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Biontech-Einstieg mit 50 Millionen Warum Bill Gates auf Biontech aus Mainz setzt

Die Bill- und Melinda-Gates Stiftung hat die Mainzer Biotechfirma Biontech investiert. Neben einer neuen Form der Krebstherapie bietet Biontech auch Know-how zur Behandlung von HIV und Tuberkulose. Quelle: REUTERS

Die Mainzer Biotechfirma Biontech will die Krebstherapie revolutionieren. Mit Bill Gates hat das Unternehmen gerade einen prominenten Investor gewonnen. Offensichtlich steht auch ein Börsengang in den USA bevor.

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Dieser WirtschaftsWoche-Artikel erschien erstmals im September 2019. Mehr über die aktuellen Geschehnisse rund um das Unternehmen Biontech erfahren Sie hier: Wie Biontech-Chef Ugur Sahin mit dem Corona-Impfstoff die Welt verändert.

Die Liste der Kooperationspartner und Investoren liest sich beeindruckend. Große, internationale Pharmakonzerne wie Pfizer, Roche, Sanofi oder Eli Lilly sind darunter. Das Geld stammt vom Strüngmann Family Office – die Brüder Strüngmann gründeten einst den Billigmedikamenten-Anbieter Hexal. Oder von bekannten Finanzhäusern wie Fidelity. Und nun kommt noch ein weiterer prominenter Investor hinzu: Die Bill- und Melinda-Gates Stiftung investiert rund 50 Millionen Euro in Biontech, die Summe kann noch auf bis zu 100 Millionen Euro steigen.

Sie alle glauben an die Vision des Mainzer Biotech-Unternehmens, die Krebstherapie zu revolutionieren. Künftig sollen auch noch mehr Anteilseigner von Biontech profitieren können, das in Mainz unter der Adresse „An der Goldgrube 12“ residiert. Offensichtlich plant das Unternehmen, wie am Markt spekuliert wird, schon in den nächsten Wochen einen Börsengang in den USA. „Biontech kann zum Amazon der Biotechbranche werden“, wirbt Haupteigentümer Thomas Strüngmann schon seit längerem.

Im Kern geht es bei Biontech um eine völlig neue Form der Krebsbehandlung: Die Forscher um Vorstandschef Ugur Sahin wollen individuell zugeschnittene Impfstoffe gegen Krebs entwickeln. In den nächsten drei oder vier Jahren könnte es soweit sein. Das renommierte Fachblatt „Nature“ berichtet, dass bei acht von 13 Hautkrebspatienten auch bis zu zwei Jahre nach der Behandlung keine neuen Metastasen auftraten; bei drei weiteren schrumpften die Tumore.

Dass Biontech auf einer soliden wissenschaftlichen Basis arbeitet, blieb auch Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Stiftung nicht verborgen. Dabei entwickelt Biontech nicht nur Impfstoffe gegen Krebs. Die Forscher bringen auch Know-how zur Bekämpfung von HIV und Tuberkulose mit. Das hat die Gates-Stiftung überzeugt, bei Biontech zu investieren.


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Die Impfstoffe, die dann hoffentlich eines Tages auf den Markt kommen, sollen vorbeugend eingesetzt werden. Die Verbesserung der Gesundheit in Entwicklungsländern ist eines der Hauptziele der Gates-Stiftung. Lynda Stuart, die Direktorin für Impfstoffe bei der Gates-Stiftung erklärt dazu: „Trotz der seit 1990 bemerkenswerten Verbesserung der Gesundheit weltweit sind die derzeitigen Ansätze zur Prävention und Behandlung von Tuberkulose und HIV nach wie vor unzureichend.“ Das soll sich nun – auch durch Biontech – ändern.

Mehr zum Thema: Biontech-Chef: Wie Ugur Sahin mit dem Corona-Impfstoff die Welt verändert.

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