Buchungsportal HRS Das Ende der Solidarität

Die Hotellerie ruft zum Boykott gegen das Buchungsportal HRS auf, aber daraus wird nichts.

Der Hotel-Broker Tobias Ragge steht vor der Homepage seines Hotel Reservation Services (hrs) in Köln Quelle: dpa/dpaweb

Die Geschichte von Robert Ragges Eieruhr ist immer wieder nett zu hören. Die Uhr hatte der Gründer des Hotelvermittlers HRS dabei, wenn er mit Hoteliers über den Preis verhandelte. Wollten sie seinen Vorschlag nicht akzeptieren, startete Ragge die Uhr. Wer nach drei Minuten nicht unterschrieben hatte, flog aus der HRS-Datenbank. Inzwischen genießt der Gründer den Ruhestand, Sohn Robert schmeißt den Laden – genauso rabiat wie der Vater. Ab März will er von den Hotels mehr Provision, außerdem sollen sie ihre Preise für ein Jahr garantieren.

Hier buchen Sie die günstigsten Flüge im Netz
Die Stiftung Warentest hat acht Preissuchmaschinen und neun Online-Reisebüros unter die Lupe genommen und jeweils nach dem günstigsten Preis für 15 One-Way-Flüge ab deutschen Flughäfen gesucht. Darunter waren je fünf innerdeutsche Flüge, fünf Flüge innerhalb Europas und fünf weltweite Flüge. Quelle: dpa
Wir haben jeweils fünf Preissuchmaschinen und Online-Reisebüros aus dem Test zusammengestellt, die den günstigsten Durchschnittspreis bei den 15 überprüften Flügen liefern. Quelle: dapd
Bei den Preissuchmaschinen belegt das Berliner Unternehmen flug.idealo.de den fünften Platz. Der Durchschnittspreis der 15 überprüften Flüge liegt bei 199 Euro. Auf der Seite können außerdem auch Hotelpreise verglichen werden.
Auf dem vierten Platz bei den Preissuchmaschinen landet swoodoo.com mit Firmensitz in München. Der Durchschnittspreis der 15 Testbuchungen betrug hier 198 Euro. Swoodoo.com bietet außerdem Preisvergleiche bei Hotels, Mietwagen und Pauschalreisen an.
Den zweiten Platz bei den Preissuchmaschinen belegt der Leipziger Anbieter billigflieger.de. Hier kosteten die getesteten Flüge durchschnittlich 197 Euro. Neben Flügen kann man hier auch Preise von Hotels und Mietwagen vergleichen. Den zweiten Platz teilt sich das Unternehmen mit...
... checkfelix.com aus Wien. Dort lag der Durchschnittspreis der Testflüge ebenfalls bei 197 Euro. Auf dem Portal können außerdem Preise für Hotels, Mietwagen, Pauschalreisen und Kreuzfahrten verglichen werden.
Die günstigsten Flüge fand Stiftung Warentest bei der Preissuchmaschine momondo.de mit Sitz in Kopenhagen. Hier kosteten die überprüften Flüge durchschnittlich 196 Euro. Der Vorsprung vor den anderen Suchmaschinen ist aber sehr knapp. Auf der Seite kann man auch Preise für Hotels und Mietwagen vergleichen.
Bei den Online-Reisebüros waren die Testflüge etwas teurer, aber sie übernehmen nach der Suche auf Wunsch auch die Buchung der gewünschten Leistung. Den fünften Platz belegt lastminute.de, wo die 15 gesuchten Flüge durchschnittlich 210 Euro kosteten. Neben Flügen können hier auch Pauschalreisen, Hotels, Mietwagen, Ferienwohnungen und Kreuzfahrten gebucht werden.
Auf dem vierten Rang findet sich opodo.de mit Sitz in London und Hamburg. Hier kosteten die 15 überprüften Flüge durchschnittlich 209 Euro. Zudem kann eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen werden.
Die getesteten Flüge kosteten bei ebookers.de durchschnittlich 205 Euro. Damit belegt das Unternehmen mit Sitz in Chicago und Bonn den dritten Platz bei den günstigsten Online-Reisebüros.
Expedia.de kommt mit einem Durchschnittspreis von 204 Euro bei den Testflügen auf den zweiten Platz. Neben Flügen, Reisen und Hotels können hier auch Tickets für Konzerte oder andere Kultur-Events gebucht werden.
Das günstigste Online-Reisebüro ist laut Stiftung Warentest cheaptickets.de. Hier kosteten die getesteten Flüge im Durchschnitt 200 Euro. Den kompletten Bericht erhalten Sie auf test.de für 1,50 Euro.

Alter Widerstand

Kein Wunder, dass sich Widerstand regt. Via Facebook rufen Hoteliers zur „HRS-freien Woche“ auf, die Vereinigung der Hoteldirektoren mahnt die Stärkung des Direktvertriebs an. Der Branchenverband DeHoGa will Ragge kartellrechtlich belangen, Schützenhilfe gibt der Verband Deutsches Reisemanagement, in dem deutsche Großunternehmen organisiert sind. Gut gebrüllt, Löwe! Der Widerstand gegen HRS ist so alt wie das Unternehmen – und das feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Immer wieder gab es Boykottaufrufe; auch die Idee, den Direktvertrieb auszubauen und sich unabhängiger vom Vermittler HRS zu machen, ist nicht neu. Gebracht hat das nie etwas. Hotels sind im überbesetzten deutschen Markt vor allem Konkurrenten, ihre Solidarität endet, wenn die eigene Bettenauslastung gefährdet ist.

An HRS kommt niemand vorbei, nicht in der Touristik und nicht im Firmenreisegeschäft, wo für viele Hotels die Musik spielt. Die meisten großen Unternehmen buchen ihre Zimmer über HRS, Ragges Deal mit dem mächtigen Buchungssystem Amadeus verschafft ihm auch das Entree in die Reisebüros. Boykott? Wohl kaum. Wahrscheinlicher ist, dass der Löwe sehr schnell zum Bettvorleger wird.

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