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Buchungsportale Knatsch mit HRS

Schnell und spontan ein Hotelzimmer buchen, am besten noch zum Rabattpreis: eine Smartphone-App macht es möglich. Doch das Bunchungsportal HRS findet das nicht gut - und geht gegen die teilnehmenden Hotels per Mahnbrief vor.

Keine Zimmer zum Rabattpreis: „HRS versucht schlicht, seine Marktmacht auszuspielen und Innovationen im Hotelmarkt zu bekämpfen“, beschwert sich der Justbook-Gründer Stefan Menden. Quelle: REUTERS

Eine Smartphone-App für Last-Minute-Hotelzimmer zum Rabattpreis: Damit hat das Berliner Startup Justbook das Buchungsportals HRS gegen sich aufgebracht. Kaum war die Justbook-App gestartet, verschickte der Marktführer Mahnbriefe an Hotels und forderte sie auf, ihre Zimmer bei dem Startup nicht mehr zu Preisen zu listen, die niedriger sind als bei HRS. Dies verstoße gegen die vertragliche Bestpreis-Garantie, nach der Hoteliers anderswo nicht günstigere Angebote präsentieren dürfen als bei HRS. „Einige Hotels stellten daraufhin die Zusammenarbeit mit uns ein“, ärgert sich Stefan Menden, einer der drei Justbook-Gründer.

Sein Unternehmen bietet täglich ab zwölf Uhr in zurzeit sechs Großstädten, darunter Berlin, Frankfurt und Köln, frei gebliebene Zimmer in je drei Hotels zum Last-Minute-Preis an. Mit Preisen von 80 bis zu mehreren Hundert Euro spricht die App vor allem Geschäftsreisende an, die spontan buchen wollen, ohne durch Hunderte Beschreibungen stöbern zu müssen.

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Die Angebote gibt es nur auf dem Handy, sie gelten nur für die folgende Nacht und sind nicht stornierbar. Bei HRS gebe es das nicht, darum seien die Preise nicht vergleichbar, sagt Menden: „Wir sehen keine Verletzung der HRS-Kriterien. HRS versucht schlicht, seine Marktmacht auszuspielen und Innovationen im Hotelmarkt zu bekämpfen.“

HRS-Chef Tobias Ragge beteuert, er habe „generell kein Problem“, dass Hotels Restkapazitäten über Justbook vermarkten. „Wir möchten aber im Gegenzug auch die Möglichkeit haben, die Kapazitäten zu identischen Konditionen zu vertreiben.“ Beim Kartellamt häufen sich Klagen von Hoteliers gegen HRS. Das Portal hatte den Konkurrenten hotel.de gekauft und danach angekündigt, die Provision am 1. März von 13 auf 15 Prozent zu erhöhen.

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