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Bundesliga-TV-Rechte Sky hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera

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Wird das Sky-Abo teurer?

Kauft Schmidt alle Live-Pakete, hätte er automatisch die Regel ausgelöst, die ihm 102 Spiele entzieht. Wäre das sogenannte OTT-Paket zum Verkauf gekommen, hätte er diese 102 Partien weder im Internet noch auf Mobiltelefonen oder Tablets zeigen dürfen. Ergo hätte ihm dies einen Krater in sein mobiles Angebot gerissen und ergo Sky Go bombardiert.

Stattdessen wählte Schmidt offenbar das aus seiner Sicht kleinere Übel – in der Branche kursierte bereits seit einigen Tagen das Gerücht, Sky habe auf einzelne Live-Pakete spürbar weniger geboten. Trifft das zu, hat Sky Eurosport die Tür geöffnet, um im Gegenzug die Pforte für einen OTT-Konkurrenten zu verrammeln. Leidtragender hier könnte die Deutsche Telekom gewesen sein, die als ein möglicher Interessent für dieses Paket gehandelt worden war. Ob es so war?

Die sorgsam choreografierte Auktion, die DFL-Chef Seifert mit einer Handvoll Getreuer von einem edlen, mit fast einem Dutzend schwarzer Computer-Monitore zum War Room umgemodelten Konferenzraum eines Frankfurter Nobel-Hotels aus führte, lief offenbar extrem diskret und seriös ab. Die Bieter waren nach jeder der beiden täglichen Runden nur knapp darüber informiert worden, ob sie den Zuschlag bekommen hatten oder nicht.

Das geben Fußball-Fans für ihr Hobby aus
Fanschal Quelle: dpa
Sitzplätze im Stadion Quelle: Fotolia
Wurst im Brötchen Quelle: Fotolia
Herta-Fans Quelle: REUTERS
Busfahrer Quelle: Fotolia
Fußballfans zu Hause Quelle: gms

Gut möglich, dass am Ende selbst die Freitagsspiele über Umwege doch noch irgendwie im Sky-Angebot landen – Eurosport ist mit mehreren Kanälen im Bouquet der Bezahlfernseh-Plattform vertreten. Klar dürfte aber auch sein, dass die Abo-Preise, die der Sky-Kunde künftig für Fußball wird zahlen müssen, steigen dürften. Von irgendwem wird sich das Unternehmen die deutlich höheren Rechtekosten zurückholen wollen.

Um das indes der zahlenden Kundschaft schmackhafter zu machen – unter dem Strich bekommen sie ja künftig eben nicht mehr alle 306 Erstliga-Partien zu sehen – dürften vor allem die Vereine gefragt sein, ihrem wichtigsten Zahlmeister die Türen weiter zu öffnen. Was wäre da vorstellbar? Bislang sind etwa Einblicke in die Kabinen vor dem Spiel für Kameras meist tabu. Und auch die Fahrt zum Stadion im Mannschaftsbus kommt bislang ganz gut ohne Öffentlichkeit aus.

Gut möglich, dass sich die Herren Hummels, Müller und Co. in Zukunft auf eine neue Gangart einstellen müssen und Sky-Kameramänner und Moderatoren mittendrin statt nur dabei sein werden. Was vielen Profis, die ja längst im Dienste der eigenen Persönlichkeitsmarke fleißig ihre eigenen Social-Media-Kanäle füttern, vermutlich auch gar nicht weiter stören dürfte. In die Richtung dürfte jedenfalls auch Christian Seifert zu verstehen sein, der den Klubs durchaus mahnend ins Stammbuch schrieb, es sei ihre Aufgabe „Medienunternehmen bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen“.

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