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Bundesliga-Club HSV - Wie wird der Schulden-Dino wieder fit?

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Profitruppe vom Verein abspalten


Die Fußballclubs und ihre Inhaber
Celtic Glasgow Quelle: REUTERS
Juventus Turin Quelle: dpa
FC Valencia Quelle: dpa
Paris Saint-Germain Quelle: dpa
FK Schachtar DonezkUkraine Mehrheitseigentümer: Rinat Achmetow Umsatz: k.A. Trikotsponsor: SCM (Holding) Spielerkader: 24 Marktwert des gesamten Kaders: 147 Millionen Euro Achmetow ist Chef der Holding System Capital Management (SCM) und kontrolliert mehr als 30 Kohle- und Stahlunternehmen. Quelle: dapd
Dortmund Quelle: REUTERS
Real Madrid Quelle: dapd

Angesprochen fühlen dürfte sich wohl auch die Führungsspitze des HSV. Schulden in Höhe von 100 Millionen Euro drücken die Hamburger. Als Tabellen-14. dümpeln die Norddeutschen im unteren Drittel der Tabelle herum und hinken den eigenen, aus der ruhmreicheren Vergangenheit gespeisten Ansprüchen zum wiederholten Male arg hinterher. Um an den alten Erfolgen anzuknüpfen – ihre bislang letzte Deutsche Meisterschaft feierten die Hanseaten anno 1983 – steht der Verein nun offenbar vor einem radikalen Schritt: Angeführt von der Initiative HSVplus plant der Verein nach dem Vorbild unter anderem von Branchenprimus Bayern München, die eigene Profitruppe auszugliedern in eine AG und sie vom Verein abzuspalten.

Dies soll es etwa Investoren ermöglichen, bis zu einer bestimmten Höhe Anteile an der AG zu kaufen und so Geld in die leeren Kassen spülen. Als ein Investor steht der Speditions-Milliardär Franz-Michael Kühne parat. Die Ausgliederung hätte zudem den Vorteil, Entscheidungswege im schnellen Fußballgeschäft zu verkürzen – die bisherigen Führungs- und vor allem Aufsichtsgremien des HSV gelten branchenweit als träge, indiskret und hoffnungslos uneinig über den richtigen (Hamburger) Weg.

Das letzte Wort über den Schritt zur AG haben die Mitglieder, voraussichtlich im Frühsommer, das Thema dürfte sich damit für den HSV noch durch die gesamte Rückrunde ziehen. Kommt es so, wie von den HSVplus-Unterstützern geplant, dürfte besonders interessant zu beobachten werden, ob es tatsächlich gelingt, mit modernen Management-Methoden und rationalem Wirtschaftshandeln einen Dino wie den HSV wieder fit zu machen.

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Branchenkenner sehen noch viel Potenzial beim Traditionsclub, der auch jenseits der Grenzen des Stadtstaates bundesweit noch viele Sympathisanten hat. Der Liga als ganzer jedenfalls täte angesichts auch der Dauerkrise von Werder ein starker Verein im Norden sehr gut, auch als Gegengewicht zum mit Bundesligisten zugepflasterten Westen und dem wirtschaftlich potenten Süden, wo zwar der FC Bayern das Maß der Dinge ist, längst aber Clubs wie Augsburg, Fürth, Ingolstadt dabei sind, ihr eigenes Profil zu entwickeln.

Aktuell müssen die Hamburger aufpassen, nicht von Konkurrenten wie Hannover 96 und vor allem dem VfL Wolfsburg an die Wand gespielt zu werden, von denen besonders der VW-Werksclub derzeit die finanziellen Muskeln spielen lässt. Statt sich daher wie in der Vergangenheit schon geschehen auf das Gejammer über die finanzielle Überlegenheit der Konzern-Kicker zurückzuziehen, sollte der HSV endlich anfangen, das eigene Potenzial zu nutzen. Wie, und dass das gehen kann, das zeigen ja längst Borussia Dortmund und der FC Bayern, die beiden Champions League-Finalisten des vergangenen Jahres.

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