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Boston Consulting Group Wie bei der Piratenpartei

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Freunde und Gegner

Pittsburgh Steelers während eines Football-Matches Quelle: REUTERS

Einer der ersten Gratulanten nach Lessers Wahl war McKinsey-Chef Dominic Barton. Zum Boss der weltweiten Nummer eins der Strategieberatung hält der künftige Chef der Nummer zwei engen Kontakt. Hatte Amtsvorgänger Hans-Paul Bürkner vor allem das Ziel, die Meckies zu überholen, sieht Lesser den Rivalen eher als Verbündeten im Kampf gegen neue Mitbewerber und den Strukturwandel. Noch erzielen McKinsey und BCG mit Strategieprojekten Spitzenhonorare. Um wachsen zu können, müssen sie aber auch Umsetzungs- oder IT-Beratung anbieten. Hier treffen sie immer häufiger auf die Berater etwa von Dennis Nally, den Chef von PricewaterhouseCoopers. Die Wirtschaftsprüfer PwC, Deloitte, KPMG und Ernst & Young arbeiten für weniger Geld und setzen schon heute mit Beratung 30 Milliarden Dollar um – dreimal so viel wie McKinsey und BCG zusammen.

Vorbilder

Lesser ist ein klassischer Vertreter des amerikanischen Ostküsten-Establisments. Für den überzeugten Anhänger der Demokratischen Partei stehen Bildung und die Erfüllung der Bürgerpflichten ganz weit oben. Als Student interessierte er sich mehr für Naturwissenschaften, bei seinen Kommilitonen galt er als schlauer Schnelldenker, zurückhaltend und bescheiden.

Erste Station nach dem Bachelor-Abschluss als Chemieingenieur (Note: summa cum laude) war der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble, später arbeitete Lesser für den Ölmulti BP. Zu BCG stößt Lesser erst nach seinem MBA-Studium in Harvard.

Prägend wird das Zusammentreffen mit Sandy Moose vor 21 Jahren. Die damalige Leiterin des New Yorker Büros und heutige BCG-Legende wird Lessers Chefin und Vorbild, er profitiert von ihren guten Kontakten zur US-Wirtschaftselite. Von ihr hat er Toleranz und Teamgeist gelernt, sie hat ihm die Überzeugung vermittelt, dass hinsichtlich Kultur und Geschlecht gemischte Teams erfolgreicher sind.

Vorlieben

Dass Rich Lesser so ausgeglichen und geerdet ist, hat vor allem mit seiner Familie zu tun, wo er neue Kraft schöpft. Was nicht heißt, dass es bei ihm zu Hause konventionell zugeht: „Ich schaute sowieso fünf Stunden am Tag MTV und dachte mir, dann kann ich mich auch dafür bezahlen lassen“, verriet Lessers Ehefrau Gabrielle Del Sesto 1993 in einem Interview. Damals waren die beiden Harvard-Absolventen gerade frisch verheiratet, für ihren Job als oberste Marktforscherin für digitale Medien bei dem Musik-TV-Sender testete sie stundenlang Videospiele. Bis es Lesser zu bunt wurde: „Entweder die Spiele oder ich!“ Heute hat das Paar drei Kinder. Den letzten Urlaub verbrachte die Familie auf den Galapagos-Inseln. Am Wochenende geht es zum Football: Lesser ist Fan der Pittsburgh Steelers.

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