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Biontech Derzeit keine Impfstoff-Anpassung an Varianten nötig

Bisher haben Biontech und Pfizer mehr als 700 Million Dosen ihres Covid-19-Impfstoffs in über 100 Länder weltweit geliefert. Quelle: REUTERS

Biontech hält trotz einer zunehmenden Verbreitung von Virusvarianten derzeit keine Anpassung seines Covid-19-Impfstoffs für nötig. Das Unternehmen analysiere allerdings kontinuierlich die Wirksamkeit des Impfstoffs.

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Biontech-Chef Ugur Sahin hält trotz einer zunehmenden Verbreitung von Virusvarianten derzeit keine Anpassung seines Covid-19-Impfstoffs für nötig. „Um vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können, falls eine dritte Dosis oder eine Anpassung an einen neuen Virusstamm erforderlich werden sollte, analysieren wir kontinuierlich die Wirksamkeit des Impfstoffs, auch gegen neu auftretende Varianten“, sagte Sahin am Dienstag auf der Hauptversammlung des Mainzer Biotechunternehmens. „Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung unseres Impfstoffs an kursierende Varianten notwendig ist.“

Noch wisse man nicht, wann und wie oft eine Auffrischungsimpfung nötig sein werde. Er gehe aber davon aus, „dass eine dritte Impfung für die Auffrischung der Immunität von hohem Wert ist“, sagte Sahin. Das Wissen über das Coronavirus nehme stetig zu. „Wir beobachten, dass die Immunität mit der Zeit nachlassen wird und neue Varianten entstehen.“

Sorgen bereitet Experten derzeit vor allem die zunehmende Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante, die erstmals in Indien festgestellt wurde. „Es ist nicht die Frage, ob Delta die führende Variante wird, sondern wann“, hatte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, erst vor wenigen Tagen gewarnt. Spätestens im Herbst werde sie die Oberhand haben. In Deutschland ist ihr Anteil nach Daten des RKI zuletzt auf rund sechs Prozent gestiegen.

Der Biontech-Chef bekräftigte, dass das Unternehmen zusammen mit seinem US-Partner Pfizer in diesem Jahr eine Produktionskapazität von bis zu drei Milliarden Impfdosen anstrebt. Mehr als drei Milliarden Dosen sollen es 2022 werden, dabei werde Biontech mindestens die Hälfte herstellen. Bisher haben Biontech und Pfizer mehr als 700 Million Dosen ihres Covid-19-Impfstoffs in über 100 Länder weltweit geliefert.

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Sahin sagte, 2020 sei für Biontech „ein Jahr der Transformation gewesen“. Mit dem Covid-19-Impfstoff brachte das 2008 gegründete Unternehmen sein erstes Produkt auf den Markt, das den Mainzern Milliardenumsätze einbringen wird. Am Erfolg Biontechs könnten im kommenden Jahr auch die Aktionäre teilhaben. Finanzchef Sierk Poetting sagte, im nächsten Geschäftsjahr solle geprüft werden, ob und in welcher Höhe eine Dividende möglich sei. „Unsere strategische Priorität für das Jahr 2021 ist die Reinvestition des Kapitals, um Innovationen in verschiedenen Therapiebereichen und Technologien sowie unsere Unternehmensentwicklung weiter voranzutreiben.“

Mehr zum Thema: Die Aktionäre von Biontech dürften zur Hauptversammlung positiv gestimmt sein. Der Corona-Impfstoff ist der größte Erfolg der deutschen Medizinforschung seit vielen Jahren. Die beiden Gründer wollen mehr – und endlich komplexe Krebsmedikamente marktfähig machen.

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