten nun um. Beim irischen Billigflieger heißt es nun: Passagiere zahlen für Passagiere. Der Billigflieger verlangt einen Aufpreis von zwei Euro pro Flugschein – um ein Polster für mögliche Entschädigungszahlungen anzulegen. Quelle: AP
Wer zusammenreist, sitzt bei einigen Fluglinien nicht unbedingt auch zusammen. Manche Airlines, etwa Air Berlin und Condor, bieten eine Sitzplatzreservierung an. Kostenpunkt: 20 Euro. Bei Ryanair gilt das Prinzip der freien Platzwahl, oder anders gesagt: Wer zuerst kommt, sitzt zuerst. Um früh in den Flieger einsteigen zu dürfen, muss der Kunde zahlen – oder damit rechnen, dass keine zusammenhängende Plätze mehr frei sind. „Priority-Boarding“ nennt Ryanair dieses Geschäftsmodell. Vier Euro pro Passagier kostet das frühe Einsteigen pro Person bei einer Online-Bestellung, am Flughafen fünf Euro. Quelle: dpa
Die Bezahlung der Kreditkarte ist schnell, einfach – und teuer. Jedenfalls am Flughafen. Viele Airlines verlangen eine Gebühr für die Kreditkartenzahlung. Condor und Germanwings und Tuifly etwa verlangen acht Euro, bei easyjet kostet die Gebühr ab 5,50 Euro. Quelle: gms
Auch für unvermeidliche Dinge wie den Check-In verlangt mit Ryanair die erste Fluglinie zusätzliches Geld. Kunden müssen im Regelfall eine Verwaltungsgebühr in Höhe von sechs Euro zahlen. „Flughäfen verlangen eine Gebühr für die Abfertigung und unser Buchungssystem verursacht auch Kosten“, rechtfertigte sich Geschäftsführer Michael O’Leary in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. Quelle: dpa
Schon in der Vergangenheit zeigte sich Ryanair des Öfteren kreativ, wenn es darum ging, neue Gebührenmodelle zu entwickeln. So spielte Michael O’Leary mit dem Gedanken, einen Euro für den Gang zur Toilette zu verlangen. „Die Gebühr soll dafür sorgen, dass weniger Passagiere im Flug auf die Toilette gehen und wir zwei der drei Waschräume ausbauen und auf dem Platz Sitze montieren können“, erklärte der 50-Jährige in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche Quelle: dpa

Der britische Billigflieder Easyjet hat im Geschäftsjahr 2012/2013 einen kräftigen Gewinnsprung gemacht. Unter dem Strich verdiente die Billig-Airline 398 Millionen Pfund (474 Millionen Euro), nach 255 Millionen Pfund im vorigen Geschäftsjahr (30. September). Der Umsatz stieg von 3,95 auf 4,26 Milliarden Pfund, teilte das Unternehmen am Dienstag in London mit. „Wir werden unsere Strategie fortsetzen, den Kunden niedrige Preise zu großartigen Zielen zu bieten, mit freundlichem Service, so dass wir im Wettbewerb bestehen können“, sagte Vorstandschefin Carolyn McCall.

Easyjet hatte erst im vergangenen Monat seine Gewinnprognose angehoben. Ryanair dagegen musste bereits zum zweiten Mal binnen zwei Monaten seine Gewinnziele kappen und peilt nun einen Imagewechsel an.

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Zuletzt musste das Unternehmen die erneute Senkung der Ergebnisziele einen Kurssturz der Aktie hinnehmen. Die Papiere des Billigfliegers fielen um knapp zwölf Prozent auf ein Neun-Monats-Tief von 5,39 Euro. Dabei wechselten innerhalb der ersten Handelsstunde bereits rund fünf Mal so viele Aktien den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Die enttäuschende Prognosesenkung deute darauf hin, dass das Branchenumfeld für Ryanair schwieriger sei als für die Konkurrenz, sagte Analyst David Holohan vom Brokerhaus Merrion. Im Sog des Ryanair-Kurssturzes verlor Rivale EasyJet 4,5 Prozent. Lufthansa, Air France und die British Airways-Mutter IAG gaben zwischen 1,3 und 1,9 Prozent nach. Der europäische Branchenindex notierte 1,8 Prozent schwächer.


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