BrandIndex

Diese Marken bringen sich am besten ins Gespräch

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Viel Werbung machen wie Haribo oder einfach gebraucht werden wie Wikipedia: Es gibt verschiedene Wege, sich bei den Verbrauchern positiv ins Gespräch zu bringen. Diese Marken haben es in 2014 am besten geschafft.

DHL hat es geschafft, sich über das Jahr durchschnittlich am positivsten ins Gespräch zu bringen. Quelle: REUTERS

In den meisten Fällen arbeiten wir in dieser Kolumne mit dem Index-Wert von Marken, dem Gesamtimage sozusagen. Der YouGov BrandIndex fasst mehrere Kategorien zusammen, etwa welchen allgemeinen Eindruck die Verbraucher von Marken haben und wie sie deren Preis-Leistungs-Verhältnis bewerten. Das schafft eine zuverlässige Aussage darüber, wie beliebt die Marken bei Verbrauchern sind.

Eine andere Kategorie, der Buzz, fließt nicht in den BrandIndex mit ein, ist aber ebenfalls von einer hohen Aussagekraft. Er sagt dadurch nicht unbedingt etwas über das grundsätzliche Image einer Marke aus, reagiert dafür aber sensibler auf aktuelle Ereignisse. Das macht den Buzz zu einem guten Indikator dafür, wie sich das Image einer Marke in der Zukunft entwickeln kann. Marken, über die positiv gesprochen wird, entwickeln sich meist auch positiv.

