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Bundesliga Der Fußball würde von einer Öffnung für Investoren profitieren

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Seltsame Ausnahmen statt gleicher Chancen

Derzeit investieren internationale Konzerne vor allem in der englischen Premier League; entsprechend häufen sich die Millionenangebote für deutsche Kicker. Der Wechsel von Ur-Bayer Bastian Schweinsteiger zu Manchester United war bloß der Anfang. Den Zusammenhang sieht längst auch Christian Seifert. Der Geschäftsführer der DFL, früher Manager bei KarstadtQuelle, warnt: „Mittel- bis langfristig wird es nur zwei, maximal drei große Fußball-Ligen geben, denen die Fans rund um den Globus folgen werden. Und entweder wir gehören dazu, oder wir wandern in unserer Erfolgskurve langsam wieder nach unten.“

Damit das nicht geschieht, so die Botschaft des DFL-Chefs, braucht es vor allem Geld. Geld für Stars, für Infrastruktur und für den Nachwuchs.

Das sind die reichsten Kicker der Welt
John Terry Quelle: AP
Sergio Aguero Quelle: REUTERS
Gerard Pique Quelle: dpa
Francesco Totti Quelle: dpa
Franck Ribery Quelle: dpa
Yaya Toure Quelle: AP
Steven Gerrard Quelle: AP

Die Liga selbst hatte sich allerdings mit der 50+1-Regel vor Jahren ein Korsett geschnürt. Demnach dürfen Investoren oder Unternehmen niemals die Stimm-Mehrheit in einer der Kapitalgesellschaften übernehmen, in die Fußballvereine ihre Profitruppen ausgegliedert haben. Damit sollte, anders als im europäischen Ausland, der Kick vor den Kommerzinteressen kommen. Fairplay also? Nun ja. Das Geld findet nun auf anderem Wege sein Ziel. Statt gleicher Chancen für alle gibt es seltsame Ausnahmen für wenige.

  • DFB-Pokalsieger VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen sind 100-prozentige Tochterunternehmen von Volkswagen beziehungsweise Bayer. Hinter dem neuen Erstligisten FC Ingolstadt steht VW-Tochter Audi.
  • Bei 1899 Hoffenheim läuft nichts ohne SAP-Gründer Dietmar Hopp, beim HSV geht wenig ohne den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne. 1860 München ist wirtschaftlich völlig abhängig vom jordanischen Investor Hasan Ismaik.
  • Und an der Leine will der Hörgeräteunternehmer Martin Kind Hannover 96 zusammen mit weiteren lokalen Investoren, darunter auch dem Zeitungsverlag Madsack, 2018 komplett übernehmen.
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    Längst regieren Investoren und Sponsoren in die Vereine. So reisen auf Wunsch von Audi, Adidas, Evonik oder Puma Vorzeigeclubs wie Bayern München und Borussia Dortmund während der Saisonvorbereitung in Wachstumsmärkte wie China oder Malaysia und belegen so, wie weit die Symbiose zwischen Vereinen und Geldgebern bereits fortgeschritten ist.

    Keine neue Regel, kein neuer Taktiktrend, kein neuer Superstar und auch kein Bundestrainer Joachim Löw haben den Profifußball so verändert wie das Eindringen der Geldgeber. Und dennoch bleiben Unterschiede – das Modell Beteiligung steht gegen das Modell Sponsoring, gegen das Modell Mäzenatentum. Wie verändert das Geld den Fußball, und welcher Weg bringt Bundesligisten und Konzernen was?

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