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Burger King Beflecktes Image

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Versehentliche Unterschrift

Noch härter trifft es offenbar zehn bis zwölf Betriebsräte, die laut NGG gar kein Gehalt bekommen. Einige von ihnen würden daher finanziell von der NGG unterstützt. Das sei ein unzulässiges Sponsoring, um eine Kampagne aufrechtzuerhalten, schimpft Anwalt Naujoks. Tatsächlich bestätigt er, dass einzelne Betriebsräte kein Geld mehr bekämen. In Augsburg etwa zahle Yildiz nicht, da einem Betriebsrat Diebstahl von mehr als 1000 Euro vorgeworfen werde. Müsste dieser aber nicht trotzdem Gehalt bekommen, bis der Vorwurf gerichtlich geklärt und die Kündigung rechtswirksam ist? „Ja, müsste er“, räumt Naujoks ein.

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Die NGG trägt nun seit Ende Oktober den Ärger direkt in die Filialen. Die dort gesammelten Unterschriften sollen bis Jahresende an Yildiz übergeben werden.

Doch auch die Gegenseite hat Unterschriften gesammelt. 16 der 34 Betriebsratsvorsitzenden haben eine Petition unterschrieben, in der die Gewerkschaft aufgefordert wird, „mit der Verleumdungskampagne gegen Herrn Yildiz aufzuhören“, wie es in dem Schreiben heißt.

Ob diese allerdings berechtigt waren, im Namen ihrer Kollegen zu unterzeichnen, ist fraglich. Mindestens einer der Unterzeichner bat in einer schriftlichen Stellungnahme an die NGG, die der WirtschaftsWoche vorliegt, „meine versehentliche Unterschriftsleistung zu entschuldigen“. Ihm sei wegen Sprachproblemen nicht klar gewesen, was er unterzeichne; zur Unterschrift im Namen des Betriebsrats sei er nicht befugt. Andere Betriebsräte hätten laut NGG unterschrieben, „um Ruhe zu haben“. Denn den vermeintlichen Vertrauensbeweis hat Yildiz offenbar selbst initiiert: „Das kam von der Geschäftsleitung“, sagt Betriebsrat Mehmet Illeri.

Der Streit beschäftigt kommende Woche auch das Amtsgericht Hamburg-Altona. Yildiz hat wegen der aus seiner Sicht laufenden „Verleumdungskampagne“ Schadensersatzklage gegen die NGG eingereicht. Gegenwind bekam er von seiner Muttergesellschaft Burger King: Der seien „keine Aussagen der NGG bekannt, die den Vorwurf der Verleumdung rechtfertigen würden“, heißt es in einer Stellungnahme.

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