Die wertvollsten Marken der Welt
Platz 10Der Marlboro-Hersteller Philip Morris belegt mit einem Markenwert von 44,84 Milliarden Euro den zehnten Rang. Noch 2013 konnte das US-amerikanische Unternehmen den achten Platz für sich beanspruchen. Auch der Gewinn von Philip Morris sinkt: Rauchverbote und Warnschilder auf den Zigarettenpackungen machen dem Unternehmen zu schaffen. Das Marken-Ranking wurde von Eurobrand erstellt, die dafür 3.000 Markenunternehmen aus 16 Branchen in Europa, Amerika und Asien verglichen haben. Quelle: dpa
Platz 9Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T überzeugt seine Kunden derzeit vor allem mit günstigen Handyverträgen, die Vertragskunden werden mehr. Der Markenwert hat im Vergleich zum Vorjahr zehn Prozent zugelegt: 44,97 Milliarden Euro beträgt der Wert derzeit und sichert AT&T den neunten Platz im Ranking. Quelle: AP
Platz 8Johnson & Johnson rückt im Ranking einen Rang nach oben. Der Markenwert des Pharmazie- und Konsumgüterkonzerns beträgt 47,22 Milliarden Euro. Kürzlich übernahm J& J für 1,75 Milliarden Dollar den Arzneimittelforscher Alios BioPharma, um sich gegen Viruskrankheiten besser aufzustellen. Quelle: AP
Platz 7Der US-amerikanische Konsumgüterkonzern Procter & Gamble belegt den siebten Platz des Rankings. Der Markenwert von P&G beläuft sich derzeit auf 47,77 Milliarden Euro und ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Zur Produktpalette gehören zum Beispiel Pampers, Pringles, Always und Wella. In den nächsten Jahren will das Unternehmen mehr als die Hälfte seiner Produktlinien einstellen, um seinen Gewinn weiter zu steigern. Quelle: AP
Platz 6McDonald's steht im Eurobrand-Ranking erst an sechster Stelle, bei den Deutschen ist er hingegen unangefochten auf Platz 1: Mit 3,1 Milliarden Euro verzeichnet der US-Konzern den meisten Umsatz unter den Fast-Food-Ketten. Der Markenwert liegt international bei 48,10 Milliarden Euro und ist damit um sechs Prozent gesunken. Mc Donald's hat angekündigt, seine Produktpalette gesünder zu machen. Quelle: dpa
Platz 5IBM behauptet sich auf dem fünften Rang des Rankings. 54,44 Milliarden Euro ist die Marke derzeit wert und damit sechs Prozent mehr als noch 2013. Zum Produktportfolio des US-amerikanische IT- und Beratungsunternehmens gehören Software, Hardware und IT-Dienstleistungen. Lochkartengeräte waren die ersten Produkte, die IBM vertrieb. Das neueste ist ein Chip, der dem menschlichen Gehirn nachempfunden ist. Quelle: AP
Platz 4Der Software- und Hardwarehersteller Microsoft landet mit einem Markenwert von 62,31 Milliarden Euro auf Rang vier. Anfang des Monats stellte der Konzern ein neues Betriebssystem vor: Windows 10 soll eine bessere Datensicherheit garantieren und beinhaltet auch wieder das Startmenü, das Nutzer bei Windows 8 vermisst hatten. Mehr als ein Jahr nach dem Start von Windows 8 nutzten laut Marktforschern viele Firmen weiter Windows 7 oder gar Windows XP. Im kommenden Jahr soll Windows 10 die Alternative sein. Microsoft ist der weltweit größte Softwarehersteller. Quelle: AP
Platz 3Coca Cola rutscht einen Platz nach unten und landet mit einem Markenwert von 64,78 Milliarden Euro auf Platz drei des Rankings. Der US-amerikanische Getränkehersteller vertreibt rund 3500 verschiedene Produkte in insgesamt 200 Ländern und ist damit der größte Softdrinkhersteller der Welt. Das Rezept für die namengebende Coca Cola gilt als eines der bestgehüteten Geheimnisse. Aktuell will Coca Cola die Bemühungen im Kampf gegen die weit verbreitete Fettleibigkeit verstärken und vermehrt kleinere Flaschen verkaufen. Quelle: dpa
Platz 2Mit einem Markenwert von 67,47 Milliarden Euro sichert sich der Internetkonzern Google Rang zwei im Ranking. Der Wert hat sich seit 2013 um 23 Prozent gesteigert – im Vorjahr belegte Google noch Platz 3. Das Unternehmen wurde durch die gleichnamige Suchmaschine bekannt, bietet aber auch noch andere Dienstleistungen im Internet an. Larry Page und Sergey Brin gründeten Google 1998. An allen Suchanfragen im Netz hat der Konzern einen ca. 70-prozentigen Anteil. Quelle: dpa
Platz 1Die wertvollste Marke ist und bleibt Apple. Die Marke des US-amerikanischen Unternehmens ist 113,17 Milliarden Euro wert und verzeichnet damit im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von drei Prozent. Erst vor Kurzem machte Apple Schlagzeilen, als der Konzern das neue iPhone 6 auf den Markt brachte und die Computeruhr Apple Watch ankündigte. Pro Minute verdient Apple 330.000 US-Dollar. Quelle: AP

Auch für 2014 haben wir wieder ein Buzz-Ranking für Deutschland erstellt, eine Liste mit den Marken, von denen die Verbraucher die meisten positiven Dinge gehört haben – in Nachrichten, Werbung oder persönlichem Kontakt.

Es geht um die Marke, nicht um die Branche

Platz 1 belegt die Marke DHL. Sie hat es geschafft, sich über das Jahr durchschnittlich am positivsten ins Gespräch zu bringen. Der weiterhin anhaltende Boom des Online-Shoppings dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben. Die meisten Shops nutzen schließlich DHL als Versender. Der beste Buzz-Wert des Jahres unter den im BrandIndex fast 700 erhobenen Marken zeigt, dass DHL in der Regel wohl zuverlässig und pünktlich liefert – sonst würden die Kunden nicht deutlich mehr Positives als Negatives über den Logistikdienstleister hören.

Nivea hat es 2014 schon zur stärksten Marke des Jahres geschafft, sie erreicht also übers Jahr den höchsten Wert im BrandIndex insgesamt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Verbraucher vermehrt Positives über Nivea im öffentlichen Gespräch oder in der Werbung wahrgenommen haben. Im Buzz-Ranking 2014 belegt die Pflegeprodukt-Marke hinter DHL den zweiten Platz.

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