Bundesliga Was will die Heuschrecke KKR bei Hertha?

Wer behält bei Hertha BSC nach dem Einstieg der Heuschrecke KKR die Oberhand - der Sport oder der kurzfristige Profit?

Bringt der erste Einstieg eines Finanzinvestors KKR in der Fußballbundesliga Hertha BSC langfristig Titel und Rettung? Oder saust die Heuschrecke ab, sobald sie genügend Geld aus dem Club gezogen hat? Quelle: dpa

Als Jérôme Boateng im Alter von 18 Jahren von Hertha BSC Berlin zum Hamburger SV wechselte, bezahlte der für den schlaksigen Abwehrspieler 1,1 Millionen Euro Ablösesumme; kurz zuvor hatte der heutige Nationalspieler noch einen Marktwert von 800.000 Euro. Heute kickt der gebürtige Berliner für den FC Bayern, ist Champions-League-Sieger und auf dem Weltmarkt 20 Millionen Euro wert.

2.400 Prozent Wertsteigerung in nicht einmal zehn Jahren: Das ist der Stoff, aus dem die Träume von Fußballmanagern sind – und von Finanzinvestoren wie dem US-Private-Equity-Fonds KKR. Eigentlich schwingt sich dessen Europachef Johannes Huth lieber aufs Rennrad statt auf einen Zuschauersitz im Stadion. Aber seit KKR vor gut einer Woche bei Hertha einstieg und Huth Aufsichtsrat des Clubs wurde, ist Schlachtenbummeln für ihn Pflicht.

Die Fußballclubs und ihre Inhaber
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FK Schachtar DonezkUkraine Mehrheitseigentümer: Rinat Achmetow Umsatz: k.A. Trikotsponsor: SCM (Holding) Spielerkader: 24 Marktwert des gesamten Kaders: 147 Millionen Euro Achmetow ist Chef der Holding System Capital Management (SCM) und kontrolliert mehr als 30 Kohle- und Stahlunternehmen. Quelle: dapd
Dortmund Quelle: REUTERS
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Knallharter Businessplan

Bringt der erste Einstieg eines Finanzinvestors in der Fußballbundesliga Hertha BSC langfristig Titel und Rettung? Oder saust die Heuschrecke ab, sobald sie genügend Geld aus dem Club gezogen hat?

Zwar begrüßte die Hertha-Fankurve den neuen Miteigentümer, der seinen Anteil von 9,7 auf 33 Prozent steigern kann, erst einmal mit einem gellenden Pfeifkonzert. Doch dass KKR die Berliner aussaugt und anschließend von dannen zieht, ist nicht ausgemacht, eher sogar unwahrscheinlich.

Denn hinter den 62 Millionen Euro, die KKR in den Verein pumpt, steckt ein knallharter Businessplan, der Hertha auf wirtschaftliche Effizienz und Rendite trimmen soll. Dem Club muss das nicht schaden. Denn Hertha hat Luft nach oben. Schalke und Dortmund nehmen durch Trikotwerbung und Ausrüsterverträge gut 25 Millionen Euro pro Saison ein. Die Hertha erhält von der Deutschen Bahn und Nike zusammen nur 7,8 Millionen, gerade mal ein Drittel. Zudem winken bei sportlichem Erfolg höhere Einnahmen aus der TV-Vermarktung: Jeder Platz nach oben in der Tabelle bedeutet ein Plus von gut einer Million Euro. Gelingt der Sprung auf Platz 7 (vor einer Woche Platz 8), winkt die Teilnahme an der Europa League mit Einnahmen von bis zu zehn Millionen Euro – ganz zu schweigen von höheren, da erfolgsabhängigen Marketingerlösen.

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