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British-Airways-Mutter IAG Der Einstieg Qatar Airways ist ein Schlag für die Lufthansa

Mit dem Einstieg von Qatar Airways wird die British-Airways-Mutter IAG zur stärksten Langstreckenlinie Europas. Die Lufthansa ist jetzt gezwungen, endlich eine stimmige Strategie gegen die Golf-Linien zu entwickeln.

Diesen Luxus bietet der A380 von Qatar Airways
Qatar-Chef Akbar Al Baker (im Vordergrund rechts) übernahm am Dienstagabend in Hamburg die Maschine des Typs A380 vom Airbus-Vorstandsvorsitzenden Fabrice Brégier. Quelle: dpa
Die Fluglinie aus Doha im Emirat Katar hat zehn Exemplare des größten Airbus bestellt. Quelle: Presse
Großer Bahnhof in Hamburg zur Übergabe des Flugzeugs. Quelle: Presse
Das komplette Unterdeck besteht aus 405 Economy-Class-Sitzen. Weitere 56 Sitze dieser Gattung gibt es im Oberdeck, dazu 48 Business-Class-Plätze und acht First-Class-Sitze. Quelle: dpa
Beinfreiheit und edle Optik: So sieht die „First Class“ im A380 von Qatar Airways aus. Quelle: Presse
In der ausgeklappten Variante dient der First-Class-Sitz als Bett. Quelle: Presse
Auch eine Lounge ist eingebaut – sie ist für Passagiere der First und Business Class zugänglich. Quelle: Presse

Für seinen Umbau von British Airways (BA) musste Willie Walsh schon viel einstecken. Wegen seiner harten Methoden, mit denen der Chef der englisch-spanischen Airline-Holding IAG seinen Beschäftigten und vor allem seinen Piloten große Zugeständnisse abtrotzte, fing er sich den Spitznamen "The Slasher" ein. Für Bewohner der Britischen Inseln klingt das ein wenig nach Axtmörder.

Als Walsh BA vom Rang als größte Airline Europas gesund schrumpfte und stark auf Flüge aus dem größten Airport Europas konzentrierte, empfahlen ihm Spötter die Umbenennung von BA in LA - für London Airways. Und beim Kauf der lange maroden spanischen Iberia zweifelten viele gar an seinem Geschäftssinn.

Was der neue A350 alles aushalten muss
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse
November 2013: Flugtests am LimitIm Herbst bringen die Tespiloten den Flieger an die Belastungsgrenze. Sie fliegen erst so langsam, dann so schnell, dass der tragende Luftstrom fast abreißt und die Flügel flattern. Dann kommt ein zu steiler Start bei dem das Heck aufsetzt und ein sicherheitshalber montierter Dorn Funken sprüht. Video zum VMU-Test Quelle: Screenshot
April 2014: PanikübungIn der Airbus-Basis in Hamburg schaffen es fast 400 Insassen, die Maschine in nur 90 Sekunden zu verlassen. Weil bei Notlandungen oft Ausgänge blockiert sind, öffnen sich bei dem Test nur vier der acht Türen. Quelle: dpa
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse

Spätestens jetzt ist aber klar: Walsh hat nicht nur einen kühnen, sondern auch den wahrscheinlich besten Plan unter allen europäischen Traditionslinien. Nachdem zuletzt die irische Linie Aer Lingus ein Übernahmeangebot akzeptierte, präsentiert er nun mit Qatar Airways einen neuen Anteilseigner, der IAG zur stärksten unter den europäischen Traditionsairlines machen dürfte.

Die Vorteile von Qatar

Die Linie aus dem Erdgasemirat Katar ist nicht nur extrem wohlhabend, was im Fluggeschäft mit seinen vielen Schocks von schwankenden Spritpreisen bis zu Streiks nie schadet. Die qualitätsversessene Golf-Linie ist besonders bei gut zahlenden Geschäftsreisenden extrem wohl gelitten und bekommt als brutal verhandelnder Großbesteller neue Flugzeuge besonders günstig.

Zudem ergänzt die Linie das gerade in Richtung Asien etwas dünne Streckennetz von IAG recht gut und kann so für BA und Iberia den wachsenden Wettbewerbs-Druck durch die anderen Golflinien Emirates und Etihad mildern. Und nebenbei kann der ehrgeizige Qatar-Chef endlich beweisen, dass er das Fluggeschäft mindestens ebenso gut und kreativ drauf hat, wie Emirates. Und erst recht besser als Etihad aus Abu Dhabi.

Das bietet die Premium-Economy-Klasse bei verschiedenen Fluglinien

Natürlich ist der wegen seiner raschen Meinungswechsel "U-Turn Al" (übersetzt: Kehrtwende-Alfred) genannte al Baker eigenwillig. Selbst für Golf-Standards ist seine Art fordernd. Fast manisch kümmert er sich auch um kleinste Details des Geschäfts. Doch damit dürfte Walsh klar kommen. Das Naturell des in Irland geborenen Querkopfs ist ähnlich und er geht in harten Diskussionen - um nicht zu sagen Shouting Matches - dem Vernehmen nach geradezu auf.

Weniger froh dürfte der Einstieg von Qatar bei IAG dagegen IAGs Hauptwettbewerber Air France-KLM und Lufthansa machen. Beide leiden schon jetzt stärker unter dem Angriff der Generation Golf als BA. Wenn Qatar nun BA und Iberia im Wettbewerb mit Emirates oder Etihad durch gezielte Attacken den Rücken freihält, werden sich diese in Europa eher anderswo engagieren und damit vor allem Air France und Lufthansa Kunden abjagen.

Ein erstes Signal an Etihad und Emirates gab Walsh bereits in der vorigen Woche mit der geplanten Übernahme von Aer Lingus. Die ehemalige Staatslinie seiner irischen Heimat kooperiert bislang mit Etihad und verlor als einzige von deren Beteiligungen in Europa kein Geld. Doch künftig, so Walshs Signal, gehört Aer Lingus und damit Irland dem Verbund IAG-Qatar.

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