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Billigflieger Ryanair will doch keine Transatlantikflüge

Entgegen früherer Pläne will Ryanair nun doch nicht über den Atlantik fliegen. In einem Interview legte Ryanair-Chef Michael O'Leary einen anderen Fokus fest.

Ryanair-Chef Michael O'Leary will keine Transatlantikflüge ins Programm aufnehmen. Quelle: dpa

Ryanair will doch keine Transatlantikflüge ins Angebot aufnehmen. Früheren Plänen erteilte der Chef des irischen Billigfliegers, Michael O'Leary, eine Absage. „Wir haben keine Pläne mehr, Transatlantikflüge anzubieten“, sagte O'Leary dem „Handelsblatt“. Seine Begründung: Man wolle sich auf das europäische Kurzstreckengeschäft konzentrieren, dafür habe man nun auch zahlreiche Flugzeuge geordert. „Wir bekommen quasi jede Woche eine neue Maschine geliefert. Wir sind zu beschäftigt damit zu wachsen. Ich habe keine Zeit mehr für Transatlantikflüge“, erklärte der Manager.

Noch in der vergangenen Woche hatte Marketing-Chef Kenny Jacobs gegenüber der Nachrichtenagentur „Reuters“ den nächsten Expansionsschritt am Flughafen Frankfurt angekündigt. „Wir benötigen noch sechs bis acht Wochen, um unsere Planung abzuschließen, und dann werden wir neue Routen ankündigen“, sagte Jacobs. Vorgesehen seien ab dem Winterflugplan 2017/18 Flüge von der Main-Metropole zu neuen Mittelmeer-Destinationen und Zielen, die bei Geschäftskunden beliebt seien. Damit erhöht der Marktführer bei Billigflügen den Druck auf die Lufthansa, die am größten deutschen Flughafen traditionell viele Geschäftsleute durch Europa fliegt.

Geht es nach O'Leary, wird der Druck auf die Konkurrenz in Zukunft noch größer – wenn Ryanair das Langfrist-Ziel des Managers erreicht. „Eines Tages sollen alle Tickets bei uns kostenlos sein“, sagte O'Leary. „Wir werden das vielleicht nie erreichen, aber das ist zumindest unser Ziel“. Das Geld solle mit Zusatzleistungen verdient werden: Snacks während des Flugs, Internet, Werbung – „wo immer es möglich ist“.

Europas größte Billigflieger
Platz 10: Jet 2Jet 2 ging aus der 1978 gegründeten Channel Express hervor und nahm im Jahr 2013 ihren Flugbetrieb auf. Sie fliegt vor allem Urlaubsdestinationen am Mittelmeer sowie europäische Hauptstädte an. Der britische Billigflieger mit Sitz in Leeds startete im Juli 1846 Mal, verfügte über 345.414 Sitze und flog 516 Strecken. Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt; Ranking auf Grundlage der Starts im Juli 2017
Transavia Quelle: REUTERS
 Aer Lingus Quelle: AP
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Norwegian Air Shuttle Quelle: REUTERS
Flybe Quelle: REUTERS
Eurowings/Germanwings Quelle: dpa

Daneben setzt O'Leary – der mit viel Elan für den Verbleib der Briten in der EU geworben hatte, darauf, dass das Brexit-Votum rückgängig gemacht werden kann. „Großbritannien wird in zwei Jahren den Abgrund hinunterstürzen, und die Leute werden sagen: „Mist, vielleicht sollten wir doch noch einmal abstimmen“, sagte O'Leary.

Marketing-Chef Jacobs bezeichnete es als „geschäftlich einfacher, neue Flüge in europäische Länder anzubieten“ als etwa innerdeutsche Flüge. Der bislang einzige innerdeutsche Flug der Iren vom Flughafen Köln-Bonn nach Berlin laufe gut. Neue Geschäftschancen rechne sich die Airline bei der nächsten Ausschreibung der Beamten-Flugverbindungen zwischen Bonn und der Hauptstadt aus. Derzeit fliege Air Berlin die Staatsbediensteten hin und her. Darüber hinaus sei es Ziel, die schwer angeschlagene Berliner Airline auf dem deutschen Flugmarkt vom zweiten Platz zu verdrängen. „Die Entwicklung von Air Berlin kommt uns da entgegen.“ Aktuell rangieren die Iren nach eigenen Angaben auf Rang drei mit einem Marktanteil von sieben Prozent.

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