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Billigflieger Was Ryanair am Rhein vorhat

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In Köln wohnen viele potenzielle Urlauber

Köln ist für Ryanair besonders reizvoll. Die Metropole am Rhein ist nicht nur der erste große Flughafen in Deutschland. Es ist ein Signal, jede Lücke, die Air Berlin auf ihrem Schrumpfkurs lässt, zu füllen. Dank der vielen Geschäftsreisenden, ist Köln zudem ein Markt mit höheren Preisen als andere Ryanair-Ziele. Und last but noch least wohnen hier rund eine Million reisefreudige und mehr oder weniger solvente potenzielle Urlauber.

Dazu ist das Einzugsgebiet des Flughafens mit das größte in Westeuropa. Nicht zuletzt dank der guten Bahnanbindung des Flughafens sind sowohl Nordrhein-Westfalen wie auch Teile Hessens nur eine Zugstunde entfernt. Diese Anziehungskraft trifft nicht nur Germanwings in Köln, sondern auch deren Mutter Lufthansa im Rhein-Main-Gebiet. Weil die Zugfahrt von deren Hauptflughafen Frankfurt nach Köln und zurück eine vierköpfige Familie mit Bahncard weniger als 140 Euro kostet, wird sich mancher Frankfurter, Limburger oder Mainzer mit Fernweh künftig auch mal die Ryanair-Tarife in Köln ansehen, so lange die Lufthansa-Flüge deutlich mehr kosten.

Und die Attraktion wirkt in beide Richtungen. Denn nicht nur die Rheinländer und ihre Nachbarn haben künftig mehr Wege in die Welt. Auch Touristen aus dem Ausland fliegen öfter statt für Kultur nach Italien oder zur Dauerparty ins Baltikum nach Köln wegen des von nicht Ortsansässigen besonders geschätzten rheinischen Frohsinns, den vielen Museen, Karneval, Festen wie den Christopher Street Day und – wie halb Köln hofft – zu den Spielen des vielleicht bald wieder in der ersten Bundesliga aktiven 1. FC Köln.

Den Wieder-Aufstieg Kölns zur Billigmacht am Rhein sehen sicher auch die Flughafenchefs an anderen Ryanair-Hochburgen mit gemischten Gefühlen - so etwa in Hahn, Weeze (bei Ryanair heißt der Ort Düsseldorf), Eindhoven oder Maastricht . Denn viele ihrer Kunden hat Ryanair aus Hessen und Nordrhein-Westfalen zu ihnen gelockt.

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Bleiben die aus, wird es schnell unangenehm. Den Airports fehlen dann die Einnahmen aus den Duty-Free-Shop. Damit finanzieren sie aber ihre als Marketingbeihilfe bemäntelten Rabatte für Ryanair bei den Landegebühren. Dazu sinken die Chancen, den Verkehr zurückzugewinnen. Wie keine andere Fluglinie schließt Ryanair eine Strecke ruckzuck, wenn die nicht mehr wie gewünscht läuft. Und dann bleiben die Airports auf ihren oft hohen Investitionen in Bahnen und Terminals sitzen.

Aus diesem Grund dürfte auch Michael Garvens als Chef des Kölner Flughafens seine verständliche Freude über den Großkunden erstmal im Zaum halten. So wie er jetzt seinen Konkurrenten aus dem Umland Geschäft wegnimmt, könnte Ryanair bald auch ihn unter Druck setzen. Mit mehr Flügen an anderen Airports und der Drohung, ohne bessere Gebühren die heutigen Flüge oder zumindest das Wachstum künftig anderswo hinzubringen.

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